Was Sie jetzt über YouTube wissen müssen

Von Amélie Förster, veröffentlicht am 06.10.2020
Frau schaut YouTube auf dem iPad

Zunächst die Frage: Für wen eignet sich das Anlegen eines YouTube-Kanals?

Das kann man relativ klar sagen: Für jeden, der genug Content hat, um eine Reihe von Videos zu veröffentlichen – und das regelmäßig! Zumindest, wenn Sie bei YouTube richtig durchstarten wollen und dem Algorithmus ein Schnippchen schlagen wollen. Das macht natürlich nur Sinn, wenn Sie regelmäßig guten Content präsentieren können.

Wenn Sie nur Hin- und wieder ein Video dort hochladen möchten, um es beispielsweise auf Ihrer Homepage einzubetten, geht das natürlich auch. Es ist sogar datenschutzrechtlich ein bisschen sauberer als bei anderen Einbettungscodes (mehr dazu weiter unten im Text). Damit durch die Decke gehen, werden Sie vermutlich aber nicht.

YouTube-Videos datenschutzrechtlich sauber einbetten

Sie möchten ein Video auf Ihrer Homepage einbetten, seit der Einführung der DSGVO ist aber alles komplizierter geworden? Dann gibt’s ausnahmsweise mal gute Nachrichten: YouTube hat rechtzeitig reagiert und bietet die Möglichkeit, dass vom User erst Informationen erfasst werden, wenn dieser bei Ihnen auf das eingebettet Video klickt. Bevor wir dazu kommen, wie das geht: Im Idealfall verweisen Sie kurz vor dem Einbettungscode darauf, dass Daten an YouTube übermittelt werden, sobald der User das Video ansieht. Es gibt Webseiten auf denen sogar ein Informationsbanner über das YouTube-Video gelegt wird, mit dem noch zugestimmt werden muss, bevor man den Play-Button klickt.

So, nun dazu, wie das Ganze funktioniert:
nter dem Video auf „Teilen“ klicken, dann „Einbetten“ auswählen. Bevor der Einbettungscode kopiert wird, muss man weiter unten ein Häkchen setzen bei „Erweiterten Datenschutzmodus aktivieren“.  Optional können Sie noch eine Zeit eingeben bei „Starten bei“. Das ist zum Beispiel sinnvoll, wenn Sie ein Messevideo einbetten, in dem Ihr Stand neben vielen anderen zu sehen ist.

Das erspart allerdings nicht das saubere Arbeiten in Sachen Datenschutzverordnung auf der eigenen Website. Auch hier sollten Sie einen Abschnitt zum Thema YouTube (auf Ihrer Website und Ihrem Profil dort) einfügen.

Social Network

Von einer anfänglich reinen Video-Plattform hat sich YouTube entwickelt, hin zu einem sozialen Netzwerk. Liken, Teilen, Einbetten, alles möglich! Wenn man aktuellen YouTuber-Videos glauben darf, dann setzt der Algorithmus derzeit Wert auf Kommentare: Je mehr man hat, desto besser wird man gerankt. Nachdem viele Monate lang immer darauf hingewiesen wurde, dass es wichtig sei, die Glocke zu klicken, um als User alle Benachrichtigungen eines Kanals zu neuen Veröffentlichungen zu bekommen, wird nun scheinbar der Fokus auf die Interaktion gelegt. Kommt uns irgendwie von Facebook bekannt vor, oder? Wer mehr über Facebook wissen möchte, kann ja mal in unserem Beitrag „Wie gut kennen Sie Facebook?“ vorbeischauen.

Stories

Die beliebte Story-Funktion hat vor einem knappen Jahr nun auch Einzug bei YouTube gehalten. Durchgesetzt hat sich das Ganze bislang nur in Teilen, für den schnellen Videokonsum auf dem Smartphone. Genau deshalb ist die Funktion auch nur auf mobilen Geräten verfügbar. Für Inhaber eines YouTube-Kanals sind die Stories aber erst interessant, wenn der Kanal über 10.000 Abonnenten hat. Denn die braucht man, damit die Funktion überhaupt erst freigeschaltet wird. Anders als bei Snapchat, Facebook oder Instagram sind die Stories nicht nur 24 Stunden verfügbar, sondern gleich für sieben Tage für die Follower sichtbar.

Inhaltlich eignen sich dadurch natürlich Infos, die nicht nur tagesaktuell sind, sondern auch noch in einer Woche für die User interessant sind. Schlechte Nachrichten allerdings für alle die glauben, mit Stories könnte man an der Auffindbarkeit anderer Videos schrauben: Das ist leider nicht möglich!

Die Creator Academy

Wer mehr über YouTube lernen möchte, dem sei die YouTube Creator Academy empfohlen, hier gibt es zahlreiche Kurse rund um die Möglichkeiten Content zu erstellen. Es gibt auch einen eigenen YouTube Creators-Channel, auf dem Sie sich die Videos aus der Academy ansehen können. Auch hier lohnt es sich regelmäßig vorbei zu schauen, da YouTube die User im Channel immer auf dem Laufenden hält. Falls Sie selbst kein Content-Creator, sondern Künstler sind, dann lohnt es sich den Bereich „YouTube for Artists“ genauer unter die Lupe zu nehmen.

YouTube Studio

Wer in der Creator Academy genug über Content gelernt zu haben glaubt, der kann loslegen im YouTube Studio, der Oberfläche für Content-Creator. Hier werden alle Tools bereitgestellt, mit denen man effektiv posten, verwalten und Videos monetarisieren kann. Apropos zu Geld machen - um mit Videos Geld verdienen zu können, müssen Sie diese am PC hochladen. Die Einstellung zum Monetarisieren stehen bislang beim Upload von mobilen Endgeräten nicht zu Verfügung. Der große Vorteil hier: Im Bereich YouTube Analytics hat man Zugriff auf ganz unterschiedliche Informationen rund um die eigenen User. Auch sehr hilfreich: Im YouTube Studio-Dashboard findet man immer die neusten Infos zu Tools und Funktionen, aber auch  Ideen, zum Beispiel zum Optimieren des eigenen Kanals.

YouTube-Ads

Nicht überraschend, im Bereich YouTube-Ads gibt es lediglich Informationen rund um den Bereich „Anzeigen schalten“. Überraschend ist hingegen: Sie brauchen kein Video, um eine Anzeige zu schalten, denn sobald Sie die Website betreten, werden Ihnen zunächst zahlreiche internationale Anbieter angezeigt, die für Sie Videos erstellen – die Qualität ist allerdings teilweise fraglich. Sie erinnern sich vermutlich auch an den ein oder andere Werbeclip vor dem Start eines Videos, der dazu geführt habt, dass sie sich fremdgeschämt haben. Sie wollen das vermeiden? Lokale Anbieter, wie unsere Kollegen von ams Videograph können Ihnen dabei helfen, Ihr Unternehmen passend in Szene zu setzen (in Corona-Zeiten auch mit der größtmöglichen Distanz).

Was gibt’s noch?

Darüber hinaus gibt es noch mehrere YouTube- Unterkategorien. Wer sich beispielsweise ausschließlich für Musik interessiert, sollte YouTube Music mal näher unter die Lupe nehmen. Hier werden, ähnlich wie bei Spotify, Deezer und Co., Playlists zu unterschiedlichen Stimmungen angeboten und das nicht zwangsläufig immer mit Videos. Das Ganze gibt’s auch werbefrei als „Music Premium“.

Auch die Kleinsten sollen nicht zu kurz kommen , deshalb gibt’s YouTube Kids. Hier können Eltern für die Kinder eigene Profile anlegen. Je nach Alter wird so unterschiedlicher Content zugänglich. Es können auch nur gezielt Videos freigeschaltet werden oder Accounts gesperrt werden, so dass dieser Inhalt für die Kinder nicht mehr sichtbar ist.

Für knapp 65 US-Dollar im Monat gibt’s auf YouTube TV das TV-Programm von über 85 TV-Sendern. Laut CNET ist YouTubeTV der beste Streaming Service 2020.

Von YouTube Go haben Sie noch nie gehört? Kein Wunder! Denn in Deutschland erhält man beim Versuch die App herunterzuladen die Info: „Dieser Artikel ist in deinem Land nicht verfügbar“.  In Ländern wie Indien, wo man im ländlichen Bereich (noch) häufiger mit schlechter Internetverbindung zu kämpfen hat,  ist es Usern derzeit noch in einer Beta-Version möglich Videos herunterzuladen und diese offline anzuschauen. Im Vergleich zu vielen anderen Apps, ist diese derzeit aber auch tatsächlich nur im Google Playstore verfügbar.

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Amélie Förster

hat bei verschiedenen Online-Medien gearbeitet und ist ausgebildete Online-Redakteurin. Seit Juli 2018 ist sie bei ams – Radio und MediaSolutions als Online-Redakteurin tätig und betreut das Projekt „Marketing in Westfalen“. Sie ist seit 1998 online, interessiert sich für Social Media, Blogs, Streaming und digitale Technologien aller Art.