Marketingtricks für den kleinen Geldbeutel

Von Melanie Schwarz, veröffentlicht am 25.05.2016
Kleingeld und Euroscheine

Marketingtricks haben nicht immer etwas mit klassischer Werbung zu tun, sondern eher damit, mehr Umsatz zu machen. Also geht es in erster Linie darum, eine Idee zu haben. Denn, je geringer das Budget für Werbung, desto besser muss die Idee ausfallen.

Ein fiktives Beispiel aus dem Einzelhandel:

Die Kunden kommen in Ihr Geschäft und schauen sich um. Dabei soll sich der Kunde wohl fühlen.

Strahlen Ihre Verkaufsräume eine entspannte Atmosphäre aus? Was benötigt der Kunde, um durch die Verkaufsräume zu schlendern oder auch gezielt nach Ware zu suchen und dann “gerne” zu kaufen.

Ein mögliche Checkliste:

• Helle Räume:  ✔

• übersichtliche Produktdarstellung:  ✔

• ausreichend Ware:  ✔

• musikalische Untermalung:  x

• kleine Sitzecke:  x

• Getränke:  x

Eine passende musikalische Untermalung kann schon den Ausschlag geben, aus einem hektischen Stadtbesuch einen entspannten Einkaufsbummel zu machen. Außerdem ist der Kunde dann auch geneigter zu kaufen.

Also: Wählen Sie Musik, die zu Ihren Produkten, zu Ihrem Geschäft und zu Ihnen passt. Denn authentisch soll es schon sein.

Im Baumarkt ist Kuschelrock oder Klangschalenmusik eher fehl am Platz, das passt dann eher zur Wellnessoase oder zum Kosmetikstudio.

Insbesondere für Bekleidungsgeschäfte interessant:

Eine kleine Sitzecke hilft der Begleitperson längerfristige Ankleideprozeduren gutgelaunt zu überstehen. Am besten mit einem Glas Wasser, das zur freien Verfügung steht.

Kleine Maßnahmen, große Wirkung

Gemeinschaftswerbung ist eine Variante, bei der sich “Gleichgesinnte” die Kosten teilen. Werbung im Kollektiv ist kostengünstig, setzt aber voraus, dass sich die Beteiligten auf einen gemeinsamen Konsens einigen. Das heißt, Inhalte und Medium müssen aufeinander abgestimmt sein. Meistens findet man diese Werbemöglichkeit bei Werbegemeinschaften.

Der ortsansässige Motorradhändler, der Lackierer, die Kosmetikerin und die Apotheke werben gemeinsam als Werbegemeinschaft, aber mit der individuellen Nennung von Werbeaussage und Absender. Dieser Marketingtrick ist sowohl in der Tageszeitung als auch im Radio möglich. Der Nutzen für den Kunden wird sofort deutlich sichtbar, alle Geschäfte/Anbieter findet man in einem Ort/einem Stadtteil.

Diese Werbemaßnahme wird auch gerne von Shoppingcentern genutzt. Hierbei steht der Standort im Vordergrund und die Vielzahl von Geschäften, die eine große Auswahl versprechen. Der Konkurrenzcharakter tritt in den Hintergrund.

Pressearbeit ist eine weitere Maßnahme, die quasi kostenlos einzusetzen ist und einer Firma zu mehr Bekanntheit verhilft. Experten bestätigen, dass mit PR-Arbeit die Grundlage für nachfolgende Werbeaktivtäten geschaffen werden.

Mit kleinem Budget viel Aufmerksamkeit erreichen – das schafft auch Guerilla-Marketing. Guerilla-Marketing lebt durch Ideen, schnelles Handeln und einen Überraschungseffekt. Die Aktionen sollen Kunden neugierig machen. Contraproduktiv ist es, wenn die Maßnahme als plumpe „Kauf-mich-Werbung“ enttarnt wird.

Guerilla-Marketing ist eine kostengünstige Möglichkeit, den Bekanntheitsgrad zu steigern.

Vorteil: Nicht so leicht kopierbar

Ein Pluspunkt gelungener Guerilla-Marketing-Aktionen: Die Wettbewerber können die Aktion nicht so leicht kopieren. Wenn ein Betrieb in seinem Ort mit seiner Aktion schon Gesprächsthema und vielleicht sogar in der Presse war, hat er die Aufmerksamkeit und die begeisterten Kunden auf seiner Seite. Gibt es Nachahmer in der gleichen Region, so entfällt der Überraschungseffekt und damit ein wichtiger Erfolgsfaktor von Guerilla-Marketing.

Nach der Aktion ist vor der Aktion

In einem Punkt unterscheiden sich alle Werbe- und Image-Maßnahmen allerdings nicht: Mit einmaligen Aktionen ist es nicht getan. Wer dauerhaft in den Köpfen bleiben will, muss sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen und seine Einsätze geschickt über das Jahr verteilen.

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Melanie Schwarz

ist gelernte Kommunikationswirtin und arbeitete in Köln und Düsseldorf als Mediaplanerin in Mediagenturen. Es folgten leitende Funktionen im Bereich Mediaberatung u. a. in Wiesbaden bei Carat (Dentsu Aegis) als Unit Director. In OWL kamen Aufgaben als Key Account Managerin bei Bertelsmann, Anzeigenleiterin beim Delius Klasing Verlag und Verkaufs- und Projektleiterin im Medienunternehmen ams - Radio und MediaSolutions dazu.