Social Media Conference in Hamburg - ein Rückblick

Von Barbara Kawa, veröffentlicht am 07.11.2017
Referent bei der Social Media Conference 2017 in Hamburg

Die Social Media Conference findet jährlich in Hamburg statt und mit knapp 30 Speakern aus den verschiedensten Bereichen gibt es ein umfangreiches Programm. Wie der Name schon sagt, dreht sich alles irgendwie um Social Media: Welche Kampagnen wurden entwickelt und liefen erfolgreich, welche Schwerpunkte setzen Unternehmen in welchen Kanälen, wie lassen sich Kennzahlen festlegen und messen, usw.

Silos aufbrechen und alle mitnehmen

Gleichzeitig bewegen sich viele Themen und Vorträge aber auch in den Bereich der Strukturen von Unternehmen: Thematisiert wird die Abgrenzung von Abteilungen und die Integration von Social Media als Standard in Abläufe und Prozesse, aber auch ins Bewusstsein von Kollegen und Vorgesetzten. Wer seit Jahren und täglich im Social Media Bereich arbeitet, denkt sich: Hat das denn nicht in den letzten Jahren längst stattgefunden? Und gleichzeitig wissen alle Anwesenden (meist aus dem eigenen Umfeld) die Antwort ist: Nein, hat es nicht. Verschiedene Speaker stellen ihre Fälle vor. Sie referieren darüber, wie sie in Organisationen oder Firmen jetzt das einfangen sollen, was sich in den letzten Jahren ohne einen festen Ansprechpartner für Social Media verselbstständigt hat. Ein mühsamer Weg, aber notwendig und wichtig für den einheitlichen Markenauftritt.

An erster Stelle steht hier, alle und alles unter einen Hut zu bringen. Gleichzeitig heißt es aber auch – und hier liegt noch viel Potenzial – die Mitarbeiter als Botschafter zu installieren und mitzunehmen. Dazu gehört ein abteilungsübergreifendes Denken und Agieren. Buzzword der zwei Tage in Hamburg: Silos. Im übertragenen Sinne Einheiten und Abteilungen. Diese Silos gilt es aufzubrechen, darüber sind sich alle Experten in Fragerunden und Panels einig. Vorträge gibt es nicht nur aus dem Bereich Marketing und Kommunikation, sondern auch aus dem Employer Branding.

Content ist eben doch King

Ebenfalls wieder in den Vordergrund rückt das Bewusstsein für den Content selbst. Wenn Social Media als Haupt-Distributionskanal gilt, dann ist die Qualität des Inhalts umso entscheidender, um die Marke mit ihrer Botschaft zu platzieren. Clever ist, wer guten Content auf die unterschiedlichen Plattformen genau zuschneidet und ihn teilbar macht. Im Fokus muss dabei der User stehen, für den sofort eine persönliche Relevanz zu erkennen sein muss.

Das gilt auch für Werbung, die sich im Umfeld dieses Contents einfügen muss und nicht länger als Störfaktor gelten darf. Die Nutzerakzeptanz muss in Zeiten von adblockern und niedriger Aufmerksamkeit im Mittelpunkt sein. Auch Werbung sollte einen Mehrwert bieten, aus „advertising“ wird somit „goodvertising“.

Wenn über Social Media und Content gesprochen wird, dann wird natürlich auch über Influencer geredet. Oder auch gerätselt, gelästert und gestaunt. Immer noch oder eher schon wieder steht die Frage im Raum „Sind Influencer ein überschätzter Marketingkanal oder doch ein nicht mehr auszuklammender Weg, Zielgruppen zu erreichen?“
Ganz aktuell wird außerdem gefragt, wie Influencer und Unternehmen denn jetzt eigentlich ihre Zusammenarbeit kennzeichnen müssen, damit sie nicht abgemahnt werden. Ein Vortrag widmet sich diesem Thema. Wie so häufig in rechtlichen Fragen bleibt hierbei hängen: Es kommt drauf an.

So tickt die Generation Z

Einer, der Influencer-Marketing anders betrachtet,  ist der 15jährige Agenturgründer Charles Bahr. Für ihn steht Glaubwürdigkeit und Inhalt an erster Stelle vor Masse und Followerzahlen. Er gibt in seinem Vortrag  Einblicke in die Generation Z: Wie tickt sie, wie konsumiert sie, wie ist sie zu erreichen? In die nur wenige Sekunden dauernde Aufmerksamkeitsspanne von Jugendlichen hereinzukommen, ist das Problem von Werbenden. Daher berät der Jungunternehmer mit seiner Agentur Marketer bei genau dieser Herausforderung.

Für viele wohl eine ernüchternde Erkenntnis in seinem Vortrag: Facebook spielt in der Zielgruppe der bis zu 20jährigen so gut wie keine Rolle. Während 13-16jährige Idole haben, diesen auf Instagram und Snapchat folgen und sich von ihnen beeinflussen lassen, wählen 17-20jährige nicht mehr nach Plattform, sondern nach Inhalt aus. Die Kunst ist es zu wissen, wo die Interessen dieser ganz jungen Zielgruppe liegen und welche Trends wirklich noch welche sind. Eine Herausforderung, vor der sich wohl alle Anwesenden sehen und mit der sie nach zwei spannenden Tagen zurück an die Arbeit gehen.

Foto: Björn Buddenbohm

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Barbara Kawa

ist Online-Redakteurin und Social Media Managerin bei ams - Radio und MediaSolutions und beschäftigt sich mit allen Themen im und rund ums Web.