Marketingtrends 2018 – ein Blick in die Glaskugel

Von Melanie Schwarz, veröffentlicht am 06.02.2018
Hände halten eine Glaskugel

Es ist erstaunlich: Gibt man in die populärste Suchmaschine die Wörter „Marketing Trends 2018“ ein, dann sind die Suchergebnisse durchwirkt mit Fundstellen, die auf „Content Marketing Trends“ verweisen. Spätestens damit ist klar: Content Marketing, das vor wenigen Jahren noch als Trend gelten konnte, ist längst ein arriviertes Marketing-Werkzeug. Umso spannender ist der Blick auf das, was heute als Trend angepriesen wird: Wohin werden sich diese Strömungen entwickeln und bringen sie Ihr Unternehmen weiter?

Es lässt sich natürlich nicht mit 100%iger Sicherheit voraussagen, welcher Marketingtrend gekommen ist, um zu bleiben. Dennoch erlauben wir uns ein paar wertende Stellungnahmen. Die Quellen finden Sie diesmal kumuliert am Ende des Blogposts – damit Sie sich anschließend selbst ein Bild machen und ein Urteil bilden können. Nun aber los ins mehr oder weniger wilde Spekulieren!

Consumer Experience Marketing gewinnt an Bedeutung

Customer Experience und Buyer’s Journey sind für Leser dieses Blogs wahrscheinlich Begriffe, mit denen sie täglich arbeiten.

Unsere Einschätzung: Das ist kein Trend – die Consumer Experience sollte bereits längst im Mittelpunkt aller Ihrer Marketing-Bestrebungen stehen. Warum sie es dennoch in diese Trend-Liste geschafft hat? Weil Sie sich ihre Bedeutung ruhig auch im Jahr 2018 immer wieder vergegenwärtigen sollten …

Live Videos sind „das nächste große Ding“

Dem kann man sich wohl anschließen. Auch, wenn die Herzen unserer Blog-Redaktion an geschriebenem Content hängen, lässt sich die Popularität von z.B. Facebook Live nicht leugnen. Aber Vorsicht: Sie sollten jetzt nicht alle Kommunikation in wacklige Filmchen gießen. Tatsächlich sind Live Videos – wieder einmal – eine ganz spezielle Erweiterung Ihrer Social-Media-Aktivitäten und sollten sehr gezielt eingesetzt werden.

Unsere Einschätzung: Überlegen, ob es zur Marke und zum Image passt, eine Strategie festlegen – und machen. Und wie? Das erklärt Facebook-Managerin Christina Keller in diesem Interview.

Dazu passt auch ein anderer Trend:  Der Video-Konsum auf mobilen Endgeräten wird weiter zunehmen.

SEO, jetzt auch gesprochen

Wer SEO betreibt, kennt den Begriff der „sprechenden URL“, also einer URL, die bereits den Inhalt der Seite beschreibt. Das Attribut „sprechend“ bekommt jetzt wieder seine originäre Bedeutung zurück – mit der Verbreitung von Smart Speakern. Spätestens 2018 sollten Sie also bei der Suchmaschinenoptimierung zwei Dinge berücksichtigen: Wie wird eine Suche in die Suchmaschine eingetippt – und wie wird sie gesprochen?

Unsere Einschätzung: Smart Speaker von Amazon, Google und (demnächst) Apple mitsamt ihren digitalen Assistenten sind eine hoch interessante Entwicklung, die kurz vor dem großen Durchbruch stehen. Wer hier früh mit dabei ist, wird später ganz vorne mitspielen.

Marken werden zunehmend in Influencer Marketing investieren

Unternehmen generieren aus jedem Dollar, den sie in Influencer Marketing investieren, 6,50 Dollar als ROI. Steht zumindest in dieser Studie. Das hört sich nach Goldgräberstimmung an, und doch: Influencer Marketing scheint von vielen Unwägbarkeiten geprägt

Unsere Einschätzung: YouTuber machen oft Werbung für Produkte, die sich ihre Zielgruppe gar nicht leisten kann. Und mit der Messbarkeit ihres Einflusses auf die Zuschauer ist das auch so eine Sache. Und schließlich wird den Konsumenten aufgrund gesetzlicher Vorgaben mittlerweile deutlich klargemacht, dass sie schlussendlich Werbung sehen. Wir denken: 2018 befindet sich Influencer Marketing auf dem Weg zur Werbe-Normalität. Es wird in die Marketing-Planung aufgenommen – aber als ein Kanal unter vielen. Seinen Hype-Status wird Influencer Marketing absehbar verlieren.

„Unternehmen werden zu Medienhäusern“

Die Aussage in der Überschrift stammt nicht von uns, sondern von diesem Artikel. Und tatsächlich steckt dahinter ein Trend, mit dem sich jedes Unternehmen auseinandersetzen muss, wenn es auch 2018 relevant sein will.

Der Inhalt, bei dem es im Content Marketing geht, muss in immer mehr Formaten verteilt werden, um bei allen Touchpoints relevant zu sein. Unternehmen, die diesen Weg gehen, werden ihre Content Marketing-Aktivitäten auf unterschiedlichste Plattformen und Techniken ausweiten.

Unsere Einschätzung: „Gehen wir jetzt auch mal zu Facebook?“ war vor einigen Jahren der zögerliche Schritt hin zum Social und Content Marketing. Heute läuft nichts mehr ohne eine detaillierte Content Strategie, und große Unternehmen meistern diese Herausforderung sicher leichter als kleine Werbetreibende. Die sind besser beraten, wenn sie sich einzelne Kommunikationskanäle aussuchen und diese bespielen. Und auch ein weiterer Trend für 2018, die zunehmende Lokalisierung, spielt kleinen Unternehmen in die Hände.

Augmented Reality rettet Social Media

Es ist was dran: Gerade bei jungen Menschen verliert Facebook (und noch mehr Twitter) an Bedeutung. Ob das nun ein gefährlicher Exodus oder sinnvolles Aufräumen ist, muss sich erst noch zeigen. 2018 könnte sich das Blatt jedoch wenden: So wurde letztes Jahr Facebook Spaces als VR-App präsentiert. Virtual und Augmented Reality sind durchaus geeignet, das Standing der großen Sozialen Plattformen zu verbessern, wenn sie der Verbreitung dieser Technik dienen.

Unsere Einschätzung: Facebook ist noch lange nicht tot, und AR bzw. VR wirken sich lebensverlängernd aus. In AR und VR zu investieren und zugleich das Engagement auf Facebook beizubehalten, erscheint eine sinnvolle Strategie für 2018.

Temporären Inhalten gehört die Aufmerksamkeit

Snapchat-Beiträge und die Stories auf Instagram bzw. Facebook haben eines gemeinsam: Sie sind vergänglich, und sie sind die Lieblinge der Generation Z, wenn es um Mobile Content geht. Das macht vergänglichen Content natürlich auch für Marketer interessant, und die Bespielung dieser Kanäle ist ein großer Trend für 2018.

Unsere Einschätzung: Hier sollte das Werbe-Engagement kritisch geplant werden und ganz sicher ist es abhängig von Branche und Zielgruppe. Was zu berücksichtigen ist: Wer sich Videos, Texte und Fotos ansieht, die schon bald vergehen, wird Inhalten möglicherweise nur eine geringe Aufmerksamkeit widmen. Instant-Medienkonsum ohne Langzeitwirkung mag ein hippes Image transportieren – um guten Content zu verbreiten, braucht es aber auch dauerhafte Kanäle.

…und Ihre Meinung?

Die oben aufgeführten Trends haben wir aus den folgenden Fundstellen herausgelesen. Bei Interesse können Sie sich die Trend-Vorhersagen selbst vornehmen und bewerten, ob und wie sie sich auf Ihr Unternehmen auswirken werden. Viel Vergnügen!

„12 Digital Marketing Trends to Watch Out for in 2018“ auf socialmediatoday.com

„5 Digital Marketing Trends for 2018“ auf digitalmarketinginstitute.com

„Content Marketing Trends 2018: die 5 wichtigsten Entwicklungen“ auf suxeedo.de

„Social Media Trends 2018: Das wird nächstes Jahr wichtig“ auf t3n.de


Foto: pexels.com

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Melanie Schwarz

ist Verkaufsleiterin und in der Kundenberatung von ams - Radio und MediaSolutions tätig. Sie berät Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von multimedialen Kampagnen.