Stressfrei durch den Arbeitstag – Wir haben Tipps

Von Katharina Schohl, veröffentlicht am 29.03.2022
Frau stützt Kopf in die Hände

Stressfrei durch den Tag – das fängt schon mit dem Aufstehen an

Wer morgens mit dem falschen Fuß aufsteht, trägt diese unausgeglichene Laune vermutlich durch den ganzen Tag und damit ist dieser schon gelaufen, bevor er richtig angefangen hat. Deshalb ist es wichtig, schon am Morgen eine stressfreie Atmosphäre zu schaffen. Dazu gehört nicht, aus dem Bett zu hetzen, unter die Dusche zu flitzen und überstürzt das Haus zu verlassen. Entwickeln Sie stattdessen Ihre persönliche Morgenroutine, die Ihnen hilft, den Tag gelassen und relaxt zu beginnen - sei es mit einer heißen Tasse Kaffee oder einer entspannenden Yogaeinheit. Sie werden merken: Wer gut in den Tag kommt, geht mit vielen Situationen wesentlich gelassener um. Ein No-Go: Schon am Morgen auf dem Handy die Arbeits-E-Mails checken – das setzt Sie unnötig unter Druck und genau das wollen wir vermeiden.
Doch ein guter Start in den Tag beginnt nicht erst am Morgen, sondern bereits am Abend. Sorgen Sie für ein entspanntes Umfeld und ausreichend Schlaf. Wer nicht ausgeruht ist, ist anfälliger für Stress. Kurz gesagt: Hören und vertrauen Sie auf Ihre innere Uhr!

Nein sagen! 

Stress kann gut und motivierend wirken und den eigenen Horizont erweitern – zumindest solange er nicht überhandnimmt und als negativ empfunden wird. Das passiert häufig, wenn zu viele Dinge auf dem Schreibtisch liegen. Deshalb haben Sie den Mut „Nein“ zu sagen! Wenn Ihre Kollegen Ihnen eine Aufgabe übertragen wollen, Sie selbst aber schon genügend zu tun haben, dann sagen Sie das auch so. Freundlich, aber bestimmt. Es ist niemandem damit geholfen, wenn Sie sich zu viel zumuten und am Ende alles nur halbherzig erledigen können. Das schafft Unzufriedenheit und trägt zum weiteren Stressaufbau bei.

Strukturen schaffen

Sie wissen gar nicht, was sie zuerst und zuletzt machen sollen und Fragen sich ständig, warum der Tag eigentlich nur 24 Stunden hat? Ein klassisches Zeichen dafür, dass Sie Ihre Strukturen überdenken sollten. Wer ständig mit vielen Aufgaben betraut wird, kann schon mal den Blick fürs Wesentliche verlieren. Und das artet nicht selten in Stress aus. Bevor Sie also aktiv anfangen zu arbeiten, nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und planen Sie Ihren Tag. Können Aufgaben möglicherweise auf morgen geschoben werden? Welche Aufgabe hat Priorität und muss zuerst erledigt werden? Welche kann dagegen bis zum Nachmittag warten? Machen Sie sich eine Liste, wie Sie Ihre Aufgaben über den Tag verteilt angehen wollen. Und: Bleiben Sie flexibel! Sollte spontan eine neue Aufgabe hinzukommen, stellen Sie Ihren Plan einfach um. Behalten Sie dabei stets im Hinterkopf: Sie können sich nicht zweiteilen und geben sicher Ihr Bestes!

Regelmäßige Pausen & ausgewogene Mahlzeiten

Gönnen Sie sich pro Arbeitstag mindestens 30 Minuten Ruhe! Das hilft, neue Energie zu schöpfen und Stress vorzubeugen. Das A und O dabei: Verlassen Sie wenn möglich Ihre Arbeitsstätte! Wenn Sie ständig neue E-Mails hereinflattern sehen, werden Sie wohl kaum richtig abschalten können. Die Gedanken einmal zu resetten, gibt Kraft und neue Motivation. Nutzen Sie Ihre Pause etwa für einen kleinen Spaziergang, drehen Sie eine Runde mit dem Fahrrad, hören Sie Ihre Lieblings-Playlist, machen Sie eine Sporteinheit oder lassen Sie Ihre Gedanken einfach einmal schweifen. Es gibt viele Möglichkeiten, Ihre Pause abwechslungsreich und stressfrei zu gestalten. Hier gilt die Devise: Werden Sie kreativ!
Hinzu kommen regelmäßige und ausgewogene Mahlzeiten. Führen Sie Ihrem Körper die Energie zu, die Ihr Kopf benötigt, um zu funktionieren. Es gibt viele Möglichkeiten, Ihre Pause abwechslungsreich und stressfrei zu gestalten. Hier gilt die Devise: Werden Sie kreativ!

Kleine Glücksmomente

Sie wissen bereits am Morgen, dass Sie einen besonders stressigen Tag vor sich haben? Das kann vorkommen, ist aber kein Grund, den Fokus zu verlieren. Überlegen Sie sich, worauf Sie sich am Abend besonders freuen. Das kann ein Treffen mit Freunden sein, ein guter Film, eine Shoppingtour oder das nächste Kapitel des Lieblingsbuches. Schaffen Sie sich kleine Glückmomente, auf die Sie sich nach Feierabend freuen. Das hilft, während eines stressigen Tages einen kühlen Kopf zu bewahren.

Urlaub ist Urlaub und Feierabend ist Feierabend

Während des Urlaubs und des Feierabends gilt dasselbe wie, während der Pausen: Schalten Sie das Arbeitshandy aus und checken Sie nicht Ihre E-Mails - Sie haben es sich verdient, einmal komplett abzuschalten! Jeder von uns braucht Zeiten der Ruhe und der Regeneration und die sollten Sie sich gönnen. Denken Sie dabei daran: Sie sind kein Ein-Mann-Team und nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Viele Dinge können sicher bis zum nächsten Tag warten bzw. mindestens ebenso gut von Ihren Kollegen erledigt werden. Deshalb sorgen Sie dafür, dass Ihre Kollegen vor Urlaubsantritt über Ihre laufenden Projekte gut informiert sind und verschriftlichen Sie alle wesentlichen Infos. So fällt es Ihren Kollegen leichter, Ihre Aufgaben zu übernehmen und Sie starten mit einem sehr viel besseren Gefühl in die wohlverdiente Freizeit.

Warum ist ein stressfreies Arbeitsumfeld wichtig?

Wer ständig unter Stress steht, läuft Gefahr, Körper und Geist nachhaltig zu schädigen. Psychosomatische oder psychische Störungen, innere Anspannung, Unruhe, Nervosität, in der Regel begleitet durch Misserfolgserwartungen können Folgen anhaltenden Stresses sein. Hinzu können Niedergeschlagenheit, der Verlust der Lebensfreude, ein Leistungsabfall, Rückzugstendenzen oder auch eine insgesamt pessimistische Sichtweise kommen. Zustände wie diese engen die Wahrnehmung, das Denk- und Reaktionsvermögen ein, führen zu Konzentrations- und Gedächtnisproblemen und verändern somit auch das Arbeitsverhalten. (Riechert, 2015). Warnsignale sind z.B. Kopfschmerzen, Rückenbeschwerden, Schlafstörungen, hartnäckige Infekte, Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Magen-Darm-Beschwerden (Unger und Kleinschmidt, 2006).

Für Arbeitgeber bedeutet das: Schauen Sie sich Ihre Mitarbeiter und deren individuelle Fähigkeiten genau an und passen Sie die Aufgabenverteilung dementsprechend an. Motivieren Sie Ihre Mitarbeiter, loben und wertschätzen Sie sie, seien Sie transparent und vor allem: Haben Sie ein offenes Ohr!


Literatur

Riechert, I. (2015). Psychische Störungen bei Mitarbeitern. (2. Auflage). Berlin, Heidel-berg: Springer Verlag
Unger, H. P., Kleinschmidt, C. (2006). Bevor der Job krank macht. München: Kösel-Verlag.


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Katharina Schohl

hat viele Jahre bei Radio Herford gearbeitet und ist ausgebildete Redakteurin. Seit Mai 2021 ist sie bei ams - Radio und MediaSolutions als Online-Redakteurin tätig und betreut das Projekt „Marketing in Westfalen“. Sie beschäftigt sich mit vielen Themen im und rund ums Web.