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Ein Interview führen und vorbereiten

Von Martina Tekin, veröffentlicht am 12.4.2016

interview_vorbereitenSie wollen mit einem spannenden Interview Ihre Mitarbeiterzeitung aufpeppen? Oder mit einem informativen Fragegespräch neuen Schwung in Ihren Unternehmensblog bringen?

Dann ist eine fundierte Basis das A und O. Folgende Tipps helfen Ihnen dabei, ein Interview optimal vorzubereiten, um Ihre Aufgabe mit Bravour zu meistern.

Interviews sind in der heutigen Medienlandschaft allgegenwärtig. Schauspieler sprechen in Lifestyle-Magazinen über den kommenden Blockbuster und natürlich auch übers Privatleben, Experten jeder Couleur geben in Fachzeitschriften Neuigkeiten zum aktuellen Forschungsstand Preis.

Und fast immer gelingt es dem aufmerksamen Leser neue Details zu entdecken, die in dieser Form bislang noch völlig unbekannt waren.

Auch für Mitarbeiterzeitungen und/oder Firmenblogs erweisen sich gute Interviews als probates Mittel, um Leben ins Blatt zu bringen oder Nutzer auf der Website zu fesseln.

Damit dieses Vorhaben gelingt, bedarf es jedoch einer perfekten Vorbereitung. Keine Bange, wer den Dreh erst einmal raus hat, merkt schnell, dass ein Fragegespräch auch für den Interviewer selbst jede Menge Spaß mit sich bringen kann.

Persönliche Ziele definieren

Überlegen Sie sich zunächst, welches Thema Sie im Rahmen eines Interviews bearbeiten und welche Leserschaft Sie als Zielgruppe in den Fokus nehmen möchten.

Begeben Sie sich dann auf die Suche nach einem geeigneten Gesprächspartner für Ihr Interview. Führen Sie sich selbst vor Augen, was Sie am Ende erreichen möchten.

Wollen Sie vielleicht Ihren Mitarbeitern den neuen Vorstand näherbringen? Oder Ihren Kunden durch ein Interview mit dem Produktionsleiter interne Einblicke gewähren und so ein Klima der Transparenz schaffen?

Legen Sie anschließend fest, ob Sie das Interview persönlich, telefonisch oder vielleicht sogar schriftlich, zum Beispiel via E-Mail-Verkehr, führen werden bzw. ob Sie gegebenenfalls planen, ein Gespräch in Ton oder Bild aufzuzeichnen.

Das Interview anbahnen

Sind die Ziele festgesteckt, geht es darum, Ihren Wunschpartner für das Interview zu gewinnen.

Fallen Sie dabei nicht sofort mit der Tür ins Haus, indem Sie beim Erstkontakt gleich mit der ersten Interviewfrage loslegen. Stellen Sie sich lieber zunächst höflich bei Ihrem Gegenüber vor und erläutern Ihr Anliegen.

Erzählen Sie, warum Sie gerade die angesprochene Person als Interviewpartner bzw. -partnerin haben möchten und in welchem Kontext das Resultat erscheinen soll. Legen Sie dabei auch die Vorteile dar, die beide Seiten von einem Interview zu erwarten haben. Schließlich geben Sie dem Interviewten eine tolle Möglichkeit, sich selbst und den persönlichen Standpunkt öffentlichkeitswirksam zu präsentieren.

Klären Sie ab, in welcher Form Sie publizieren werden und holen Sie sich die je nach Bedarf eine Zustimmung zur Veröffentlichung von Text, Fotos, Film- oder Tonmaterial ein.

Im nächsten Schritt gilt es, einen verbindlichen Termin zu vereinbaren und die gegenseitigen Absprachen mündlich oder besser schriftlich zu bestätigen. Vergessen Sie nicht, sich anschließend bei Ihrem potenziellen Interviewpartner zu bedanken.

Die Sache mit den Fragen

Sie haben Ihren Wunschpartner gekriegt und bereits einen verbindlichen Interviewtermin fixiert? Herzlichen Glückwunsch! Jetzt gilt es, die Ausarbeitung eines klugen Fragekatalogs in Angriff zu nehmen.

Überlegen Sie genau: Was möchten Sie wirklich von Ihrem Gesprächspartner erfahren und auf welche Fragen, kann Ihnen Ihr gegenüber fundiert antworten?

Vermeiden Sie es zu persönlich zu werden und streichen Sie Fragen, bei denen von vornherein feststeht, dass Sie, aus welchen Gründen auch immer, keine zufriedenstellende Antwort bekommen werden. Diese Fragen bringen niemanden weiter, können unter Umständen jedoch das Gesprächsklima vergiften.

Legen Sie eine schlüssige Reihenfolge der Fragen fest und formulieren Sie offen. Im Gegensatz zu den geschlossenen Fragen lassen sich offene Fragen nicht einfach mit „ja“, „nein“ oder „vielleicht“ beantworten.

Sie dienen dazu, das Gespräch am Laufen zu halten und lassen sich gut durch Begriffe wie „inwiefern“, „was“, „wer“, „wo“, „wann“, „wie“ oder „warum“ einleiten.

Egal, wie gut Sie Ihre Fragen auch vorbereiten: Seien Sie stets darauf gefasst, dass Sie nicht das zu hören bekommen, was Sie möchten oder womit Sie rechnen. Hier hilft es, sich einige Ausweich-Fragen zu überlegen, um das Gespräch nicht ungewollt kurz ausfallen zu lassen.

Höflichkeit ist Trumpf

Beim Interview selbst ist die Wertschätzung des Gegenübers das Gebot der Stunde. Absolute Pünktlichkeit ist daher ebenso eine Selbstverständlichkeit wie eine höfliche Begrüßung.

Danken Sie Ihrem Interviewpartner anschließend für die geschenkte Zeit, das sorgt für eine positive Gesprächsatmosphäre.

Jetzt können Sie gegebenenfalls Aufnahmegeräte aufbauen und mit dem eigentlichen Interview beginnen.

Arbeiten Sie sich hier anhand der vorab erstellten Frageliste vor, reagieren Sie aber flexibel, falls eine Antwort früher als vorgesehen gegeben wird oder eine Ihrer Fragen gar nicht bzw. nur ausweichend beantwortet wird.

Schreiben Sie wenigstens in Stichpunkten mit und vergessen Sie nicht, sich am Ende des Gesprächs abermals zu bedanken.

Ändern ohne zu verfälschen

Bei der abschließenden Auswertung gilt es überflüssige Passagen wie zum Beispiel Wiederholungen zu streichen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Sofern Sie das Interview als Text veröffentlichen möchten, werden Sie spätestens bei der Auswertung feststellen, dass Sie die Antworten Ihres Partners in eine gewisse Form bringen müssen, da sich das gesprochene Wort nur schlecht lesen lässt.

Bei diesen notwendigen Änderungen ist darauf zu achten, möglichst nah am Original zu bleiben, um den Sinn nicht zu verfälschen.

Wenn der Text an sich fertig ist, sollten Sie diesen nach Möglichkeit einer anderen Person zu Fehlerkorrektur geben oder selbst noch einmal minutiös Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung kontrollieren.

Ob das Interview abschließend nochmals vom Gesprächspartner autorisiert werden sollte oder nicht wird kontrovers diskutiert.

Für beide Meinungen gibt es gute Gründe. Ich persönlich schließe mich den Empfehlungen des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) an und rate dringend, ausformulierte Texte zur Freigabe vorzulegen. Dies dient zum einen der Rechtssicherheit, denn den Interviewte ist Miturheber. Darüber hinaus können so etwaige Missverständnisse am zuverlässigsten ausgeräumt werden und einer weiteren produktiven Zusammenarbeit steht nichts im Wege.

Fazit:

Interviews sind eine tolle Sache, um beispielsweise Schwung in den Unternehmensblog oder in die Mitarbeiterzeitung zu bekommen. Allerdings ist eine akribische Vorbereitung unverzichtbar.

Überlegen Sie sich genau, was Sie mit Ihrem Interview erreichen wollen und mit welchem Gesprächspartner und welchem Fragekatalog sie an Ihr Ziel kommen.

Um optimale Resultate zu erzielen, sollten Sie dem Interviewten von der Anbahnung bis zur Fertigstellung des Beitrags die Wertschätzung entgegenbringen, die er verdient.

Nur so lässt sich eine positive Atmosphäre nicht nur für den Moment, sondern auch für eine mögliche zukünftige Zusammenarbeit schaffen.

Whitepaper: Marketing-Lexikon

Themen: Management, Marketing

Martina Tekin

Von Martina Tekin,

studierte Politik- und Medienwissenschaft sowie Vor- und Frühgeschichte. Danach war sie mehrere Jahre im Bereich PR/Öffentlichkeitsarbeit sowie später in einer Werbeagentur als Texterin tätig. Seit 2014 arbeitet sie als Redakteurin in einer Marketingagentur.

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