Wie jetzt - Smalltalk? – Tipps für Gespräche im Businessalltag

Von Dieter Pepping, veröffentlicht am 26.04.2022
Zwei Frauen unterhalten sich

Situationen für einen Smalltalk sind so vielfältig wie die Menschen, auf die wir zufällig treffen. Auf einem Firmenevent, bei Sportveranstaltungen, oder bei einem Kongress während der kurzen Kaffeepause zwischen zwei Vorträgen. Gerade dort finden sich Gemeinsamkeiten, die den Gesprächseinstieg vereinfachen. Trauen Sie sich einfach und beginnen Sie das Gespräch mit dem was Sie gerade beschäftigt auch Ihr Gegenüber ist ja nicht zufällig dort, vermutlich verbindet Sie schon gerade deshalb ein gleiches Interesse und es findet sich schnell ein Gesprächsthema.

Wenn die Stille laut wird. Smalltalk, aber wie?

Nichts ist unangenehmer als betretenes Schweigen. Dieses Gefühl haben sicherlich schon alle einmal erlebt. Sie müssen nicht besonders eloquent sein, denn der Smalltalk lebt gerade davon, unangestrengt zu sein, um sich unverbindlich auszutauschen und dabei eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Einfach mal locker plaudern.

Kommen wir zum Warm-up, aber bitte keinen lauwarmen Kaffee, das Wetter ist auch nicht gerade der beste Einstieg, eher kalter Kaffee. Begegnen Sie ihrem Gegenüber mit Respekt und auf Augenhöhe, beginnen Sie mit einem Lächeln und einer einfachen offenen Frage. Mit einfachen Fragen wird die Situation schnell aufgelockert und dies erleichtert den Gesprächseinstig. Hier ein paar Beispiele:

  • Wie war Ihre Anreise?
  • Was hat Ihnen am Vortrag am besten gefallen?
  • Möchten Sie etwas trinken? – Oder, Wo gibt es denn den leckeren Kaffee?
  • Was machen Sie beruflich? In welcher Branche sind Sie tätig?

Was, Wann, Wo und Wie?

Wie auch immer, mit einer offenen Fragestellung erfahren Sie meist mehr vom Gegenüber, kommen schneller ins Plaudern und das aktive Zuhören wird auch noch trainiert. Außerdem gibt man seinem Gesprächspartner ein gutes Gefühl, denn derjenige, der die meiste Gesprächszeit hat, empfindet den Smalltalk dann meist als sehr angenehm und gelungen.

Do´s an Don`ts

Je nach Situation ergeben sich recht schnell Gespräche. Aber was soll man machen, wenn einem gerade nicht das richtige Thema oder die passende Einstiegsfrage einfällt? –

Bleiben Sie unverfänglich, der Smalltalk sollte ja locker sein. Oft sind die Themen einfach und durchaus oberflächlich. Sprechen Sie über Ihren letzten Ausflug am Wochenende oder den Kurztrip ans Meer oder die Berge, die letzte Städtetour, ihr Hobby, Bücher, Filme oder über das Essen im Restaurant um die Ecke.

Was ist mit kritischen Themen? Was nun?

Die großen Themen der Weltpolitik eigenen sich nicht für Smalltalk, es sei denn man ist Politiker. Vermeiden Sie Tabuthemen, Negatives, Geld, Krankheit und Behauptungen… Und wenn es sich nicht vermeiden lässt, weil man in ein Thema „hineingezogen“ wird. Haben Sie keine Scheu, das Thema einfach zu wechseln oder zwischen Themen hin- und herzuspringen. Smalltalk ist spannender, wenn abwechselnd über unterschiedliche Dinge gesprochen wird. So vermeidet man auch, sich an kritischen Themen „wund zu reden“ und findet einen eleganten Ausstieg aus Tabu-Themen.

Offen und authentisch

Achten Sie auf eine offene Körpersprache, insbesondere was den ersten Eindruck und den Start ins Gespräch angeht. Lächeln ist das beste Rezept! Und, bleiben Sie authentisch und Sie selbst. Bewegen Sie sich langsam und gestikuliere nicht wild umher, dies kann als Unsicherheit wahrgenommen werden, oder nervt einfach nur.

Halten Sie den Blickkontakt, Augen lügen nicht. Am Blickkontakt merkt man schnell, ob jemand selbstsicher oder eingeschüchtert ist. Schauen Sie Ihren Mitmenschen in die Augen, aber starren Sie sie nicht an.

Und falls Ihr Gesprächspartner nur knapp antwortet, oder signalisiert, vielleicht gerade nicht für einen Smalltalk bereit zu sein. Fragen Sie, was ihn/sie gerade beschäftigt, dies zeigt Interesse und Aufmerksamkeit für sein Gegenüber. Es kann auch sein, dass er bzw. sie gerade nicht sprechen möchte, weil die Person etwas Persönliches beschäftigt. Es wird einen Grund haben und die Person wird Ihnen dies dann auch mitteilen. Dann einfach das Thema wechseln oder den Gesprächspartner…

Zeige Interesse – Urteile nicht – höre zu.

Aufrichtiges Interesse ist die Grundlage für ein gutes Gespräch. Erst wenn man das Interesse der anderen Person spürt, ist man bereit, sich zu öffnen.

Um Ihr Interesse zu zeigen, ist aktives Zuhören ein mächtiges Werkzeug:

Widmen Sie der anderen Person Ihre volle Aufmerksamkeit. Signalisieren Sie Verständnis, indem Sie nicken und „mmh“ oder „jaa“ sagen. Wenn Ihnen etwas nicht klar wird, dann fragen Sie einfach nach.
Urteilen Sie nicht über das, was die andere Person sagt.

Welche Erwartungen hat man an einem guten Gespräch?

Lassen Sie uns mal einen Blick darauf werfen, was die Menschen selber sagen, wenn man sie fragt, was für Erwartungen sie an ein gutes Gespräch haben:

Genug ist genug. Wann ist Smalltalk zu viel?

Oft sind es die kurzen Pausen zwischen zwei Vorträgen, Telefonaten oder der Tagesablauf gibt ein Zeitfenster für den Smalltalk ohnehin vor. Wenn das Zeitfenster ohnehin feststeht, ist der Ausstieg recht einfach, ein Dankeschön für das angenehme Gespräch, ein Versprechen dies bei nächster Gelegenheit gerne fortzuführen, oder sogar der Austausch von Kontaktdaten, überreichen der Visitenkarten u.s.w.

Merkt man allerdings, dass der Gesprächspartner schon nervös von einem Bein auf das andere trippelt, dem Blick nicht standhält oder ausweichende Antworten gibt, sollten die Alarmglocken schrillen. Dann ist es besser das Gespräch höflich zu beenden und nichts zu erzwingen.

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Dieter Pepping

arbeitet als Key Account Manager bei ams - Radio und MediaSolutions. Seit 2009 betreut er Kunden des Geschäftsbereichs MediaSolutions.