YouTube und Co.: Die besten Unternehmensvideos aus dem Netz

Von Melanie Schwarz, veröffentlicht am 15.03.2016
Regieklappe liegt auf einem Holztisch

Unternehmensvideos sind schon lange fester Bestandteil des weltweit beliebten Internetportals YouTube und artverwandter Ableger.

Die Qualität der gezeigten Imagefilme und Recruitingstreifen ist dabei so unterschiedlich wie die Ausrichtung der beworbenen Firmen selbst. Vom rundum überzeugenden Geniestreich bis hin zur mitleiderregenden Peinlichkeit ist alles dabei, was man sich nur vorstellen kann.

Doch was genau macht den Unterschied aus? Die Gründe, die ein einfaches Video zum werbewirksamen Kurzfilm mit Wow-Effekt machen, sind vielfältig und lassen sich am besten anhand ausgesuchter Beispiele verdeutlichen.

Ein meiner Ansicht nach besonders gelungenes Video ist der Imagefilm des Bäckerhandwerks, der mit der Zielrichtung gedreht wurde, neue Azubis für den traditionsreichen Beruf zu begeistern.

Cooler Sound, sympathische Protagonisten

Das Video wendet sich folgerichtig vor allem an junge Menschen. Entsprechend überzeugend wirkt die Soundauswahl, bei der ein bekanntes Kinderlied im Stile der Band Rammstein jugendtauglich umgemodelt wurde.

Der Film zeigt zwei sympathische Protagonisten auf dem Weg zum bzw. bei der Tätigkeit am Arbeitsplatz Backstube. Die Darstellung ist realitätsnah, im Verlauf des Streifens werden positive Einblicke in den Berufsalltag eines Bäckers und seiner Funktion als gefeierter „Morgenretter“ vermittelt.

Kleiner Wermutstropfen am Rande: Die prinzipiell gute Idee des Drehbuchs wird an manchen Stellen leider durch den eigenen, leicht übertrieben wirkenden Pathos untergraben. Hinzu kommen Elemente wie eine Breakdance-Einlage am Boden der Backstube, die für ungewollte Lacher sorgt und einfach ein wenig zuviel des Guten ist.

Trotz dieser kleineren Mängel handelt es sich um ein sehr gelungenes Unternehmensvideo, das seine Zielgruppe absolut erreicht.

Geheimnisvolle Welt des Mittelalters

Völlig andere Pfade geht der Imagefilm der Beerenweine Riese GmbH & Co. KG aus Minden, der seine Zuschauer mit auf eine Reise in eine andere Zeit und damit in die geheimnisvolle Welt des Mittelalters mit seinen Rittern und fliegenden Händlern nimmt.

Mit soundtrackartiger Musik und Aufnahmen einschlägiger Märkte versteht es die Produktionsfirma, genau die Stimmungen zu erzeugen, die die Besucher ausgesuchter Mittelaltermärkte und damit die Hauptzielgruppe der Firma Beerenweine schätzen. Eingestreute Sequenzen des Wacken-Festivals runden den Streifen ab.

Im Zentrum des Films stehen die mittelalterlich gewandeten Mitglieder der Inhaber-Familie Riese mit ihren Produkten.

Der Imagefilm untermauert die Glaubwürdigkeit des Unternehmens, indem er die Begeisterung und das Herzblut dokumentiert, mit der die Familie vor Ort ihre Spezialitäten an die begeisterten Kunden bringt. Der Streifen wird damit zum Musterbeispiel für Authentizität.

Die vier Elemente im Berchtesgadener Land

Mit ihrem Imagefilm „Die vier Elemente im Berchtesgadener Land“ schaffte es die Berchtesgadener Land Tourismus GmbH beim Webvideopreis 2014 bis ins Finale.

Das Erfolgsrezept: Großartige Landschaftsbilder im Zeitraffer, untermalt mit perfekt darauf abgestimmter Instrumentalmusik. Dabei wurde der Film, wie der Titel verrät, nach den vier Elementen gegliedert

Das Video macht einfach Lust darauf, selbst ins Berchtesgadener Land zu fahren und in dieses herrliche Naturspektakel einzutauchen.

Es zeigt die Region authentisch und absolut glaubwürdig als das was es ist: Eine Perle der Alpen. Und das obwohl, oder vielleicht sogar auch gerade weil im Streifen selbst nicht ein einziges Wort gesprochen wird.

In Textform tauchen lediglich am Anfang eines jeden Kapitels die Elemente auf, denen der jeweilige Teilabschnitt gewidmet ist. Ansonsten überzeugt einzig und allein die beeindruckende Macht der Bilder.

Das Video beginnt mit Aufnahmen rund ums Wasser und führt über das Thema Erde zur Luft und schließlich zum Feuer.

Fazit:

Unternehmensvideos sind eine zweischneidige Angelegenheit. Schlecht gemachte Streifen können dem Ruf einer Firma großen Schaden zufügen.

Gut gemachte Videos erreichen via YouTube und Co. ein gewaltiges Publikum und leisten bei der Rekrutierung von Fachkräften oder in Sachen Werbung hervorragende Dienste. Wie so oft führen viele Wege zum Ziel.

In jedem Fall gilt es aber, die richtige Feinabstimmung zwischen Text, Bild und Sound zu finden, um auf diese Weise die angepeilte Zielgruppe richtig anzusprechen. Oberstes Gebot ist und bleibt dabei die persönliche Glaubwürdigkeit sowie das authentische Auftreten des gezeigten Unternehmens bzw. der eigenen Marke.

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Melanie Schwarz

ist gelernte Kommunikationswirtin und arbeitete in Köln und Düsseldorf als Mediaplanerin in Mediagenturen. Es folgten leitende Funktionen im Bereich Mediaberatung u. a. in Wiesbaden bei Carat (Dentsu Aegis) als Unit Director. In OWL kamen Aufgaben als Key Account Managerin bei Bertelsmann, Anzeigenleiterin beim Delius Klasing Verlag und Verkaufs- und Projektleiterin im Medienunternehmen ams - Radio und MediaSolutions dazu.