Zielgruppe Schwangere und frischgebackene Mütter

Von Martina Tekin, veröffentlicht am 19.07.2016
blonde schwangere Frau mit weiß-blau gestreiftem Top lächelt auf dem Boden liegend mit Blick zu ihrem Bauch

Aktuell wird das Thema Familie in Deutschland so intensiv diskutiert wie schon lange nicht mehr. Obgleich die Geburtenrate seit Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau stagniert (aktuell liegt sie nach Angaben des Statistischen Bundesamts bei 1,47 Kinder je Frau) nimmt das allgemeine Interesse an Fragen rund um die Schwangerschaft immer weiter zu. Auch die Marketingabteilungen verschiedenster Konsumgüterproduzenten entdecken Schwangere und frischgebackene Mütter als  äußerst lohnende Zielgruppe.

Dies macht sich natürlich auch im Verhalten werdender und junger Eltern bemerkbar. Sie strotzen scheinbar vor Selbstbewusstsein. Und während sie ihren Status in vollen Zügen genießen, beginnen sie auch ihre besonderen Wünsche und Bedürfnisse immer konkreter zu formulieren.

Eine Riesenchance, nicht nur für die Hersteller von Umstandsmode und klassischer Babyprodukte.

Das beginnt beim passenden Wagen für die ganze Familie, setzt sich bei der Auswahl eines geeigneten Urlaubsorts fort und mündet nicht selten in einem maßgeschneiderten, umfassend kindgerechten Hausstand.

Experten schätzen den Jahresumsatz der Zielgruppe auf satte 5 Milliarden Euro.

Ansprüche verändern sich

Am Beispiel Auto lässt sich exemplarisch aufzeigen, wie sehr sich die Ansprüche der Käuferschaft verändern, sobald das Thema Familie aufs Tapet kommt.

Kommt sich der eigene Nachwuchs im Spiel, wird etwa dem Umweltgedanken weit mehr Zeit gewidmet als zuvor. Praktische Erwägungen wie Stauraum und erleichterte Einstiegsmöglichkeiten bekommen nun einen ganz anderen Stellenwert. Das gilt auch für den Bereich Sicherheit, der nun in allen Lebenslagen deutlich an Priorität gewinnt.

Auch in Sachen Qualität gelten ab sofort andere Maßstäbe: Für den Nachwuchs nur das Beste, so lautet die Devise.

Gerade bei klassischen Babyartikeln kommt den Inhaltsstoffen wie auch der Herkunft des Produkts eine entscheidende Rolle zu. Dabei erweisen sich werdende und junge Eltern als bestens informiert.

Ihr Wissen beziehen sie aus verschiedenen Quellen, wie zum Beispiel Rezensionen in einschlägigen Foren und Verbraucherportalen. Dazu gibt es einen regen Austausch sowohl auf persönlicher Ebene als auch online in den sozialen Netzwerken.

Gute Chancen für Werbetreibenen

Nichtsdestotrotz zeigen sich junge Väter und Mütter auch aufgeschlossen gegenüber konventioneller Werbung.

Wie eine Online-Umfrage von MediaAnalyzer zeigt, hat Werbung bei immerhin zwei Dritteln der Umfrageteilnehmer einen Einfluss auf die Kaufentscheidung, wenn es um die Anschaffung von Säuglingsartikeln geht.

Etwas mehr als die Hälfte glaubt, dass einschlägige Reklame überwiegend korrekte Angaben zum beworbenen Produkt macht. Sieben Prozent waren sogar der Ansicht, sich vollständig auf die Angaben der Werbetreibenden verlassen zu können.

Allerdings waren auch 41 Prozent der Befragten der Meinung, dass die gemachten Werbeversprechen am Ende nicht eingehalten würden.

Ernährungsthemen gefragt

Die Zielgruppenansprache bezeichnete die Mehrheit der Befragten als gelungen. Etwa ein Fünftel gab an, sich mehr Werbung zu wünschen, die sich im Kern um Artikel für werdende Mütter dreht. Dies betrifft vor allem den Bereich der gesunden Ernährung.

Darüber hinaus spielen Produkte und Dienstleistungen zur Erhaltung und Förderung von Mobilität eine große Rolle.

Der Klassiker schlechthin ist natürlich der Kinderwagen, der mehr und mehr zum Statussymbol avanciert. Auch hier lässt sich gut aufzeigen, worauf es der Zielgruppe neben der eigentlichen Funktionalität ankommt.

So sollte der perfekte Kinderwagen nicht nur leicht zu bedienen und daher wendig sein, sondern auch optisch was her und beim Shoppen eine gute Figur machen.

Service für Stillende

Apropos Shoppen: Ladeninhaber, die sich an frischgebackene Mütter wenden möchten, landen mit serviceorientierten Still- und Wickelmöglichkeiten im Shop einen Volltreffer. Das Gleiche gilt für die Betreiber von Bistros und Restaurants, die Schwangere und frischgebackene Mütter für sich gewinnen möchten.

Kinderfreundliche Lokalitäten mit bequemen Möglichkeiten zum Stillen, Füttern und Windeln wechseln uns genügend Platz für Kinderwägen werden innerhalb der Zielgruppe rege diskutiert und ihre Standorte verbreiten sich in Windeseile.

Fazit:

Schwangere und frischgebackene Mütter sind eine attraktive Zielgruppe, auch wenn die eigene Produktpalette keine traditionellen Babyartikel enthält.

Wer hier punkten möchte, sollte in erster Linie auf eine einwandfreie Qualität bei allen Artikeln und Dienstleistungen achten.

Gefragt ist auch alles, was die Mobilität junger Familien erhöht. Darüber hinaus werden Serviceangebote wie Wickel- oder Stillmöglichkeiten gerne angenommen.

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Martina Tekin

studierte Politik- und Medienwissenschaft sowie Vor- und Frühgeschichte. Danach war sie mehrere Jahre im Bereich PR/Öffentlichkeitsarbeit sowie später in einer Werbeagentur als Texterin tätig. Zudem arbeitete sie als Redakteurin in einer Marketingagentur.