Social Media für Unternehmen – Fünf Goldene Kommunikationsregeln

Von Henrike Dibbern, veröffentlicht am 13.09.2016
drei gestapelte Holzblöcke mit Daumen nach oben

Social Media für Unternehmen gehören für manch einen Marketing-Beauftragten vielleicht noch nicht zum Alltag, und so wird man auf der Suche nach der richtigen Vorgehensweise wohl Google bemühen. Und tatsächlich: Zahlreiche Seiten versprechen, dass man mit zehn (oder auch mehr) festen Regeln die Kommunikationsarbeit mit Facebook & Co. in den Griff bekommt.

Aber sind nicht auch schon zehn Regeln zu viel? Geschweige denn 20, 30 oder gar 50? Schließlich sollen soziale Medien bei der Unternehmenskommunikation trotz allem Nutzen auch Spaß machen! Sich vor jedem Post durch ein Regelwerk zu arbeiten und die Posts darauf abzustimmen, nimmt dem Ganzen die Glaubwürdigkeit – und endet im schlimmsten Fall in verkrampften Beiträgen, die versuchen, irgendwie den Spagat zwischen zielgruppenangepasster Ansprache und Corporate Identity hinzubekommen.

Damit Social Media für Unternehmen einfach bleibt, Spaß macht und Ihre Zielgruppe wirksam anspricht, genügen bereits fünf Regeln, die Ihnen sicher bereits ab dem dritten oder vierten Beitrag in Fleisch und Blut übergegangen sind. Und wenn Sie sich dann in den Sozialen Medien eingelebt haben, können Sie weiter in die Tiefe gehen – sollten dies aber abhängig von der jeweiligen Plattform tun. Denn in den Sozialen Medien gilt wie im echten Leben: An unterschiedlichen Orten treffen sich unterschiedliche Menschen, und sie kommunizieren auch unterschiedlich. Deshalb gibt es z.B. auf Facebook ein paar Eigenheiten zu beachten. Dazu aber später – starten wir direkt mit Social Media-Kommunikation, die leicht und beschwingt von der Hand geht!

An einer Hand abzuzählen: Worauf es wirklich ankommt

Unterhalten Sie (sich)!

Der Name sagt es: Bei sozialen Medien geht es um soziale Belange – Austausch, Unterhaltung, Kontakte. Vermeiden Sie es also, Ihre Kontakte mit rein Geschäftlichem zu langweilen! Zeigen Sie die menschliche Seite Ihres Unternehmens und Ihrer Mitarbeiter und erzählen Sie Geschichten, wie sie sich nicht im Quartalsbericht finden. Vor allem: Treten Sie in Dialog, geben Sie (schnell) Antwort auf Fragen und holen Sie sich Feedback.

Zeigen Sie Präsenz!

Seine Kontakte alle paar Stunden mit einem neuen Post zu beglücken, kann genauso falsch sein, wie sich übertrieben rar zu machen. Es gibt mittlerweile sogar Untersuchungen, wann die richtige Uhrzeit z.B. für einen Facebook-Post ist – aber zu Beginn reicht es, wenn Sie alle ein, zwei Tage mit einem neuen Post auf sich aufmerksam machen. Vermeiden Sie aber Beiträge, die nur um ihrer selbst willen gepostet werden. Sie sollten schon etwas Interessantes für Ihre Zielgruppe parat haben. Das darf auch ab und zu (!) ein konkretes Verkaufsangebot sein.

Konzentrieren Sie sich auf Bild-Botschaften!

Soziale Medien könnten auch Visuelle Medien heißen: Vor allem Bilder und Videos genießen Aufmerksamkeit und kassieren Likes. Nutzen Sie also starke Bilder, interessante Einblicke und überraschende (dabei kurze!) Videos, damit Ihre Follower zunächst hängen bleiben und sich dann mit der folgenden Botschaft auseinandersetzen.

Noch dazu werden Beiträge mit Bildern bei Facebook von dem Algorithmus, der die Beiträge in die Timelines ausspielt, bevorzugt. Beiträge mit Fotos, Infografiken oder Ähnlichem erzielen also allein dadurch schon eine größere Reichweite.

Seien Sie authentisch!

Social Media für Unternehmen bedeutet: Sie kommen Ihrer Zielgruppe so unmittelbar nah wie sonst wohl in keinem anderen Kommunikationskanal. Wie immer im Zwischenmenschlichen gilt aber auch: Nähe führt zu Verletzlichkeit. Wer schon einmal einem Shitstorm ausgesetzt war, weiß, was das bedeuten kann. Darum gilt: Seien Sie authentisch. Nehmen Sie Kritik ernst. Entschuldigen Sie sich, wenn Sie einen Fehler gemacht haben. Wenn Sie in den Sozialen Medien aktiv sind, gilt: Schreiben Sie Ihre Beiträge nicht so, wie Sie denken, dass es eine Wunsch-Zielgruppe erwartet. Sondern leben Sie eine Unternehmenskultur, die Ihre Wunsch-Zielgruppe erwartet. Dann kommt die passende Schreibe von selbst. Und die Kunden auch.

Bleiben Sie locker!

Erwarten Sie nicht zu viel auf einmal: Social Media ist nicht dafür gemacht, in kurzer Zeit die Verkaufszahlen zu pushen. Vielmehr geht es um Nachhaltigkeit: Sie bauen sich eine treue und verlässliche Fangemeinde auf, die eine hohe Affinität zu Ihrer Marke oder Ihrem Unternehmen aufweist. Wenn Sie also zu Beginn nur wenige Likes einsammeln, geben Sie nicht gleich auf, sondern halten Sie Ihre Social Media-Kanäle mit interessanten Inhalten attraktiv. Haben sich die Fans eingefunden, belohnen Sie deren Interesse mit exklusiven(!) Vorteilen wie Gewinnspielen oder Rabatten. Natürlich können Sie mit Hashtags, Keywords und Buzzwords versuchen, schneller Aufmerksamkeit zu erlangen – das kann aber auch schnell zu bemüht rüberkommen. Vertrauen Sie ganz auf die Kraft Ihrer Marke, das Image Ihres Unternehmens und den Wert Ihrer Inhalte!

Wir wünschen viel Erfolg und Freude beim direkten Kundenkontakt über soziale Medien!

Avatar of Henrike Dibbern

Henrike Dibbern

studierte Soziologie, Politik- und Verwaltungswissenschaft. Seit 2014 arbeitet sie als Redakteurin in einer Marketingagentur.