Mitarbeitermotivation – 10 Tipps, die nachhaltig wirken

Von Melanie Schwarz, veröffentlicht am 02.05.2017
Meschen stehen im Kreis und recken lachend jeweils eine Hand zu einem gemeinsamen "High Five" nach oben.

1. Die Finanzspritze

Mehr Geld ist vielleicht das Einfachste, aber nicht unbedingt effektivste Mittel, um einen Menschen zu motivieren. Aber einer Bonuszahlung oder außerplanmäßigen Gehaltserhöhung fehlt es an ausreichender Nachhaltigkeit, um langfristig motivierend zu wirken. Zu schnell tritt ein Gewöhnungseffekt ein und das gewonnene Mehr an Einsatz bleibt auf der Strecke.

Was aber dauerhaft motiviert ist das Gefühl, für die eigene Arbeit angemessen bezahlt zu werden. Ein faires und leistungsgerechtes Gehaltsmodell, in dem sich jeder Mitarbeiter gerecht bezahlt fühlt, fördert dauerhaft die Leistungsbereitschaft!

2. Verantwortung übertragen

Als Führungspersönlichkeit ist es nicht immer leicht, Verantwortung in fremde Hände zu legen. Trauen Sie sich trotzdem, denn leichter können Sie keinen Motivationsschub erzeugen. Machen Sie ihren Angestellten bewusst, dass der neue Auftrag nun ihr ganz eigenes Projekt ist. Stecken Sie lediglich die Rahmenbedingungen ab und übernehmen Sie eine richtungsweisende Position, anstatt jedes Detail zu kontrollieren. So bringen Sie ihre Angestellten dazu, aus ihrer Aufgabe, "ihrem Baby" etwas ganz Großes zu machen.

3. Klare Ziele formulieren

Mit einem klaren Ziel vor Augen arbeitet es sich effektiver. Verdeutlichen Sie ihren Angestellten daher regelmäßig, was Sie von ihnen in der nächsten Zeit erwarten. Setzen Sie ihnen greif- und erreichbare Ziele und stehen Sie stets beratend zur Seite. So geben Sie Orientierung und schaffen Herausforderungen. Gleichzeitig können Sie Belastungen gezielt steuern und Ihre Mitarbeiter vor Überarbeitung schützen.

4. Vertrauen schenken

Als Leader haben Sie Ihr Team zusammengestellt; zeigen Sie ihm nun, dass Sie ihm auch vertrauen. Übertragen Sie immer wieder Aufgaben an Mitarbeiter, die für diese auf dem Papier vielleicht nicht qualifiziert sind, diese Ihrer Überzeugung nach aber problemlos meistern können. So erzeugen Sie Selbstvertrauen, zeigen Ihren Angestellten, dass Sie wissen, was in ihnen steckt und sie ein unverzichtbarer Teil einer eingespielten Mannschaft sind.

5. Weiterbildungsmaßnahmen schaffen

Ein unterforderter Mitarbeiter ist schnell mindestens so demotiviert wie ein überforderter. Geben Sie ihren Leuten daher immer Möglichkeiten an die Hand, sich fortzubilden und neue Qualifikationen zu erlangen - sei es intern oder extern. Erkennen Sie Interessen und Talente und lassen Sie ihre Leute auch mal in andere Bereiche schnuppern. Das Ergebnis sind nicht nur umfassend qualifizierte und bestens ausgebildete Angestellte, sondern vor allem Menschen, die zu schätzen wissen, dass ihr Unternehmen ihre Fähigkeiten erkennt und sie entsprechend fördert.

6. Lob und Anerkennung

Die richtigen Worte zum richtigen Zeitpunkt können Wunder wirken. Wichtig dabei ist, dass Sie zwischen Lob und Anerkennung zu unterscheiden wissen. Ein Lob wird punktuell ausgesprochen und erfordert immer einen konkreten Anlass – sei es die besonders effiziente und kreative Lösung eines akuten Problems oder der Abschluss eines großen Auftrags. Loben sie keine Selbstverständlichkeiten, sonst klingen Ihre Worte schnell hohl und verlieren jede Substanz. Ein höfliches "Danke" reicht hier aus.

Anerkennung wiederum basiert auf langfristiger Wertschätzung und ist ungleich schwerer zu vermitteln. Sie beginnt mit kleinen Gesten wie der persönliche Begrüßung oder einfachen Höflichkeiten wie dem Türaufhalten am Fahrstuhl, reicht über das Wissen über Interessen, Lebensumstände und Ziele des Angestellten bis hin zum aufmunternden Wort, wenn im Betrieb etwas mal nicht so läuft, wie es geplant war.

7. Transparenz

Mitarbeiter, die über die momentane Situation und die langfristigen Ziele ihres Arbeitgebers im Unklaren gelassen werden, sind wenig motiviert 100 Prozent ihres Leistungsvermögens aufzubringen. Kommunizieren Sie daher regelmäßig mit ihren Angestellten, am besten in einer Teamsitzung. Erläutern Sie, was im aktuellen Projekt bereits erreicht wurde und welche Punkte noch offen sind. Zeigen Sie Erfolge auf, erklären Sie Ihre Strategien und welche Ziele sie momentan als Unternehmen verfolgen. Denn wer sich als Teil eines großen Ganzen fühlt und weiß, wofür er arbeitet, ist stets mit vollem Einsatz bei der Sache.

8. Eine Stimme geben und zuhören

Genauso sinnvoll, wie die eigenen Pläne zu kommunizieren ist es, den Mitarbeitern eine Gelegenheit zum Reden zu geben. Denn wenig ist für einen Menschen schlimmer, als den Eindruck zu haben, nicht gehört zu werden. Womöglich hat er eine brillante Idee oder einen konstruktiven Verbesserungsvorschlag, berechtigte Kritik oder ist auf der Suche nach Rat. Nutzen Sie Teamsitzungen daher auch immer, um auf die Stimmen derjenigen zu hören, die für Sie arbeiten. Ein Kollege, der sich einbringen kann, wird sich immer besser fühlen als eine stumme Arbeitsdrohne.

9. Work Life Balance

Arbeiten nach Stechuhr hat keinen Platz mehr in modern geführten Unternehmen. Denn mit flexiblen Arbeitszeiten kommen Sie nicht nur jungen Familien entgegen, sondern jedem einzelnen Teammitglied. Nicht jeder Tag ist zu hundert Prozent planbar und mit einem flexiblen Arbeitszeitmodell nehmen Sie eine große Belastung von den Schultern Ihrer Angestellten.

Drücken Sie dazu noch ein Auge zu, wenn das Tagewerk vollbracht ist und schicken Ihren Mitarbeiter 20 Minuten eher in den Feierabend, wird er mit umso mehr Einsatz bei der Sache sein, wenn ein Projekt in die heiße Phase kommt und Überstunden unabwendbar sind.

10. Kreative Belohnungen

Finanzielle Anreize sind wenig nachhaltig, andere Formen von Belohnungen dagegen schon. Kennen Sie ihre Mitarbeiter ein wenig, dann ist es nicht schwer, sich etwas Ansprechendes auszudenken. Schenken Sie dem Sportfan Eintrittskarten zu einem großen Event, dem Familienvater einen Besuch im Freizeitpark oder dem jungen Paar ein Abendessen. Ihr Mitarbeiter wird das schöne Erlebnis langfristig mit Ihnen und vor allem mit Ihrem Unternehmen verknüpfen und so dauerhaft eine positive Assoziation herstellen.

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Melanie Schwarz

ist gelernte Kommunikationswirtin und arbeitete in Köln und Düsseldorf als Mediaplanerin in Mediagenturen. Es folgten leitende Funktionen im Bereich Mediaberatung u. a. in Wiesbaden bei Carat (Dentsu Aegis) als Unit Director. In OWL kamen Aufgaben als Key Account Managerin bei Bertelsmann, Anzeigenleiterin beim Delius Klasing Verlag und Verkaufs- und Projektleiterin im Medienunternehmen ams - Radio und MediaSolutions dazu.