Wie Sie ansprechende Videos selbst produzieren können

Von Julia Ures, veröffentlicht am 24.11.2020
Frau schaut Videos auf dem Smartphone

Die Ausrüstung für kleine, unkomplizierte Videos trägt jede/r von uns heute theoretisch mit seinem Smartphone in der Tasche. Und trotzdem gehört ein bißchen mehr Überlegung dazu, als einfach das Handy zu zücken und „drauflos“ zu filmen.

Wieso ist es wichtig, dass auch einfache Videos einen guten Eindruck machen… ?

In erster Linie deswegen, weil Kunden und Partner es spüren, wenn Sie sich Mühe gemacht haben und so Wertschätzung den Zuschauern und dem Thema gegenüber zeigen. Allerdings Mühe, ohne zu verkrampfen. Videos mit auswendig gelernten Texten oder künstlichen Gesprächsverläufen, das werden Sie kennen, wirken eher abschreckend und wenig sympathisch. Es gilt das richtige Mittelmaß zwischen Spielfreude und Lockerheit auf der einen und Professionalität auf der anderen Seite zu finden.

Was das Handwerkszeug angeht, so berichtet Jan Hameyer, erfahrener Filmemacher und Producer, der für ams Videograph aus Bielefeld Videoschulungen durchführt, hätten Unternehmen in den vergangenen Monaten häufig für selbst produzierte Videos Technik angeschafft, könnten diese aber noch nicht richtig bedienen. Nicht selten entsteht dann verständlicherweise Frust nach motiviert gedrehten Szenen, weil die Beleuchtung die Gezeigten nicht gut dastehen lässt oder der Ton schwer zu verstehen ist. Jan Hameyer: „Dabei dürfen sich selbstgemachte Videos schon von professionell gedrehten unterscheiden, mit allen Vorteilen, die sie mit sich bringen: sie sind häufig authentischer und ‚näher dran‘. Gerade für Social Media reicht das meist vollkommen aus. Allerdings sollte es Spaß machen, sie anzuschauen, weil sie gut gemacht sind, sonst brechen diejenigen, die wir damit erreichen wollen, sie ab“, so Hameyer. Manche häufige Anfängerfehler sind leicht auszumerzen, wie unschöne Gegenstände im Bild, ein schiefer Bildaufbau, unangenehme Hintergrundgeräusche wie telefonierende Kollegen oder Klimaanlagen. Bei anderen Fragen hilft Learning by doing – das heißt, dass die „Videoproduzenten“ neues Wissen erwerben und dann selbst ausprobieren. Hierzu sollen ihnen Videoschulungen verhelfen.

Der Nutzen von unkompliziert selbst produzierten Videos liegt auf der Hand. Hameyer: „Firmen und Mitarbeiter können mit etwas handwerklichem Wissen über Technik und Interviewführung spontan und schnell Themen oder Neuigkeiten in einem Video umsetzen und das verbreiten, sowohl für interne als auch externe Zwecke.“

Experten teilen langjähriges Wissen

Uwe Wollgramm, der Geschäftsführer von ams – Radio und MediaSolutions, dem Dach von ams Videograph, berichtet flankierend von vielen Anfragen durch Unternehmen insbesondere seit der Corona-Pandemie: „Die Marketing-Abteilungen suchen neue Wege um mit ihren Kunden in Kontakt zu bleiben. Viele haben uns angesprochen und gebeten, ihnen zu helfen, unkompliziert professioneller wirkende Videos zu erstellen. Nicht für jeden Zweck muss es ein ganzes Filmteam und eine große Produktion sein wie zum Beispiel für Imagefilme oder entscheidende Kampagnen. Wir haben uns daher dazu entschieden, diesem Wunsch nach Beratung zu entsprechen und unterstützen gern mit unserem langjährigen Know How.“

Seit einigen Monaten bietet ams Videograph daher auch Schulungen an. Das heißt konkret, dass erfahrene Videoproduzenten ihr langjähriges Wissen teilen und Unternehmen in die Lage versetzen, einfache Videos auch selbst in guter Qualität und mit hochwertigem Inhalt aufzuzeichnen.

In den Coachings, die modular aufgebaut und an die Bedürfnisse des Kunden angepasst werden können, lernen diese daher zunächst alles von der Formulierung von Zielgruppen über den inhaltlichen Aufbau und die Vorbereitung von Videos, aber auch „Handwerk“ wie das Reden vor der Kamera, Set, Filmtechnik und Videoschnitt. „Es macht großen Spaß zu beobachten, welche Aha-Effekte sich einstellen und wie die Coachees die neuen Erkenntnisse umsetzen“, berichtet Jan Hameyer. Wenn diese dann stolz erste Ergebnisse präsentieren, geben die Fachleute von ams Videograph Feedback und Tipps, was künftig vielleicht noch verbessert werden kann.

Möglich und häufig zielführend ist es auch, unternehmensseitig mit Hilfe von Profis, sprich: Videoexperten kurze Tutorials aufzunehmen, die Mitarbeiter unabhängig von Schulungsterminen oder -orten darüber informieren, wie sie gute Videos selbst produzieren können.

Und natürlich möchten wir Ihnen heute noch einige konkrete Hinweise an die Hand geben, die Ihnen helfen können, einfache, gute und sympathische Videos selbst aufzunehmen. 

Ein paar einfache Tipps für Ihre Videos:

  • Überlegen Sie sich, was Sie sagen möchten, aber lernen Sie keine Texte auswendig. Als einfacher „Teleprompter“ kann ein Zettel mit Stichworten dienen.
  • Sorgen Sie für das rechte Licht mit einer Beleuchtung, die die Gesichter gut darstellt. Ungünstig ist Licht direkt von oben oder unten, direkt  genau von vorn wird es Sie blenden.
  • Ein Stativ hilft, Ihr Smartphone oder Ihre Kamera bestmöglich und flexibel zu positionieren.  
  • Besorgen Sie sich ein Mikrofon zum Anstecken, diese sind heute nicht mehr teuer und sorgen für eine deutlich bessere Tonqualität – denn der Ton ist mindestens so wichtig wie das Bild.
  • Sorgen Sie für eine ruhige Umgebung, sie ermöglicht Ihnen eine höhere Konzentration, außerdem haben Sie keine Nebengeräusche in der Videoaufnahme.
  • Tragen Sie keine kleinkarierten Muster oder grelle Farben vor der Kamera.
  • Make Up ist in der Regel nicht nötig, insbesondere bei Männern, etwas transparentes Puder hingegen kann allzuviel Glanz im Gesicht vermeiden.
  • Nehmen Sie eine Haltung ein, in der Sie sich wohlfühlen. Das sieht man. Wenn Sie nicht wissen, wohin mit Ihren Händen, dann nehmen Sie etwas in die Hand wie zum Beispiel Ihre Moderationskarten.
  • Wenn Sie zu zweit oder mit mehreren Gespräche vor der Kamera führen, vermeiden Sie zu „gewollte“ Übergänge. „Oh, das ist eine gute Frage“, „Apropos Kundenservice, da fällt mir noch ein…“ wirken häufig gekünstelt, wenn sie nicht wirklich spontan kommen. Natürlicher können wirken: „Laß mich da noch ergänzen…“ Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Meist braucht es gar keinen dieser Übergänge.
  • Meist ist es nicht notwendig oder förderlich, ALLE Inhalte im Video zu kommunizieren. Machen Sie lieber neugierig und zeigen Wege auf, die man mit Ihnen in Kontakt treten kann, um mehr zu erfahren.
  • Was die Länge solcher Videos angeht, alles ab 2:30 min ist schon lang. Aufmerksamkeit ist begrenzt und häufig knapp. Fassen Sie sich kurz. 1:30 ist ein Idealwert.
  • Haben Sie Spaß! Auch das wird man als Zuschauer Ihres Videos spüren.

„Für größere Produktionen mit mehreren Kameras, bewegten Kameras, Drohnenaufnahmen und bei der Umsetzung von komplexeren Inhalten und Konzepten sind natürlich weiterhin Profis gefragt, aber wir geben unser Wissen für einfachere Videoproduktionen gern weiter und geben Unternehmen so die Möglichkeit, interne und externe Inhalte schnell zu produzieren“, schließt Uwe Wollgramm.

Avatar of Julia Ures

Julia Ures

ist zuständig für die Betreuung der Print- und Online-Kanäle von ams - Radio und MediaSolutions. Sie kümmert sich um die Pressearbeit für die Lokalradios in Ostwestfalen-Lippe und im Kreis Warendorf, ist ausgebildete Hörfunkredakteurin und Moderatorin.