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Gibt es Work-Life-Balance in digitalen Zeiten?

Von Semia Chouchane, veröffentlicht am 21.10.2015

Work_Life_Digitale_ZeitenWer einen digitalen Arbeitsplatz besitzt, kann eigentlich immer und überall arbeiten: Nochmals schnell die E-Mails vor dem Schlafengehen checken. Während des Frühstücks schon mal das nächste Meeting vorbereiten und auch aus dem Urlaub an der Telefonkonferenz teilnehmen.

Immer erreichbar, immer im Austausch – E-Mail, Smartphone und Laptop sei Dank. Sie ermöglichen flexibles Arbeiten einerseits. Andererseits verwischen sie die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben.

Führungskräfte sind hier gefordert, einen guten Weg für ihre Mitarbeiter zu finden - sonst drohen Unzufriedenheit unter der Belegschaft und im schlimmsten Fall immer häufiger auftretende Burn out-Diagnosen.

Work-Life-Balance war gestern?

Noch vor einigen Jahren führte das Schlagwort „Work-Life-Balance“ (WLB) die Diskussion um eine bessere Vereinbarkeit zwischen Job und Karrierewünschen, Familie, Freunden und Freizeitaktivitäten an.

Heute geht die Debatte in HR-Blogs* in eine andere Richtung: Nicht die Trennung von Arbeits- und Privatleben, sondern die Überblendung, das sogenannte Work-Life-Blending, sei in der Arbeitswelt auf dem Vormarsch.

Dahinter steckt die Annahme, dass Arbeit und Leben keine Gegenpole darstellen, die in zeitlicher Konkurrenz zueinander stehen. Vielmehr sorgen Entwicklungen wie die Arbeit im Home Office oder der Einsatz mobiler Endgeräte wie Smartphones, Tablets oder Laptops für eine fortschreitende Verschmelzung von Job und Privatleben und schaffen einen fließenden Übergang von Arbeits- und Privatleben.

Also sind Arbeitnehmer auch am Wochenende für die Kunden erreichbar und können als Ausgleich auch in der Arbeitszeit private Angelegenheiten klären.

Bleibt die Frage: Sind Arbeitnehmer damit zufriedener?

Auch wenn sich die Bezeichnungen und Arbeitsmodelle verändert haben, so hält das Bedürfnis von Angestellten nach einem erfüllten Privatleben an. Der Verschmelzung von Job und Freizeit stehen sie vielmehr kritisch gegenüber.

Zu diesem Ergebnis kam, laut einem Artikel der „Karrierebibel“, zum Beispiel die Umfrage Talents & Trends, für die mehr als 600 Berufstätige befragt wurden.

  • Demnach halten 64 Prozent der Befragten eine strikte Trennung von Arbeit und Freizeit für die einzige Möglichkeit, keinen der beiden Bereiche zu vernachlässigen.
  • Fast 70 Prozent sind der Meinung, dass bei einer Verschmelzung das private Leben mehr leidet und die Arbeit in den Vordergrund rückt.
  • 40 Prozent geben an, durch Work-Life-Blending regelmäßig Überstunden machen zu müssen

Strikte Trennung oder fließender Übergang

Die Ergebnisse und die Debatte um das Ende der Work-Life-Balance sowie den Einzug des Work-Life Blending offenbaren die großen Herausforderungen für Unternehmen und Mitarbeiter. Die neuen Arbeitsweisen fordern von jedem Einzelnen ein höheres Maß an Flexibilität und Offenheit.

Unternehmen und Mitarbeiter kommen gar nicht umhin, ihre Handlungen, Bedürfnisse und Anforderungen in den Blick zu nehmen, um alle Teilbereiche in Einklang zu bringen.

Arbeitgeber stehen vor der Aufgabe, die persönlichen Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter zu identifizieren und in Einklang mit den Erfordernissen des geschäftlichen Ablaufs zu bringen. Hier sind individuelle Lösungen gefragt und keine pauschalen Regelungen, die vielleicht Mitarbeiter A helfen, aber an Mitarbeiter B vorbeigehen.

Erstrebenswert ist ein Arbeitsmodell, bei dem sich die Arbeit an den Bedürfnissen des Einzelnen ausrichtet.

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 *Weiterführende Links zur Debatte in HR-Blogs:

http://www.mittelstand-die-macher.de/management/prozess-projektmanagement/studie-zu-arbeitswelt-4-0-work-life-blending-statt-balance-11595

http://www.personalblogger.net/2013/01/08/das-ende-der-work-life-balance/

Themen: Management, Online, Werbung

Semia Chouchane

Von Semia Chouchane,

ist Pressereferentin in einem Bielefelder Medienunternehmen und kümmert sich um den Content für die Print- und Online-Kanäle des Unternehmens mit dem Schwerpunkt auf Marketing- und Vermarktungs-Themen.

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