Unternehmenskultur und Mitarbeitermotivation: Was Ihr Team wirklich anspornt

Von Melanie Schwarz, veröffentlicht am 17.08.2015
mehrere Hände ziehen in eine Richtung an einem naturfarbenen Seil

Extrinsische und intrinsische Motivation

Zunächst lohnt es sich, den Blick für die verschiedenen Formen von Motivation zu schärfen.
Wie Sie bereits aus dem Studium oder aufgrund einschlägiger Seminare zum Thema Mitarbeiterführung wissen, kann Motivation sowohl aus äußerem als auch aus innerem Antrieb erfolgen.

Von äußerer oder extrinsischer Motivation ist immer dann die Rede, wenn sie sich aus einem Anreiz zur Belohnung oder aus Furcht vor negativen Konsequenzen speist.
Das kann zum Beispiel ein Bonus oder eine in Aussicht gestellte Provision sein, aber auch die nackte Angst vor dem Jobverlust. Zugespitzt formuliert folgt ein extrinsisch motivierter Angestellter stets der Maxime: „Ich tue es, weil ich es tun muss.“

Dem gegenüber steht die innere oder intrinsische Motivation.
Diese speist sich aus dem eigenen persönlichen Antrieb heraus. Entsprechend lautet das Motto: „Ich tue es, weil ich es tun will.“

Es versteht sich von selbst, dass im Unternehmensalltag immer extrinsische Motivation und intrinsische Motivation koexistieren.
Als dauerhaft erfolgversprechener gilt nach Meinung von Experten wie Reinhard Sprenger jedoch ein möglichst hoher Anteil an intrinsisch motivierten Mitarbeitern.

High Performer aus Überzeugung

Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass ein Big Player wie Microsoft einen enorm hohen Anteil an intrinsisch motivierten Mitarbeitern aufweist.

Auch Geschäftsführer und Führungskräfte kleinerer und mittelständischer Unternehmen profitieren davon, im eigenen Unternehmen die intrinsische Motivation zu fördern, um am Ende einen ähnlich hohen Prozentsatz wie der Software-Riese zu erreichen.

Microsoft genießt unter seinen Angestellten in den USA ebenso wie in der deutschen Dependance in Unterschleißheim bei München hohes Ansehen.

Ein Beleg ist unter anderem eine Fluktuationsquote von weniger als zwei Prozent. Das Unternehmen hat in einschlägigen Rankings regelmäßig einen Stammplatz unter den besten Arbeitgebern.

Wer glaubt, dies liege ausschließlich in überdurchschnittlich hohen Gehältern begründet, täuscht sich.

Einhaltung der Work-Life-Balance

Auch wenn der Wind insgesamt wohl rauer geworden ist: Generell gilt das Betriebsklima bei Microsoft als prächtig. Der respektvolle Umgang zwischen Kollegen, Kunden und Partnern ist Teil der Unternehmenskultur, Insider bestätigen einen guten Zusammenhalt im Team.

Hohen Stellenwert genießt die Aufrechterhaltung der Work-Life-Balance.

Bei Microsoft ist die Vertrauensarbeitszeit gang und gäbe, wobei die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden über dem Branchendurchschnitt zu verorten sind.

Ein Familienservice unterstützt die Belegschaft, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Insider betonen das innovative und dynamische Umfeld bei Microsoft, in dem allen Mitarbeitern spannende Aufgaben geboten werden.

Präsenz am Schreibtisch unter den Augen der Vorgesetzten ist nicht gefragt, so lange die vereinbarten Leistungen stimmen.

Die Flexibilität kommt nicht nur Mitarbeitern mit Familie zu Gute, sie erzeugt auch ein Klima des gegenseitigen Vertrauens und sorgt dafür, dass sich die Menschen während ihrer Arbeit wohlfühlen.

Als Mittelständler fällt es schwer, mit den einzelnen Leistungen eines solchen Großkonzerns Schritt zu halten. Dies wird auch niemand in letzter Konsequenz von Ihnen erwarten.

Die genannten Beispiele dienen vielmehr als Anregung.

Wird der Wohlfühlfaktor zum Teil der Unternehmenskultur, profitieren Arbeitgeber und Belegschaft gleichermaßen, wie aktuelle Studien belegen. Entscheidend ist hierbei das Wir-Gefühl innerhalb des gesamten Teams, das zu gegenseitigen Spitzenleistungen und neuer Innovationskraft anspornt.

Qualität der zwischenmenschlichen Beziehungen

Was ist aber nun genau unter einer Unternehmenskultur zu verstehen?

Der Begriff an sich ist zunächst neutral, also weder positiv noch negativ besetzt, schließlich hat jede Firma eine Unternehmenskultur. Sie ergibt sich aus einer Vielzahl an ungeschriebenen Gesetzen, die das Leben und Arbeiten im Betriebsalltag prägen.

Wer sich ein Bild von der Unternehmenskultur einer Firma machen möchte, sollte den Blick auf die üblichen Belohnungs- und Sanktionierungsmaßnahmen richten und auf die Leistungsbereitschaft der einzelnen Mitarbeiter achten.

Weitere wichtige Hinweise ergeben sich aus der Art und Weise der internen Kommunikation und aus dem Außenauftritt.

Als wichtigster Baustein fungiert jedoch das zwischenmenschliche Miteinander im täglichen Umgang.

An diesem Punkt können Unternehmen jeder Größe erfolgreich ansetzen. Schließlich braucht niemand die Schlagkraft eines Microsoft-Konzerns, um ein stimmiges Wertekonzept zu entwerfen und dieses letztendlich auch in aller Konsequenz zu leben.

Drei Pfeiler der intrinsischen Motivation

Das klingt zunächst komplizierter als es ist. Zu Beginn empfiehlt es sich, ein Unternehmensleitbild schriftlich zu fixieren und nach innen und außen zu kommunizieren.

Besinnen Sie sich dabei auf Ihre Stärken und achten Sie auf Authentizität, alles andere wirkt unglaubwürdig. Natürlich müssen auch die so genannten „harten Faktoren“, wie eine angemessene Bezahlung stimmen.

Mindestens genauso wichtig ist es aber, dass sich Ihre Mitarbeiter in einem spannenden Arbeitsumfeld wiederfinden, in dem sie sich wohlfühlen und auch entfalten können.

Das beginnt bereits beim Praktikanten, der sich wohl eher nicht mit der Rolle eines wandelnden Kaffeekochers identifizieren möchte.

Ein Klima der gegenseitigen Wertschätzung, in dem sich die Menschen respektiert, gefordert und gefördert fühlen, rundet das ideale Arbeitsumfeld ab.

Stehen diese drei Pfeiler im Einklang, bilden Sie den Nährboden für eine intrinsische Motivation Ihrer Mitarbeitern und damit dauerhaft die Grundlage für nachhaltigen Unternehmenserfolg.

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Melanie Schwarz

ist gelernte Kommunikationswirtin und arbeitete in Köln und Düsseldorf als Mediaplanerin in Mediagenturen. Es folgten leitende Funktionen im Bereich Mediaberatung u. a. in Wiesbaden bei Carat (Dentsu Aegis) als Unit Director. In OWL kamen Aufgaben als Key Account Managerin bei Bertelsmann, Anzeigenleiterin beim Delius Klasing Verlag und Verkaufs- und Projektleiterin im Medienunternehmen ams - Radio und MediaSolutions dazu.