Vor- und Nachteile von Onlinewerbung

Von Martina Tekin, veröffentlicht am 14.12.2015
Frau surft auf dem Smartphone

Obwohl 2014 laut Statistik-Portal statista über drei Viertel aller Deutschen das World Wide Web nutzten, wird das Internet in Sachen Werbung meist immer noch als „neues Medium“ wahrgenommen.

Entsprechend gering ist der Erfahrungsschatz zur Onlinewerbung auch heute noch in vielen Unternehmen.

Während einige Marketer das Internet geradezu als neuen Heilsbringer betrachten, setzen andere lieber nach wie vor auf lange bewährte Werbeträger wie Printprodukte, Hörfunk oder TV. Und wie es bei jedem Werbemedium ist, bietet auch das World Wide Web sowohl tolle Chancen als auch den einen oder anderen Haken, den es zu berücksichtigen gilt.

Unschlagbare Reichweite

Ein riesiger Pluspunkt von Online- oder Internetwerbung ist die sagenhafte Reichweite, die sich mit ihr generieren lässt.

Einmal ins Netz gestellt, kann Ihre Botschaft theoretisch überall auf dem Planeten aufgespürt und wahrgenommen werden. Das Ganze passiert in einer Geschwindigkeit, mit der kein anderes Medium mithalten kann.

Einmal online, verbreitet sich der Content (sofern alles richtig gemacht wurde) in Windeseile in den Weiten der digitalen Welt. Und das zu äußerst günstigen Preisen, die deutlich unter Print- oder TV-Konditionen zu verorten sind.

Ebenso schnell können Sie auch Änderungen, zum Beispiel am Text, vornehmen. Ein gedruckter Text hingegen ist nicht mehr austauschbar. Sie können auch in anderen Segmenten deutlich flexibler agieren als bei konkurrierenden Werbemitteln.

Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Es besteht etwa die Option, mit aufwändig produzierten Einspielern und Filmen zu arbeiten, eine Fanpage in den sozialen Medien zu integrieren oder ein Gewinnspiel auf der eigenen Homepage zu starten. Ferner können Sie auch eine „klassische“ Anzeige auf einem Online-Portal Ihres Vertrauens schalten oder kostengünstig mit einem auffälligen Banner ausgewählte Websites “zieren”.

Selbstverständlich sollten Sie in beiden Fällen nur Domains in Betracht ziehen, die auch von Ihrer Zielgruppe gerne besucht werden.

Treffpunkt der jungen Leute

Von Ihrer Zielgruppe, genauer gesagt von deren Alter, hängt auch die Wirksamkeit Ihrer Onlineaktivitäten zu einem hohen Maß ab.

Wie erwähnt tummelten sich 2014 mehr als 75 Prozent der Deutschen im Netz. Bei den 18- bis 24-Jährigen waren es sogar satte 99 Prozent! Darüber hinaus lässt sich Onlinewerbung sehr genau auf die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe zuschneiden.

Sie haben etwa auf Twitter, Facebook und Co. die Möglichkeit, sich in Echtzeit mit Ihren Kunden auszutauschen und genau die Inhalte zu senden, die tatsächlich wirken.

Anhand des prompten Feedbacks in der digitalen Welt, erkennen Sie sofort, welche Maßnahmen fruchten und welche weniger Wirkung zeigen. Hinzu kommt die Chance, direkt zu Ihrer Homepage oder Ihrem Onlineshop zu verlinken, um ein anfängliches Interesse des Nutzers postwendend in einen Verkaufserfolg zu münzen.

Schwächen bei Zielgruppe 60plus

All diese Vorteile werden sich leider nicht vollkommen entfalten, wenn Ihre Zielgruppe 60 Jahre oder mehr zählt. Zwar surfen immer mehr Silver Ager im Netz – 2014 waren es in Deutschland immerhin 48 Prozent – aber bis heute bleibt festzuhalten, dass Sie etwa die Hälfte dieser Altersgruppe mit Onlinewerbung nicht erreichen.

Auch Kinder sind als Zielgruppe problematisch, da diese in der Regel nur eingeschränkten Zugang zum Internet haben. Hinzu kommt das Phänomen der so genannten Banner Blindness. Es besagt, dass User die Fähigkeit besitzen, Werbebanner zu erkennen und dieser binnen relativ kurzer Zeit einfach zu ignorieren.

Auch die Bereitschaft zum Klicken solcher Banner ist gesunken, da viele Nutzer Angst haben, sich auf diese Weise Malware auf den Rechner zu laden.

Stichwort Spam

Ein weiterer Nachteil ist, dass gerade Internetwerbung den Ruf hat, besonders aufdringlich oder sogar lästig zu arbeiten. Im schlimmsten Fall wird Ihre Online-Kampagne als Spam wahrgenommen.

Um sich zu schützen, haben viele Nutzer Filter installiert, deren Aufgabe es ist, als Spam empfundene Werbung zu blocken, sodass Ihr Content, wenn es ihn erwischt, wirkungslos im digitalen Netz verpufft.

Auch ist nicht jedes Produkt für eine Werbekampagne im Internet geeignet. Dies ist etwa der Fall, wenn eine Beschreibung und Erläuterung zur Ware notwendig wäre, die den verfügbaren Rahmen schlicht sprengt.

Andere Artikel, wie etwa aufwändige Spezialanfertigungen, können zum Teil zwar online beworben, aber nicht übers Netz vertrieben werden. Hier sollten in jedem Fall weiterhin klassische Wege erste Wahl bleiben, die durch eine Onlinewerbung flankiert werden können.

Fazit:

Onlinewerbung bietet eine ganze Reihe an handfesten Vorteilen. Sie ist vergleichsweise günstig, schnell zu realisieren und im Bereich des Reichweitenaufbaus absolut top - so lange die Zielgruppe das passende Alter hat.

Sollen vor allem ältere Menschen erreicht werden, zeigt das Internet als Werbeträger auch heute noch ernsthafte Schwächen.

Eine weitere Gefahr droht durch die Verwendung von Spamfiltern, die einen Teil Ihrer Werbung ungelesen aus dem Sichtfeld des Users verbannen können. Diese unterstreichen auch die überwiegend geringe Akzeptanz von Onlinewerbung bei den Usern.


Foto: pexels.com/pixabay

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Martina Tekin

studierte Politik- und Medienwissenschaft sowie Vor- und Frühgeschichte. Danach war sie mehrere Jahre im Bereich PR/Öffentlichkeitsarbeit sowie später in einer Werbeagentur als Texterin tätig. Zudem arbeitete sie als Redakteurin in einer Marketingagentur.