Wie Sie in 11 Schritten zu einer noch besseren Führungskraft werden

Von Henrike Dibbern, veröffentlicht am 09.05.2017
Nahaufnahme zweier Menschen, die sich die Hände geben, eine Person trägt eine weiße Bluse, die andere einen schwarzen Anzug.ln

1. Wählen Sie klare Worte

Wenig lässt den Tatendrang ihrer Angestellten so sehr leiden, wie nebulös formulierte Anweisungen und unklar gesteckte Ziele. Ihrem Mitarbeiter bleibt dann nur ein Schuss ins Blaue, in der Hoffnung Sie richtig verstanden zu haben. Wenn Sie Ihrem Team also seine aktuellen Aufgaben verkünden, dann seien Sie dabei stets präzise und eindeutig. Sind Sie sich selbst gerade unsicher, dann stehen Sie dazu.

2. Setzen Sie Etappenziele

Wissen Ihre Mitarbeiter nun genau, was das Endziel des aktuellen Projektes ist, dann teilen Sie anschließend den gesamten Ablauf in kleine Schritte ein. Ganz allgemein fällt das Arbeiten und Planen in kleinen Intervallen wesentlich leichter, als in Zeiträumen zu denken, die sich über Wochen erstrecken. Viele kleine Arbeitsschritte, die sich schnell absolvieren lassen, wirken sich außerdem positiv auf Moral und Motivation aus und beugen der gefürchteten Prokrastination (Aufschieberitis) vor.

3. Formulieren Sie große Ziele

Ihr Team wird immer nur auf genau die Ziele hinarbeiten, die Sie vorgegeben haben. Setzen diese daher ruhig ein wenig höher an. Schließlich bekommt man meistens genau das, was man erwartet. Wird das Ziel dann nicht erreicht, Schwamm drüber. Schließlich haben Sie es eh etwas zu anspruchsvoll formuliert. Übertrifft Ihr Team Ihre Erwartungen, herzlichen Glückwunsch! Sie haben eine großartige Mannschaft!

4. Delegieren Sie

Jede gute Führungskraft weiß, was, wann und an wen sie Arbeit weiterreichen kann oder sogar muss. Ihren Mitarbeiter motiviert die Weitergabe von Aufgaben, denn zum einen verdeutlicht die Übertragung von Verantwortung Ihre Wertschätzung, zum anderen leisten Menschen immer dann ihr Optimum, wenn ein Projekt ganz in ihren Händen liegt.

5. Vertrauen Sie Ihrem Team

Auch wenn es als Führungskraft schwer fällt, die Kontrolle abzugeben, oft ist es einfach das Richtige. Kontrollieren Sie nicht jeden einzelnen Arbeitsschritt und mischen Sie sich nur ein, wenn es unvermeidlich ist. Vor allem: Kennen Sie Ihre Grenzen. Ihr Mediengestalter weiß, welche Farben wie auf Ihre Kunden wirken, Ihr Software-Ingenieur kennt ihre IT-Landschaft wie seine Westentasche, Ihr Texter wäre nicht Ihr Texter, hätte er kein Gespür für Sprache. Vertrauen Sie auf die Expertise Ihrer Leute.

6. Reflektieren Sie sich selbst

Natürlich liegt das letzte Wort immer bei Ihnen, allerdings sollte Sie das nicht davon abhalten, jede einzelne Ihrer Entscheidungen genau zu hinterfragen. Wollen Sie etwas vielleicht doch nur genau nach ihren Vorstellungen durchboxen, um ihr Gesicht nicht zu verlieren? Was, wenn Sie sich irren? Greifen Sie stets auf Ihren gesamten Erfahrungsschatz zurück, anstatt aus falsch verstandenem Stolz zu entscheiden.

7. Zeigen Sie Größe

Kein Mensch ist unfehlbar, auch ein Chef nicht. Und sollte bei Ihnen tatsächlich mal etwas schieflaufen, dann stehen Sie dazu. Egal wie schwer es Ihnen in diesem Moment auch fallen mag, langfristig gewinnen Sie dadurch den Respekt und die Anerkennung Ihrer Mitarbeiter. Menschen, die sich selbst überhöhen und als unfehlbar hinstellen, werden dagegen nur mit Verachtung gestraft.

8. Seien Sie authentisch

Egal in welcher Situation Sie sich im Berufsalltag auch wiederfinden, bleiben Sie immer Sie selbst. Versuchen Sie keine Rolle zu spielen, die nicht Ihrem Naturell entspricht. Wenn Sie kein großer Redner sind, gehen Sie nicht ans Podium. Wenn Sie keinen Fußball mögen, versuchen Sie nicht zu fachsimpeln. Menschen nehmen instinktiv wahr, wenn ihr gegenüber sich verstellt oder ihnen etwas vorspielt. Sie verspielen sonst nur das intrinsische Vertrauen Ihrer Belegschaft.

9. Seien Sie Vorbild

Sie sind der Leitwolf, entsprechend sollten Sie sich benehmen. Denn Wasser predigen und Wein trinken ist ganz schlecht für das eigene Ansehen. Niemand nimmt einen Vorgesetzten ernst, der auf Pünktlichkeit pocht, aber selbst zu spät kommt und zu früh geht; der akkurate Kleidung verlangt, aber immer die gleiche Krawatte trägt; der Perfektion fordert, aber dessen Rundmail vor Rechtschreibfehlern strotzt. Der Kapitän geht nun mal immer als Letzter von Bord.

10. Lernen Sie Ihre Mitarbeiter kennen

'Wissen ist Macht' heißt es und darin steckt viel Wahres. Selbstverständlich soll das nicht heißen, dass Sie ihr Personal ausspionieren; reden Sie einfach mit Ihren Leuten und hören Sie ihnen zu. Wenn Sie wissen, was die Mitglieder Ihres Teams antreibt, wo ihre Interessen liegen und was ihre Ziele sind, bekommen Sie dadurch völlig neue und effektive Möglichkeiten der Motivation an die Hand. Nicht selten entdecken Sie so auch verborgene Talente und Ihrem Unternehmen eröffnen sich mit einem Mal völlig neue Perspektiven.

11. Bleiben Sie am Puls der Zeit

Unsere Welt befindet sich in stetem Wandel, neue Technologie entwickeln sich rasend schnell. Das eigene Studium hingegen liegt nun schon ein paar Jahre zurück und wer niemanden mehr über sich stehen hat, erfährt selten, was er alles nicht kann. Doch wer über aktuelle Trends nicht informiert ist oder sich vom Azubi das Smartphone einrichten lassen muss, dessen Ansehen leidet bei den Mitarbeitern schnell. Bilden Sie sich daher mindestens ebenso häufig fort, wie ihr Team das tut.

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Henrike Dibbern

studierte Soziologie, Politik- und Verwaltungswissenschaft. Seit 2014 arbeitet sie als Redakteurin in einer Marketingagentur.