Suchmaschinenoptimierung für die Sprachsuche

Von Amélie Förster, veröffentlicht am 23.03.2021
Junge Frau spricht in ihr Smartphone

Laut der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers, kurz pwc, sind es aber nicht unbedingt die jüngeren User, sondern die Middle-Ager (25-49 Jahre), bei denen die Sprachsuche häufig zum Einsatz kommt. Sollten Sie also Ihre Website für die Sprachsuche optimieren?

Auch mir schwirrte ehrlich gesagt etwas der Kopf, als ich mir bewusst machte, dass man auf so ziemlich jedem tragbaren Gerät die Möglichkeit hat per Sprachsuche zu suchen. Tablet, Smartphone, Alexa, Laptop, Siri, Smartwatch, Desktop-PC… Irre, an wie vielen Geräten man heute die Möglichkeit hat, verbal mit der Technik zu kommunizieren. Mein Gedanke war zunächst: Super für Menschen mit einer Sehbehinderung! Aber jetzt denke ich regelmäßig: Wie praktisch, dass man im Auto an der Ampel mit „Ok, Google“ schnell mal eine Frage stellen kann. Zum Beispiel, wenn man spät unterwegs nach Hause ist und noch einen Supermarkt sucht oder in einer fremden Stadt wissen will, wo die nächste Bankfiliale ist. Und wer ein smartes Navi hat, der kann auch dort Suchanfragen platzieren.

Welche Produkte werden per Smartspeaker bestellt?

Die Umfrage der pwc unter Usern, die die Sprachsuche bereits nutzen und Menschen, die sie noch nicht nutzten, gab unter anderem Aufschluss über ihr Nutzungs- und Kaufverhalten. Besonders beliebt war demnach die Bestellung von Take-Away-Essen und die Reservierung von Sitzplätzen in Restaurants und Bars. Die Bereitschaft Kleidung über eine Spracheingabe zu bestellen, war hingegen verhältnismäßig gering. Bei Büchern war die Bereitschaft deutlich höher.

Besonders beliebt: Musik und Verkehrsnachrichten per Sprachabfrage

Aktuell werden für solche Bestellungen aber am ehesten Smartspeaker wie Alexa eingesetzt. Laut einer Untersuchung von Bitkom nutzt bereits jeder fünfte Smartphone-Nutzer für Bestellungen seinen Smartspeaker. Besonders beliebt ist das Abspielen von Musik auf Zuruf (79%), aber auch Verkehrsnachrichten (38%) sind gefragt. Rund ein Drittel der User startet per Sprachzuruf Internetsuchen unterschiedlicher Art, ob Wetter, Nachrichten oder Sportergebnisse. Bereits an diesen paar Beispielen lässt sich erkennen: Die Anfragen, die User an ihre smarten Geräte stellen sind sehr unterschiedlich. Tendenz steigend.

Auseinandersetzung mit dem eigenen Produkt

Aber: Nicht alle Bereiche sind gleichermaßen gefragt, demnach ist es auch nicht für jeden Bereich sinnvoll, eine Suchmaschinenoptimierung durchzuführen. Sie sollten sich also zunächst mit ihrem Produkt auseinandersetzen. Wie bewegt sich Ihre Zielgruppe im Netz? Ist bei Ihrem Produkt die Optik wichtig? Wenn Sie zu dem Schluss kommen, dass die Sprachassistenten und Sprachanfragen zu Ihrem Produkt passen, dann ist es sinnvoll, die Snippets auf Ihrer Website so zu optimieren, damit sich der Inhalt gut lesen lässt.

Unter Snippet, deutsch: Schipsel, versteht man die gekürzte Ansicht, die in den Google-Suchergebnissen angezeigt wird. Diese setzt sich zusammen aus dem Title, der Description und der URL, der jeweiligen Ergebnisseite und diese sollten möglichst präzise sein. Manchmal zieht Google sich das Snippet auch aus Informationen auf der Website. Damit diese möglichst genau sind und zum Inhalt der Seite passen, sollten Sie die Seite möglichst strukturiert aufbauen. Das können Sie zum Beispiel durch Aufzählungen und prägnante Überschriften erreichen. Auch sollten die folgenden Texte gut zu lesen sein. Das ist nicht nur für die Suchmaschinenoptimierung in Sachen Sprachsuche sinnvoll, sondern für jede Webseite. In unserem Beitrag „Seo-Tipps für Anfänger, das wichtigste in kurz und knapp“ haben wir weitere Tipps für SEO Ihrer Websites bereit gestellt.

Das Thema Page-Speed, das auch für die Sprachsuche wichtig ist, spielt auch in diesem Beitrag eine Rolle und wird genauer erklärt. Auch sollten die W-Fragen (was, wo, wie warum und wer, ggf. auch wann?) leicht gefunden und möglichst kurz und knapp beantwortet werden. Möglicherweise auch in einem eigenen FAQ-Bereich auf der Website.

Woher weiß der Smartspeaker, welcher Teil der Website relevant ist?

Um die Bereiche Ihrer Website zu definieren, die vorgelesen werden sollen, können Sie das schema.org-Markup nutzen. Mit dem Markup können sie bestimmte Teile ihrer Website als „speakable“ markieren. Diese Abschnitte sind dann für den Google Assistant und andere Smartspeaker lesbar. Eine genaue Erklärung wie das funktioniert, gibt Google Ihnen hier. Aktuell befindet sich die Funktion allerdings noch im BETA-Test.

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Amélie Förster

hat bei verschiedenen Online-Medien gearbeitet und ist ausgebildete Online-Redakteurin. Seit Juli 2018 ist sie bei ams – Radio und MediaSolutions als Online-Redakteurin tätig und betreut das Projekt „Marketing in Westfalen“. Sie ist seit 1998 online, interessiert sich für Social Media, Blogs, Streaming und digitale Technologien aller Art.