Purpose-Driven-Marketing

Von Amélie Förster, veröffentlicht am 12.01.2021
Katze liegt auf Sofa

Beim Purpose-Driven-Marketing geht es um Sinnhaftigkeit und Authentizität. Der Begriff Purpose steht für Sinn und Daseinsberechtigung eines Produkts, wörtlich übersetzt bedeutet Purpose-Driven-Marketing also "Sinnhaftigkeit-getriebenes-Marketing". Diese Daseinsberechtigung wird 2021 besonders das Marketing verändern. Und wir sollten sie uns immer wieder veranschaulichen. Warum?

Kleiderschrank auf: Alle Fächer voll. Küchenschränke auf: alle Fächer voll. Regale und Keller und Abstellkammer ebenso. Ein Grund warum der Ausmist-Bestseller „Magic Cleaning“ von Marie Kondo so große Kreise gezogen hat. Auch wir haben in unserem Beitrag „Das macht ein Ordnungscoach am Arbeitsplatz“ mit einer Ordnungsexpertin gesprochen und uns Tipps für die Ordnung am Arbeitsplatz geben lassen.

Die zentrale Frage lautet: Macht mich das glücklich?

YouTube, eBay, Facebook-Gruppen und Instagram sind voll mit Dingen, die Menschen der Generation Y „gehen“ lassen. Die Frage, die sich viele dabei zentral stellen, ist: „Macht mich das glücklich?“ Und bei der Anschaffung neuer Dinge stellen sie sich dieselbe Frage.

Daraus ableitend heißt das, Unternehmen sollten sich beim Vermarkten ihrer Produkte überprüfen - aber nicht mit: „Was vermarkte ich und wie vermarkte ich es?“, sondern die große Frage ist das „Warum?“!

Zu entscheiden, ob ein Produkt einen Kunden wirklich glücklich macht, fällt viel leichter, wenn man problemorientiert an das Produkt herangeht und sich die Fragen stellt: „Was hat mein Kunde von dem Produkt? Warum ist es so gut?“ – und, da bin ich mir sicher, gibt es für Sie viele gute Gründe. Ein Daseinszweck erleichtert Unternehmen und Kunden eine gemeinsame Basis zu finden – besonders, wenn das Unternehmen hinter dem Produkt steht. Das braucht Fingerspitzengefühl und Kenntnis der Zielgruppe – hat man aber einmal den Dreh raus, dann zahlt sich besonders in Krisenzeiten aus! Denn: Gegenüber Konkurrenten zeigt sich so der Unterschied, das stärkt die Markenwerte und schafft die Grundlage für eine Markenentwicklung mit Zukunft. Und wer das in der Krise schafft, der hat die besten Chancen danach wie der Phoenix aus der Asche aufzuerstehen.

Shoppen als politisches Statement

In Zeiten des Klimawandels geht es also um viel mehr als nur ein Produkt. Shoppen wird zu einem politischen Statement mit dem sich die Käufer zu Marken positionieren.  Die "Meaningful Brands"-Studie der Havas-Group hat gezeigt, dass die Käufer kein Problem damit hätten, wenn 77% der Marken vom Markt verschwinden würden. Sechs Antworten auf die Frage nach dem „Warum?“ spielen laut der Studie aktuell für die Kaufentscheidung eine Rolle:

  1. Inspiration
  2. Unterhaltung
  3. Erziehung
  4. Hilfe
  5. Informationen
  6. Belohnung

Sind diese Faktoren für die Kaufentscheidung gegeben, geht es immer noch um die Vermittlung der Gründe. Und das Ganze sollte mit Ehrlichkeit passieren. Versteht ein Unternehmer selbst nicht, warum sein Produkt gut und nützlich ist, dann wird es schwierig es an die Konsumenten zu vermitteln. Um die beste Verbindung zwischen Konsument oder User und Verkäufer herzustellen, kann „meaningful content“, also aussagekräftiger Inhalt, besonders in Zeiten des Internets helfen, mehr Informationen als nur durch das geschriebene Wort zu vermitteln: Produktvideos, Podcasts, Native Ads mit mehr Informationen, Bewertungen und Co. können helfen eine Kaufentscheidung voran zu treiben.

Es geht also um die Verinnerlichung einer Daseins-Berechtigung beim Kunden und darum, dass Sie diese Daseinsberechtigung auch authentisch rüberbringen können.

Ein Beispiel: Katzenfutter

Sie haben ein qualitativ hochwertiges Katzenfutter im Glas entwickelt. Ihre Idee: Die Erschaffung eines Katzenfutterproduktes, dessen Verpackung nachhaltiger ist als das konventionelle Dosenfutter. Aber: Es sollte auch günstig und qualitativ angemessen sein, dass es attraktiv für Katzenbesitzer wird, dieses Produkt zu kaufen. Wenn Sie also das neue Katzenfutter vermarkten möchten, ist es wichtig, dass sie mit voller Überzeugung in allen Kanälen kommunizieren, warum ihr Produkt DAS Produkt ist, das den Katzenfuttermarkt auf Dauer verändern wird. Und diese Kommunikation sollte ehrlich und authentisch sein.

Natürlich wäre es wünschenswert, dass das Fleisch im Katzenfutter von einem ebenso glücklichen Tier, wie Ihrem Haustier stammt. Gesund auf der Weide aufgewachsen. Vermutlich würde dies aber den Preis übersteigen, den der konventionelle Katzenbesitzer bereit wäre zu zahlen. Greifen Sie in Ihrer Produktion beispielsweise auf Fleisch aus konventioneller Haltung zurück, dann kommunizieren sie das! Transparenz schafft auch hier Nachhaltigkeit.

Ist es langfristig ihr Ziel, das Katzenfutter neben der nachhaltigeren Verpackung auch in der Biovariante anzubieten? Dann legen Sie da auch Ihre Pläne offen. Ein Grund, warum Crowdfundigs so gut funktionieren, ist der klare Plan für den „Investor“, wie das eingenommene Geld eingesetzt werden soll. So sorgen Sie neben einer offenen Kommunikation auch für eine langfristige, nachhaltige Markenentwicklung.

Und nicht nur das: Ist Ihren Mitarbeitern klar, wohin der Weg ihrer Marke geht, kann das auf Dauer auch für mehr Mitarbeiterzufriedenheit führen – und zu Kundenloyalität sowieso. Stellen Sie sich in 2021 also durchweg die Frage: „Warum ist mein Produkt ein gutes Produkt?“

Avatar of Amélie Förster

Amélie Förster

hat bei verschiedenen Online-Medien gearbeitet und ist ausgebildete Online-Redakteurin. Seit Juli 2018 ist sie bei ams – Radio und MediaSolutions als Online-Redakteurin tätig und betreut das Projekt „Marketing in Westfalen“. Sie ist seit 1998 online, interessiert sich für Social Media, Blogs, Streaming und digitale Technologien aller Art.