Starke Bindung zwischen Hörer und Lokalradio in der Krise

Von Julia Ures, veröffentlicht am 26.05.2020
Frau hört Radio übers Handy

So verzeichneten die sieben durch ams – Radio und MediaSolutions betreuten Sender (Radio Bielefeld, Radio Gütersloh, Radio Herford, Radio Hochstift, Radio Lippe, Radio WAF und Radio Westfalica) seit März einen so hohen Zuspruch wie niemals zuvor in ihrer fast 30jährigen Geschichte. Und es ist außerdem weiter zu beobachten: Besonders hohen Stellenwert haben in Pandemiezeiten natürlich die Lokalnachrichten.

Hohes Vertrauen in zuverlässige Informationen des Lokalradios

„Die Hörer zeigen und spiegeln uns sehr deutlich, dass sie – insbesondere in schwierigen Zeiten wie der Corona-Pandemie – schnelle, zuverlässige Information von vor Ort wünschen und hier besonders ihrem Lokalradio vertrauen“, beschreibt der Geschäftsführer der Betriebsgesellschaften der Lokalradios in Ostwestfalen-Lippe und dem Kreis Warendorf, Uwe Wollgramm. Sowohl, was die hohen Einschaltquoten ins Radioprogramm angeht als auch anhand der im März extrem angestiegenen Reichweite der Webseiten zeigt sich, wie wichtig Lokalradio für die Hörer war und ist. Allein Online-Radio verzeichnet seit Beginn der Corona-Pandemie 22 % mehr Hörer, das zeigt eine Radioanalyzer-Auswertung der Radionutzung via Web von 20 landesweiten Radiosendern auf.

Außerdem zeigen Studien, dass sich die Mediennutzung insgesamt stark verändert bzw. verlagert hat: Sie stieg laut einer Mobilen Online-Befragung stark an (Quelle: „Die Corona-Pandemie und ihr Einfluss auf den Alltag“ mit den „I loveMyMedia“-und „Love2Say“-Forschungs-Apps der Ad Alliance sowie mit dem G+J medientrend Panel unter 1.108 Erwachsenen ab 16 Jahren). So gaben 50 % an, dass sie Medien stärker nutzen als bisher. 24 Prozent, somit fast jeder Vierte, nutzen das Radio demnach häufiger als vorher, knapp jeder Sechste (13%) greift verstärkt zu Podcasts.

Die wichtigsten Gründe für die verstärkte Radionutzung sind gemäß der o.g. Studie: „... Gewohnheiten beizubehalten und ein Stück Normalität zu behalten“ (39%), „…unterhalten zu werden“ (43%) und „Radio wird benutzt, um … die aktuellsten Informationen zum Corona-Virus und den Auswirkungen zu erhalten“ (44%).

So viele Anfragen und Rückmeldungen wie niemals zuvor

Auch vor Ort in den Lokalredaktionen von Radio Hochstift, Radio Lippe, Radio Herford, Radio WAF, Radio Gütersloh, Radio Westfalica und Radio Bielefeld ist die riesige Resonanz jeden Tag zu spüren. Die MitarbeiterInnen erhielten seit März so viele Anfragen und Rückmeldungen wie niemals zuvor, sei es per Mail, Telefon, Messenger oder in Social Media. Auf der Suche „nach Information, nach Begleitung durch die Krise und eben auch nach Austausch“, so Wollgramm, gingen die Hörer häufig den Weg ins Netz. So verwundert es nicht, dass die sieben OWLplus-Lokalradios noch nie zuvor so hohe Zugriffe auf ihre Online-Angebote zählten.

Die Zahl der Visits auf den Webseiten stieg im März 2020 im Vergleich zum Vormonat auf fast das Vierfache. Und insgesamt konnten mehr als 12 Millionen Visits gezählt werden. Vergleicht man die sieben OWLplus-Lokalradios mit anderen starken Marken im Land, so fällt auf, dass sie laut IVW (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern) bei der Addition der Visits im Web und den jeweiligen Sender-Apps sogar auf einen höheren Wert als Antenne Bayern kommen.

Im Frühjahr 2019, also vor rund einem Jahr, waren es noch gut 1,9 Millionen und damit rund ein Sechstel der Nachfrage im März 2020. Auch im April 2020 konnte weiterhin eine signifikant größere Nachfrage nach den Online-Angeboten verzeichnet werden als vor Corona. Besonders beliebt? Klar, die Lokalnachrichten.

Radio schafft Hilfe von den Großen für die Kleinen

Sehr positives Feedback und großen Zuspruch erfahren auch Hilfsaktionen für die heimische Wirtschaft und den Einzelhandel wie beispielsweise „Radio Bielefeld hilft“ und „Radio Gütersloh hilft“, bei denen (meist größere) Unternehmen anderen (häufig kleineren) Betrieben ermöglichen, ihr Angebot in der Corona-Krise übers Radio publik zu machen. Auch Beiträge über spontan gegründete Solidaritätsprojekte und unkomplizierte Nachbarschaftshilfe kommen sehr gut an und werden stark abgerufen.

Am 30. April 2020 veröffentlichte das Magazin w+v einen Artikel zur Aufgabe von Radio in Pandemie-Zeiten: „In Zeiten der Unsicherheit wenden sich viele Menschen Medien zu, denen sie vertrauen. Dazu zählt das Radio genauso wie traditionelle Zeitungsangebote. Besonders das Bedürfnis nach verlässlichen Informationen spielt hier eine wichtige Rolle. Medien, die seit jeher für ihre Nutzer Nachrichten, Wetter, Verkehr, aber auch Entertainment-Inhalte kuratieren und komplexe Sachverhalte auf deren Essenz reduzieren, werden verstärkt in Anspruch genommen.“ Zitiert wird hier weiter die aktuelle Umfrage der RMS, nach der rund 55 Prozent der Befragten am Vormittag bei einer Verweildauer von durchschnittlich vier Stunden am Tag Radio hören.

"Jetzt zeigt sich, wo die Stärken von Lokalradio liegen"

Uwe Wollgramm fasst zusammen: „Wichtig ist neben der reinen Information durch Lokalnachrichten auch, so erleben wir, die Begleitung der Hörer mit positiven Geschichten, Persönlichem durch die Moderatoren und nicht zuletzt mit guter Musik, die durch schwierige Zeiten trägt“. Für Werbekunden, die in solchen besonderen Zeiten auf Radiowerbung setzten, bedeute die riesige Nachfrage nach Lokalradio eine so große Reichweite wie es sie noch nie gab. Häufig wurden die Spots flexibel an die aktuelle Situation angepasst oder eigens neu produziert. Eine der größten Stärken von Radiowerbung: Schnelligkeit, Flexibilität und die Nähe zum Hörer.

Wollgramm resümiert: „Die Corona-Krise ist für alle eine schwierige Zeit. Gerade jetzt zeigt sich, was Lokalradio leisten kann und wo seine Stärken liegen. Ich bin stolz auf unsere Redaktionen, die in den vergangenen Wochen hervorragende Leistungen vollbracht haben, nicht zuletzt in der recht schnellen Umstellung auf das zeitweise Senden aus dem Homeoffice. Das zeigt unseren guten Zusammenhalt und das gelebte Miteinander, untereinander und mit unseren Hörern.“

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Julia Ures

ist zuständig für die Betreuung der Print- und Online-Kanäle von ams - Radio und MediaSolutions. Sie kümmert sich um die Pressearbeit für die Lokalradios in Ostwestfalen-Lippe und im Kreis Warendorf, ist ausgebildete Hörfunkredakteurin und Moderatorin.