Mitarbeitermotivation fördern: Weiterbildung als Triebfeder

Von Melanie Schwarz, veröffentlicht am 23.10.2015
Vollgeschriebene Schultafel mit Pult im Vordergrund

Unmotivierte Mitarbeiter sind teuer

Fest steht, dass Leistungsbereitschaft und Motivation Hand in Hand gehen.

Wie Sie wissen, arbeiten diejenigen, die sich mit Firma und Beruf identifizieren, erheblich produktiver als Leute, die bestenfalls halbherzig bei der Sache sind. Angestellte, die keine Freude an ihrer Arbeit empfinden, senken nicht nur die allgemeine Moral.

Herrscht dauerhafte Unzufriedenheit innerhalb der Belegschaft, geht auch die Fluktuationsrate in die Höhe. Das Gleiche gilt für die Anzahl der Krankmeldungen.

Letztlich kostet es eine schöne Stange Geld, wenn in Ihrem Betrieb die Motivation der Mitarbeiter aus dem Gleichgewicht gerät.

Intrinsische Motivation

Managementberater und Bestsellerautor Reinhard K. Sprenger vertritt in seinem Buch "Mythos Motivation" die These, dass Vorgesetzte als Hauptmotivator ausgedient haben. Zwar beklagen nach wie vor manche Angestellte mangelnde Motivationskünste von Seiten der Chefetage, doch der Sachverhalt ist weitaus komplexer.

Sprenger räumt auf mit der weit verbreiteten Auffassung, dass Führungskräfte allein durch spezifisches Verhalten dazu in der Lage sind, andere Menschen zu Höchstleistungen anzuspornen und Begeisterung zu wecken.

Die eigene Leistungsbereitschaft und der Wille zum Erfolg müssen sich vielmehr aus einem inneren Antrieb speisen. Der Begriff der intrinsischen Motivation beschreibt diesen Prozess.

Das heißt natürlich nicht, dass das persönliche Verhalten von Führungskräften keinen Einfluss auf die allgemeine Stimmung hat. Dennoch ist es auch beim vorbildhaftesten Handeln fast unmöglich, Menschen nur von außen her zu motivieren, wenn der innere Anstrieb fehlt.

Was hingegen gut funktioniert ist, die bereits existierende intrinsische Motivation zu erfassen und zu fördern. Tragen Sie also Sorge, dass diese nicht verkümmert, was sich im Übrigen unweigerlich demotivierend auf Ihre Mitarbeiter auswirken würde.

Geld allein macht nicht glücklich

Da stellt sich natürlich sofort die Frage, mit welchen Methoden es gelingt, die intrinsische Motivation zu fördern und ihr Versiegen zu verhindern.

Eine Antwort gibt eine Studie der Haufe-Akademie, die gemeinsam mit einer Verkaufsleiterschule durchgeführt wurde. Dazu wurden die Teilnehmer gefragt, welche Begebenheiten bei ihnen eine höhere Motivation und eine gesteigerte Leistungsbereitschaft hervorbringen würden.

Die Befragten stammten alle aus dem Vertrieb, also einem Bereich, der ein hohes Maß an Eigenmotivation erfordert. Es zeigte sich, dass die Aussicht auf einen höheren Verdienst hier nur eine nachgeordnete Rolle spielt. Und das, obwohl gerade das im Vertriebswesen weit verbreitete Prinzip der Provisionszahlungen ja gezielt auf monetäre Anreize setzt.

Doch nur ein knappes Drittel der Probanden nannte Geld als persönlichen Hauptmotivator. Zirka die Hälfte der Befragten gab an, dass Angebote zur Weiterbildung besonders motivierend wirken würden.

Beim Vetriebsnachwuchs lag die Quote hier bei 45 Prozent.

Die Studie belegt also ein starkes Interesse an der Möglichkeit, Zusatzqualifikationen zu erwerben und das quer durch alle Altersstufen hindurch.

Angebote mit mehrfachem Nutzen

Ein Umstand, der eigentlich nahezu perfekt ist. Schließlich sind auch Sie und Ihre Firma Nutznießer, wenn Ihre Mitarbeiter im Rahmen verschiedener Weiterbildungsprogramme neue Fähigkeiten erwerben.

Sie bringen im eigenen Unternehmen neue Fachleute hervor und fördern gleichzeitig die Motivation in Ihrem Betrieb. Auch bei der Mitarbeitersuche können Sie mit einem umfassenden Weiterbildungsangebot punkten und sich so einen wichtigen Vorteil im Vergleich zu Mitbewerbern verschaffen.

Gerade jüngere Menschen suchen verstärkt nach Stellenausschreibungen, die umfassende Möglichkeiten zur Weiterbildung versprechen. Selbstverständlich bedeutet das alles nicht, dass Sie ab sofort auf sämtliche Provisionszahlungen, Gehaltserhöhungen und sonstige Boni verzichten können.

Dennoch kann eine Neuordnung des Budgets sinnvoll sein, um der Möglichkeit zur Weiterqualifizierung in Zukunft vielleicht doch einen höheren Stellenwert zu geben.

Denn vom hoch motivierten und noch besser ausgebildeten Angestellten profitieren Sie als Geschäftsführer in mehrfacher Hinsicht.

Avatar of Melanie Schwarz

Melanie Schwarz

ist gelernte Kommunikationswirtin und arbeitete in Köln und Düsseldorf als Mediaplanerin in Mediagenturen. Es folgten leitende Funktionen im Bereich Mediaberatung u. a. in Wiesbaden bei Carat (Dentsu Aegis) als Unit Director. In OWL kamen Aufgaben als Key Account Managerin bei Bertelsmann, Anzeigenleiterin beim Delius Klasing Verlag und Verkaufs- und Projektleiterin im Medienunternehmen ams - Radio und MediaSolutions dazu.