Veranstaltungsabsage wegen Corona? Streaming als rettender Plan B

Von Barbara Kawa, veröffentlicht am 05.03.2020
Satellitenschüssel auf einem Dach

Die Leipziger Buchmesse und die ITB sind nur zwei Beispiele unter vielen. Die meisten Messen der kommenden Monate finden nicht statt, andere wie die Hannover Messe werden verschoben. Große Kongresse wie der Mobile World Congress in Barcelona werden abgesagt, genau wie unternehmensinterne Meetings mit Teilnehmern von verschiedenen Standorten. Mitarbeiter haben vielerorts die Dienstanweisung erhalten, Reisen zu unterlassen. Somit haben es auch Veranstaltungen schwer, die nicht abgesagt werden – ihnen fehlen die Besucher, befürchten Planer.

Der wirtschaftliche Schaden trifft alle Beteiligten hart. Veranstalter wie Aussteller, ebenso wie alle, die im Hintergrund für die Planung und Durchführung einer Messe oder eines Kongresses zuständig sind. Dennoch steht die Gesundheit aller im Vordergrund und so ist eine Absage in vielen Fällen unausweichlich. Zumindest für die Besucher – denn eine Teilnahme aus der Ferne ist auch durch professionelles Video-Streaming – ohne Reisen – möglich.

Wie funktioniert Streaming?

Beim Live-Streaming werden wie bei einer Fernsehsendung bewegte Bilder in Echtzeit via Satellit von einem Ort zum anderen übertragen und für die Nutzer zeitgleich über das Internet zugänglich gemacht. Handelt es sich dabei um einen 360 Grad-Stream, kann der Teilnehmer sogar über die Perspektive entscheiden und seinen Blick schweifen lassen. Das Bielefelder Unternehmen ams Radio & MediaSolutions produziert seit Jahren professionelles Streaming für alle möglichen Veranstaltungen weltweit, z.B. von der IFA in Berlin, von der Eröffnung der Elbphilharmonie in Hamburg oder von einer Knie-OP in einem Krankenhaus in Bielefeld.

Projektleiter Holger Meyer erklärt: „Wir buchen eigens einen Fernsehkanal für das Streaming. Das vor Ort eingefangene Video-Bild wird dann per Satellit nach Bielefeld gesendet. Dort wird es encodiert und dann via CDN Akamai an Endgeräte wie Tablets, PCs und Smartphones in der ganzen Welt geschickt.“

Gesundheitliche Risken vermeiden, Prozesse aufrechterhalten

Arbeitgeber gehen jetzt auf Nummer sicher und verbieten ihren Mitarbeitern z. T. die Teilnahme an Messen und Kongressen. Schließlich haben sie einerseits eine Fürsorgepflicht gegenüber den Angestellten, und andererseits müssen sie ihr Unternehmen vor wirtschaftlichen Schäden schützen, die durch die Erkrankung von Beschäftigten entstehen können. Trotzdem sind standortübergreifende Meetings oder die Teilnahme an Kongressen oftmals absolut notwendig.

Streaming kann hier für Veranstalter der Plan B und für Unternehmen die Lösung des Problems sein. Veranstaltungen, Tagungen, Kongresse, Schulungen oder Versammlungen – sie alle lassen sich ins Internet streamen. So können in der aktuell angespannten Situation Reisen vermieden werden. Gesundheitliche Risiken werden minimiert und wichtige Abläufe, Absprachen und Prozesse werden trotz Corona aufrecht erhalten.

Die Sorge der Veranstalter um sinkende Besucherzahlen kann durch Streaming ebenfalls deutlich entspannt werden, da das Event live und im Nachgang on demand, also auf Abruf zeitunabhängig, von vielen Interessierten oder Beteiligten abgerufen und verfolgt werden kann. Dies alles funktioniert übrigens auch verschlüsselt für eine vom Veranstalter definierte, eigens dafür legitimierte Nutzergruppe, etwa wenn es sich z.B. bei den verbreiteten Inhalten um Firmeninterna handelt.

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Barbara Kawa

ist Online-Redakteurin und Social Media Managerin bei ams - Radio und MediaSolutions und beschäftigt sich mit allen Themen im und rund ums Web.