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Karriere-Knigge: Eingeladen beim Chef

Von Martina Tekin, veröffentlicht am 29.3.2016

karriere-kniggeKaum ist die Beförderung in der Tasche, folgt der bereits vermutete Haken auf dem Fuße: Eine Einladung beim Chef.

Die erste Reaktion nach der Freude: Panik! Wie verhält man sich denn am Tisch mit dem Boss? Also erst einmal tief durchatmen und alle wichtigen Punkte sammeln. Dann kann so ein Geschäftsessen doch gar keine so große Sache sein. Oder?

Eingeladen beim Chef: Vertrauensvorschuss auf dem Prüfstand

Oft ist es genau wie im oben geschilderten Fall. Der Vorgesetzte weiß die fachliche Kompetenz seines Mitarbeiters zu schätzen und honoriert dessen Leistung mit einer Beförderung. Doch wenn es auf der Karriereleiter einen Schritt nach oben geht, verändert sich auch die Beziehung zum Chef.

Wer zum Chef eingeladen wird, darf dies zunächst als Vertrauensbekundung auffassen. Aber am Ende ist es auch eine Prüfung dieses geschenkten Vertrauens.

Gerade in kleinen Unternehmen oder überschaubaren Abteilungen genügt es nicht, wenn die Chemie untereinander im Business stimmt. Auch privat muss es zumindest so gut funktionieren, dass man bei der nächsten Konferenz nicht nonstop aneinander vorbeiredet, weil man völlig unterschiedliche Ansichten vertritt. Ein Geschäftsessen ist also Chance und Risiko zugleich.

Dos und Don'ts beim Geschäftsessen

Erster Schritt im Karriere-Knigge zum Geschäftsessen ist das Sichten der Rahmenbedingungen. Wann und wo findet das Treffen statt?

Je nachdem, ob das Geschäftsessen für den Mittag im Restaurant neben der Firma oder abends im Anwesen des Vorgesetzten eingeplant ist, zählen natürlich andere Dinge. Unbedingt zu beachten sind folgende Punkte:

Kleidung:

Dass man nicht mit dem gemütlichen Feierabendpulli auftaucht, wenn man eingeladen beim Chef ist, wissen Sie so gut wie ich. Doch zwischen feinstem Zwirn und Freizeitlook gibt es dermaßen viele Abstufungen, dass die Auswahl der richtigen Garderobe fürs Geschäftsessen trotzdem nicht leichtfällt.

Am Abend darf es etwas eleganter sein als tagsüber, übertriebenes Aufbrezeln ist trotzdem nicht angebracht.

Als Mitarbeiter in einer Bank, macht es Sinn, auch zur Einladung beim Chef elegant gekleidet aufzutauchen. Im Marketing hingegen geht es auch im Tagesgeschäft meist locker zu, sodass ein Nadelstreifenanzug mit Krawatte oder Fliege abends wohl eher Verwunderung auslösen dürfte.

Hier fahren Damen und auch Herren mit dem lockeren Business-Dresscode am besten, spricht mit einem guten Hemd ohne Krawatte oder mit einer schicken Bluse zur Hose.

Flecken, Löcher oder Knitterfalten gehen natürlich gar nicht und sollten beim Geschäftsessen unbedingt vermieden werden.

Aufmerksamkeit:

Der Chef lädt zum Geschäftsessen ein. Wie bereits erwähnt, ist das ein Vertrauensbeweis. Zum Karriere-Knigge gehört dementsprechend auch ein aufmerksames Verhalten.

Öffnet der Chef die Tür, obliegt ihm die Begrüßung und auch die Handreichung und nicht umgekehrt. Sofern die Partner von Chef und Angestelltem anwesend sind, geht es nach der Begrüßung meist in eine kurze Vorstellungsrunde über. Die perfekte Gelegenheit, das mitgebrachte Geschenk zu überreichen.

Ja, ein kleines Präsent als Dankeschön für die Einladung gehört zum guten Ton und ist keinesfalls altmodisch. Zufällig wissen Sie, dass Ihr Chef italienischen Rotwein liebt? Was könnte also ein passenderes Mitbringsel sein als ein guter Tropfen aus Bella Italia?

Gut fahren Sie auch mit unverfänglichen Präsenten: Blumen oder Pralinen sind immer eine nette Geste. Zugegebenermaßen manchmal aber auch recht langweilig.

Sollten Sie Ihren Chef ein wenig besser kennen, zeigen Sie das und punkten Sie mit der Auswahl Ihres Gastgeschenks. Wenn er Italien liebt, könnte auch ein Bildband über das Land eine nette Geschenkidee sein.

Geschenke, die eine Verpflichtung auslösen, beispielsweise Karten für einen gemeinsamen Konzertbesuch, sind dann doch zu viel des Guten und beim Geschäftsessen deplatziert.

Das Tischgespräch:

Je näher der Tisch rückt, umso größer wird die Aufregung.

Wie war das noch gleich mit dem besten Gesprächsthema? Auch wenn es ungewohnt ist, darf über private Dinge gesprochen werden, wenn Sie eingeladen beim Chef sind. Möglicherweise bietet Ihr Vorgesetzter selbst einen guten Einstieg an. Andernfalls dürfen Sie selbst ein unverfängliches Thema wählen.

Schauen Sie sich doch einmal um, wie Ihr Chef lebt. Fällt Ihr Blick zum Beispiel auf eine rustikale Kommode, dürfen Sie dieses Möbelstück gerne als Aufgänger wählen. Dass Sie demnächst schwanger werden möchten oder Probleme mit der Schwiegermutter haben, gehört selbstredend nicht zum geeigneten Small Talk.

Im Grunde ist beim Geschäftsessen das meiste eine Frage des richtigen Timings. Pünktlich erscheinen, zur richtigen Zeit die passenden Worte finden und den Gesprächspartner stets ausreden lassen, bevor man mit der eigenen, gut gewählten Antwort punktet.

Wenn Sie und ich mir diese Dinge vornehmen, kann doch beim anstehenden Geschäftsessen eigentlich nichts mehr schiefgehen.

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Themen: Marketing

Martina Tekin

Von Martina Tekin,

studierte Politik- und Medienwissenschaft sowie Vor- und Frühgeschichte. Danach war sie mehrere Jahre im Bereich PR/Öffentlichkeitsarbeit sowie später in einer Werbeagentur als Texterin tätig. Seit 2014 arbeitet sie als Redakteurin in einer Marketingagentur.

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