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Tipps zur Mitarbeitersuche: Bewerbung per SMS - ein Test aus Bielefeld

Von Semia Chouchane, veröffentlicht am 7.3.2016

Handys_700x300.jpg“Ich schicke dir eine Simse” - wie lange habe ich diesen Satz schon nicht mehr gehört?

Vor gut einem Jahr feierte die SMS ihren 20. Geburtstag und rückte mit ihrem Jubiläum für einen kurzen Moment in unser Gedächtnis zurück: Auf diesen 160 Zeichen wurden Dates vereinbart, Beziehungen beendet, Geschäfte getätigt, über Geburten gejubelt, Grüße verschickt und nahezu jede private wie sachdienliche Information mobil an einen oder mehrere Adressaten versandt.

Heute hat die SMS zwar die Hoheit über die mobile Textnachricht an kostenlose Dienste wie What´s App verloren, aber bei folgendem Experiment der Firma comspace aus Bielefeld zeigt sich: Der Lack des “Short Message Service” ist noch lange nicht ab.

Für ein Stellenangebot als Java-Entwickler teste die Digitalagentur das Bewerbungsverfahren per SMS. Wie genau dies funktionierte und welche Erfahrungen comspace mit der Kampagne gemacht hat,ist heute Thema in unserer Serie "Tipps zur Mitarbeitersuche".

SMS + Plakat: Zwei Dinosaurier-Kanäle gehen zusammen

“Willkommen beim comspace Bewerbungs-Bot! Lass dir mit der Beantwortung unserer Fragen so viel Zeit wie nötig. Los geht’s! :) Wie lautet dein Name?”

Mit diesen Worten wurden Bewerber seinerzeit begrüßt, wenn sie die Handynummer für die SMS-Bewerbung anwählten und damit den Bewerbungs-Bot aktivierten. Es folgten Schritt für Schritt zehn Fragen per SMS, die genauso - wie die gesamte Kampagne selbst - eher zur Kategorie “außergewöhnlich” zählen.

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Screenshot der ersten zwei Fragen des SMS-Bewerbungsprozess, Quelle: comspace

“Die Fragen zielten darauf ab, den Bewerbern zwischen den Zeilen ein Gefühl dafür zu vermitteln, wie wir bei comspace ticken, damit sie und auch wir einschätzen können, ob wir zueinander passen”, erklärt Alex Kahl, Kommunikationsexperte, der gemeinsam mit der Personalverantwortlichen Sarah Biendarra bei comspace die Aktion initiierte.

Begleitend zur SMS-Bewerbung machten Plakate in den Bielefelder Stadtbahn-Linien auf die offene Stelle und das Bewerbungsverfahren aufmerksam.

Wieso hat sich comspace für diese Kommunikations-Kombi entschieden?

“Die SMS war das Ziel und das Plakat der Traffic Lieferant.Unsere Überzeugung war, dass eine Kombination aus zwei alten Herangehensweisen, auch eine Innovation sein kann. Wir waren einfach gespannt darauf, inwieweit diese Dino-Kanäle zusammen Neues erschaffen können”.

100% Abschlussrate bei den Bewerbungen

Für die technische Umsetzung und sichere Abwicklung der mobilen Bewerbungen holte sich comspace das Recruiting Startup mobilejob ins Boot, welches sich auf Bewerbungen per SMS spezialisiert hat.

MobileJob stellte die Handynummer zur Verfügung, die von den Bewerbern angesimst werden konnte und sorgte für den Versand und Speicherung der einzelnen Fragen. Bei nicht abgeschlossenen Interviews, fasste das Unternehmen zwei Tage später nach - natürlich per SMS - und wickelte ebenso die rechtlich vorgeschriebenen Sicherheitsmechanismen für persönliche Daten ab.

“Das Nachfassen bei den abgebrochenen Bewerbungsprozessen motivierte alle Bewerber, das Interview abzuschließen”, so Kahl. Damit erreichte comspace eine Abschlussrate von 100% bei den Bewerbungen.

Die wichtigste Frage: Was hat es gebracht?

  • 12 Bewerber waren mutig genug, die neue Bewerbungsform auszuprobieren, 3 weitere Bewerbungen gingen per Mail ein
  • Die Qualität der Bewerber sei laut comspace “richtig gut”  gewesen
  • Die achtwöchige Plakat-Kampagne in den Stadtbahnen mit 60 Plakaten erhöhte zudem die regionale Bekanntheit des Unternehmens (nach dem Aktionszeitraum hingen die Plakate mehrere Wochen in den Unihallen der Universität Bielefeld und sorgten weiter für Aufmerksamkeit)
  • Die Aktion generierte 169 Besucher auf die Landingpage

“Unterm Strich haben wir mit dem minimalem Invest von 1.400€ + Arbeitsstunden für uns das Maximale rausgeholt”, fasst Alex Kahl zusammen.

Durch die Plakataktion in der Uni sei eine Studentin auf comspace aufmerksam geworden und habe sich initiativ und letztlich erfolgreich als Mitarbeiterin im Personalbereich beworben, so Biendarra.


Fun Fact:  

Die erste SMS überhaupt enthielt nur 14 Zeichen, obwohl bereits 160 möglich waren. Mit den Worten  "Merry Christmas", schickte sie  der britische Software-Entwickler Neil Papworth am 3. Dezember 1992, auf das Orbitel-901-Telefon des Vodafone-Managers Richard Jarvis, der gerade auf der Firmen-Weihnachtsfeier weilte.

Themen: Werbung, Recruiting

Semia Chouchane

Von Semia Chouchane,

ist Pressereferentin in einem Bielefelder Medienunternehmen und kümmert sich um den Content für die Print- und Online-Kanäle des Unternehmens mit dem Schwerpunkt auf Marketing- und Vermarktungs-Themen.

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