Nur Pixel oder echte Botschaft? Basiswissen QR-Codes

Von Melanie Schwarz, veröffentlicht am 15.04.2016
Smartphone scannt QR-Code auf Briefumschlag

Wozu ist das gut?

Kurz gesagt: QR-Codes verbinden Offline- und Online-Werbung. Ganz ähnlich wie bei den altbekannten Strichcodes verstecken sich auch hier hinter der grafischen Darstellung Zahlen und Zeichen – meist ein Link, der auf eine Internet-Seite führt.

Der Vorteil: Auf einer kleinen Fläche lassen sich, sofern der Betrachter dies möchte, mehr Informationen vermitteln als auf der jeweiligen Anzeige oder dem Plakat Platz hätte.

Selbst die Verbindung aus Druckmedium und Bewegtbild ist möglich – wenn der QR-Code auf einen Videolink verzweigt.

Auch die gute alte Visitenkarte erlebt damit ein Comeback: mit einem QR-Code, der die entsprechenden Kontaktdaten in das Smartphone-Adressbuch des Empfängers einträgt.

Was ist daran schlecht?

Derzeit lassen sich QR-Codes nur mit Zusatzprogrammen auf Smartphones nutzen.

Es sind also zwei Schritte nötig, um die hinter dem Code steckende Internetadresse zu erkunden: Zunächst muss man die QR-App, die den Code scannt, aufrufen (und zuvor auf sein Handy geladen haben). Nach erfolgreichem Scanvorgang wird der Browser gestartet und zeigt die Seite an.

Solche Scan-Apps gibt es in einer für den Laien unüberschaubaren Menge zum Download, sie sind nicht immer kostenlos – und wenn, dann zeigen sie oft selbst Werbung.

Ein weiterer Nachteil: Viele Codes verraten nicht, wohin sie verweisen. Interessenten könnten also verloren gehen, weil sie nur vorsichtig sind. Und in der Nähe von Verkehrsflächen können QR-Codes wegen der Aufmerksamkeit, die sie benötigen, sogar gefährlich sein.

Wo kommen die her?

Layout-Programme für Profis können QR-Codes direkt erstellen. Darüber hinaus gibt es eigenständige Programme und Internet-Anbieter, bei denen der Code im Browser online erstellt und anschließend von Ihnen heruntergeladen wird. Dabei sollten Sie jedoch beachten, dass Sie Ihre Links zu einem externen Anbieter hochladen.

Ein spezielles QR-Programm ist hier, vor allem bei regelmäßigem Einsatz, sicher sinnvoller und sicherer.

Wie sieht das denn aus?

Meist werden QR-Codes als schwarze Pixel auf weißem Grund dargestellt. Damit sind sie auch sofort identifizierbar.

Möchte man aber, dass sie sich besser in ein bestehendes Design integrieren, kann man auch andere Farben wählen. Wichtig ist nur ein möglichst großer Kontrast zwischen Pixeln und Hintergrund. Und: QR-Codes besitzen aus Gründen der Fehlerkorrektur immer mehr Pixel als für die Information nötig.

Man kann also auf einige verzichten und stattdessen mittig in das Quadrat ein kleines Unternehmenslogo setzen. Führen Sie aber unbedingt einige Funktionstests durch, bevor Sie einen solchen Code drucken lassen.

Wo soll das alles hinführen?

Auf den Mehrwert kommt es an: Geben Sie dem Betrachter einen Anreiz, dem QR-Code zu folgen – zum Beispiel mit einer speziell zum Thema passenden Landingpage samt Gewinnspiel.

Achten Sie dabei auf die Seitenoptimierung für mobile Endgeräte! Sinnvoll ist auch, in der Nähe des Codes seinen Inhalt im Klartext zu platzieren – das schafft Vertrauen beim Interessenten.

Ist das etwas für mich?

Die Frage muss eher lauten: Ist das etwas für meine Zielgruppe? QR-Codes sind – noch – vor allem ein Kommunikationsmittel, um Technikaffine anzusprechen.

Von Vorteil sind sie natürlich dann, wenn sich die Vorzüge Ihres Produkts oder Ihrer Dienstleistung am besten multimedial bzw. auf einer Website darstellen lassen. Hier noch ein Tipp, wenn Sie sich unsicher sind: Sie können einen Versuchsballon mit einem QR-Code samt spezieller Landingpage starten und über deren Visits messen, wie gut der Code von Ihrer Zielgruppe angenommen wird.

Zusammengefasst:

Man muss sich nur etwas Basiswissen aneignen und kann QR-Codes einfach selbst erstellen, um sie in eine Marketing-Kampagne einzubinden.

Dabei darf man aber in keinem Fall die Erwartungen des Konsumenten unterschätzen: Wer sich sich wegen Ihrer Marke die Mühe macht, sein Handy zu zücken, eine App zu starten und sich dann weitere Infos zu holen, sollte in jedem Fall mit exklusivem Content belohnt werden!

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Melanie Schwarz

ist Verkaufsleiterin und in der Kundenberatung von ams - Radio und MediaSolutions tätig. Sie berät Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von multimedialen Kampagnen.