Presseportale – überbewertet oder nützliches Mittel der Online-PR?

Von Henrike Dibbern, veröffentlicht am 27.03.2018
Wie Online-Presseportale die PR unterstützen können.

Bereits seit 1999 gibt es Presseportale im Internet, die sich als Schnittstelle zwischen Unternehmen und Redaktionen anbieten: Hier kann man Pressemitteilungen lancieren und
sie in Branchen und Kategorien einsortieren. Im Idealfall findet ein Redakteur, der zum
Beispiel gerade News aus einer Branche sucht, eine solche PM, findet sie interessant und
sucht den Kontakt zum Unternehmen.

Meist stellt sich die Situation aber ganz anders da: In der Menge der Portale findet sich eine
so große Zahl an Unternehmensnachrichten von unterschiedlichster Qualität, dass sich
Redakteure kaum mehr auf die Suche machen wollen. Und dann gibt es da noch die teilweise widersprüchlichen Aussagen von (vermeintlichen) SEO-Spezialisten, die Online-PR entweder als Schuss ins Knie fürs Ranking oder als Allheilmittel für die Auffindbarkeit im Netz sehen. In den letzten Jahren reichte die Spanne dabei von „Presseportale – noch ein SEO-Tod mit Ansage“ bis „Presseportale – wichtig für die Sichtbarkeit im Netz“ .

Tatsächlich scheinen (richtig gemachte) Pressemitteilungen in Online-Pressportalen für nachhaltig bessere Sichtbarkeit zu sorgen, wie eine Sichtbarkeitsstudie von 2017 zeigt. Und so wollen wir uns auf die Diskussion um die Schädlichkeit von Duplicate Content und Backlinks gar nicht einlassen, sondern Sie einladen, die ganze Sache mal vom Qualitäts-Aspekt her zu sehen. Denn damit erledigt sich so mancher SEO-Begriff auf wundersame Weise sehr schnell …

Es kommt auf die Qualität an – Teil 1

Zunächst ist es von Bedeutung, welche Zielgruppe Ihr Unternehmen/Ihre Marke/Ihr Produkt
anspricht. Denn geht es um B2B, dann ist Qualität gleich in mehreren Ebenen der
Informationskette gefragt: Ihre Interessenten werden sich vornehmlich über
branchenspezifischen Quellen informieren und legen Wert auf die Qualität einer Publikation.
Diese muss übrigens nicht unbedingt ein Printprodukt sein, sondern kann auch ein
Newsletter mit guter Reputation sein.

Die Redakteure wiederum erstellen Content mit ebensolchem Qualitätsanspruch und nutzen hierzu Quellen von hoher … genau: Qualität. Je spezifischer Ihre Zielgruppe und je anspruchsvoller Ihr Angebot ist, umso weniger wird die Verbreitung in Portalen Sinn ergeben. Denn in der Masse fällt es anspruchsvollen Redakteuren schwer, die Spreu vom Weizen zu  trennen.

Hier lautet unsere Empfehlung klar: Gehen Sie den klassischen Weg. Texten und verbreiten Sie Ihre Neuigkeiten mit Hilfe einer PR-Agentur, die gut vernetzt ist und bei relevanten Fachredaktionen einen Fuß in der Tür hat. So gelangt Ihr Content gezielt in die richtigen Hände und später beim richtigen Empfänger. Dieser Weg kann dauern und anstrengend sein, aber er  vermeidet Streuverluste und bringt Ihnen Kontakte von hoher – Sie ahnen es – Qualität.

Dass Sie sich auf persönliche Kontaktaufnahme konzentrieren sollten, heißt jedoch nicht, dass Sie nicht auch zusätzlich(!) mit der Verteilung von Unternehmens-News über Online-Pressportale experimentieren könnten. Aber Ihre Erwartungshaltung sollte dann eben nicht sein, sofort erstrangige Redakteure zu erreichen …

Es kommt auf die Qualität an – Teil 2

 

Anders als oben beschrieben sieht Ihre mögliche Strategie aus, wenn Sie ein breites Endkunden-Publikum mit Onlinemaßnahmen im Bereich B2C ansprechen wollen. Denn dann ist es gar nicht von so großer Bedeutung, ob Ihre PR tatsächlich von einer Redaktion gefunden und aufgegriffen wird … In Sachen Endkundenansprache sollten Sie so weit wie möglich streuen, um im Internet möglichst viele Touchpoints für Ihre Interessenten zu schaffen.

Dieser Beitrag erklärt, warum es so wichtig ist, „ (...)nicht nur SEO für die eigene Website zu
betreiben, sondern überall dort zu sein, wo die Kunden sind.“ Und er geht auch darauf ein,
wann man es sich leisten kann, angebliche „Google-Fallen“ zu ignorieren: nämlich dann,
wenn der Inhalt gut ist.

Und „gut“ bedeutet, wie immer im Online Marketing, dass Ihr Content für Ihre Zielgruppe bzw. Buyer Personas relevant ist. Wenn Sie also etwas Interessantes mitzuteilen haben, dann tun Sie es! Lassen Sie sich nicht von Ranking-Bedenken leiten, sondern informieren Sie Kunden und Interessenten über Ihre Leistungen – gerne über so viele Kanäle wie möglich, um zahlreiche Touchpoints zu schaffen. Verlieren Sie dabei nur nicht die Qualität aus dem Auge und holen Sie sich im Bedarfsfall beim Ausformulieren Unterstützung von PR-Profis.

Probieren Sie’s einfach aus!

Das Schöne an den zahlreichen Presseportalen: Es gibt eine ganze Reihe an  kostenlosen Angeboten. Auf dieser Seite stellt der Autor seine persönliche Top Ten der kostenfreien Presseportale zusammen. Sie können also ohne großen Einsatz einen (qualitätsvollen, wir müssen es nochmals erwähnen) Testballon starten und checken, wie er sich auf Ihre Besucher- und  Kontaktzahlen auswirkt.

Fazit – wie fast immer: Seien Sie relevant!

Für alle, die unser Blog schon länger verfolgen, ist die Erkenntnis nichts neues: Der Schlüssel zu guter Sichtbarkeit im Web und zu erfolgreichem Online-Marketing ist Relevanz. Ob Sie auf bewährte Verteil-Methoden von PR-Agenturen setzen oder Online-Portale nutzen: Schreiben Sie immer für Ihre Zielgruppe! Übrigens ist auch Ihr Mediaberater eine gute Anlaufstelle, wenn Sie eine Agentur oder das passende Presseportal (oder beides) suchen. Und er unterstützt Sie mit seinem Netzwerk natürlich dabei, guten und relevanten Content zu verfassen!

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Henrike Dibbern

studierte Soziologie, Politik- und Verwaltungswissenschaft. Seit 2014 arbeitet sie als Redakteurin in einer Marketingagentur.