Resilienz: Wie Sie Krisen meistern

Von Semia Chouchane, veröffentlicht am 04.04.2016
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Resilienz im Beruf?!

Scheinbar nie endender Termindruck, mehr und mehr Aufgaben im Job, Sorgen um die Familie und selten Zeit für sich selbst. Fast jeder arbeitende Mensch kennt das, zumindest phasenweise. Kein Wunder, denn die Anforderungen an den modernen Arbeitnehmer sind hoch: Ständige Erreichbarkeit, maximale Flexibilität und die vom Vorgesetzten geforderte permanente Höchstleistung setzen vielen Menschen zu und werden zu einer ständigen Belastung.

Für viele fühlt er sich an wie ein Hamsterrad, in dem man immer schneller laufen muss - ohne voranzukommen. Sie reagieren mit Erschöpfung, Depression oder Burnout. Dies hat auch Folgen für das Unternehmen. Denn Überforderung und hohe seelische Belastungen senken die Leistungsfähigkeit eines Mitarbeiters und steigern langfristig den Krankenstand.

Es gibt jedoch auch Menschen, die diese Stressfaktoren besser verarbeiten können. Die selbst unter enormem Zeitdruck ruhig bleiben, die Probleme ansprechen und sie lösen wollen, statt ihnen zu erliegen. Sie werden in der Psychologie als resiliente Persönlichkeiten bezeichnet.

Der Begriff „Resilienz“ stammt ursprünglich aus der Materialforschung. Dort bezeichnet er die Eigenschaft von Material, nach Belastungen  wieder in den Ursprungszustand zurückzukehren – Begriffe wie Elastizität, Spannkraft, Flexibilität werden in diesem Zusammenhang auch gerne genannt.

Resilienzdenken: Was resiliente Menschen auszeichnet

Resiliente Menschen können:

  • sich mit negativen Erfahrungen konstruktiv auseinandersetzen
  • sind sich ihrer Stärken bewusst
  • glauben fest daran, dass ihr Handeln Einfluss auf das Ergebnis einer Situation hat
  • sehen Fehler als konstruktive Lernmöglichkeit an
  • auch das Negative in ihrem Leben akzeptieren
  • auch in schwierigen Zeiten optimistisch bleiben
  • ein klares Ziel vor Augen halten und verfolgen

Resilienz lernen: Tipps für mehr Krisenfestigkeit

Jeder Mensch kann selbst seine Fähigkeit zur Resilienz erhöhen. Ob eine Situation als belastend empfunden wird, ist immer auch eine Frage der inneren Einstellung und der persönlichen Haltung. Bereits mit sehr einfachen Mitteln ist es möglich, die eigene Widerstandskraft deutlich zu steigern.

  1. Krisen akzeptieren: So schrecklich es klingt - vor schweren Zeiten oder Krisen ist niemand gefeit. Wer sie als Teil des Lebens akzeptiert und sich klar macht, dass Krisen nur temporär sind, ist schneller in der Lage, neue Orientierung zu finden und seine Ziele der veränderten Situation anzupassen.
  2. Auf den Körper hören: In Problem- oder Stresssituationen gerät das eigene Wohlbefinden leicht in den Hintergrund. Auf sich achtzugeben ist jedoch der wichtigste Faktor, um die eigene Krisenfähigkeit zu stärken. Nur wer körperlich fit ist, kann auch seelische Herausforderungen meistern.
  3. Sich an Erfolge erinnern: In einer Krise, erscheint das aktuelle Problem oft als unüberwindbar. In solchen Situationen lohnt es, sich vergangene Erfolge vor Augen zu führen und sich vorzustellen, wie man sich erst fühlen wird, wenn die Aufgabe bewältigt ist.
  4. Misserfolge als Chance begreifen: Niemand gibt gerne Fehler zu. Vor allem im Job werden Fehler als Schmach empfunden und nagen am Selbstwertgefühl. Dabei kann man ja bekanntlich so viel aus Fehlern lernen, oder?
  5. Eigenverantwortung übernehmen: Wer abwartet und in Situationen verharrt, gerät automatisch in eine schwächere Position als jene, die Verantwortung übernehmen, Probleme ansprechen und aktiv nach Lösungen suchen. Dabei kann jeder aus der Opferrolle heraustreten, indem Entscheidungen aktiv herbeigeführt werden.
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Semia Chouchane

hat Medienkommunikation, Journalismus und Interdisziplinäre Medienwissenschaft studiert, als Pressereferentin gearbeitet und ist nun als Content Managerin tätig.