Marketingkooperationen - Beispiele

Von Melanie Schwarz, veröffentlicht am 26.04.2016
Zwei Hände schieben Puzzleteile auf einem Holztisch

Erhöhung der Reichweite und Marktdurchdringung

Die Partnerschaft zwischen H&M und verschiedenen Designern aus dem Luxus-Bereich haben dem Mode-Discounter dauerhaft einen Image-Schub verpasst. Kooperationen wie etwa mit Versace sind fest in der Marketing-Strategie von H&M etabliert.

Die Zusammenarbeit der Marken hat beiden Seiten nicht nur große mediale Aufmerksamkeit gebracht, sondern auch deutliche Absatzsteigerungen der jeweiligen Produkte.

Die Premium-Marken erreichen durch drastische Preissenkungen einen völlig neuen Markt, H&M kann sich von den anderen Mode-Anbietern im Niedrigpreissegment abgrenzen.

Gemeinsame Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen

Eine Beispiel für eine weitergehende Kooperation ist Google Wallet: Die Unternehmen Citi-Bank, Mastercard, First Data, Google und Sprint haben sich zusammengetan, um die Mobile App „Google Wallet“ weiterzuentwickeln.

Die App nutzt Technologie von Google, das „Trust Service Management“ von First Data, das Know-how der Citi-Bank im digitalen Banking, die Erfahrung von Mastercard im Bereich der bargeldlosen Transaktionen sowie Endgeräte von Sprint.

Den Kunden ist es damit möglich, ihre Einkäufe bargeldlos zu bezahlen, in dem sie einfach ihr Mobiltelefon an einem Terminal in der Nähe der Kassen berühren.

Am Beispiel „Google Wallet“ wird deutlich, dass durch Kooperation unterschiedlicher Unternehmen völlig neue, innovative Produkte und Dienstleistungen mit weitreichenden Veränderungen für Kunden und Branchen entstehen können. Die Wahrnehmung der einzelnen Marken wird verbessert, die Vorteile für Kunden und Anbieter sind groß.

Distribution und Erschließung neuer Vertriebswege

Discounter wie Aldi und Netto haben in den letzten Jahren zahlreiche erfolgreiche Marketingkooperationen durchgeführt. So gab es in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn vergünstigte Fahrkarten oder günstige Pauschalreisen des Veranstalters „Berge und Meer“.

Wenn Markenkompetenzen sich mit Synergieeffekten wie Imagetransfer, Bekanntheitssteigerung und zusätzliche Wachstumschancen ergänzen, profitieren die beteiligten Partner enorm.

Die Zusammenarbeit der Firma Beiersdorf mit seiner Marke „Nivea For Men“ und Philips mit seinen „Philishave“-Rasierern demonstriert diesen Vorteil anschaulich. „Nivea For Men“ erhält durch den gemeinsamen Markenauftritt ein maskulineres Image, „Philishave“ wiederum ergänzt sein Image mit der „Pflegekompetenz“ von Nivea.

In diesem Beispiel sehen wir zwei starke Marken, die jeweils vom Imagetransfer der anderen Marke profitieren.

Cross-Channel-Marketing

Die Fluggesellschaft Lufthansa hat die Verbindung von E-Mail, Mobile-Marketing und Social Media mit der Einführung ihrer „Pre-Flight-Mailings hervorragend integriert.

Wenn beispielsweise ein Flug online gebucht wird, kann ein bevorzugter Kommunikationskanal gewählt werden. Die Flugbestätigung wird auch per E-Mail versandt. Einen Tag vor Abflug wird der Kunde dann – je nach Wunsch per SMS oder per E-Mail – über die Möglichkeit des Online-Check-In informiert.

Im Rahmen der Kommunikation mit dem Kunden können Kooperationsangebote etwa mit Autovermietern und Hotelvermittlern an verschiedenen Stellen integriert werden.

Zusammenfassung

Die Möglichkeiten, durch Marketingkooperationen neue Zielgruppen anzusprechen, Absatzkanäle zu erschließen und Image-Effekte zu erzielen, sind heutzutage vielseitiger denn je. Im Zuge der Digitalisierung stehen vielseitige Tools zum Verbinden der Offline- und der Online-Welt zur Verfügung, die bei der kreativen Kombination von Produkten und Werbeangeboten ungeahnte kreative Freiheiten bieten.

Auch gerade für kleine und mittelständische Unternehmen, deren Budgets beschränkt sind, werden Marketingkooperationen immer wichtiger.

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Melanie Schwarz

ist gelernte Kommunikationswirtin und arbeitete in Köln und Düsseldorf als Mediaplanerin in Mediagenturen. Es folgten leitende Funktionen im Bereich Mediaberatung u. a. in Wiesbaden bei Carat (Dentsu Aegis) als Unit Director. In OWL kamen Aufgaben als Key Account Managerin bei Bertelsmann, Anzeigenleiterin beim Delius Klasing Verlag und Verkaufs- und Projektleiterin im Medienunternehmen ams - Radio und MediaSolutions dazu.