Facebook-Gewinnspiele – was geht und was geht nicht?

Von Barbara Kawa, veröffentlicht am 13.01.2016
Finger auf dem Touchscreen eines iPads, auf dem facebook geöffnet ist

Natürlich geht es bei einem Gewinnspiel nicht immer darum Restposten los zu werden. In der Regel handelt es sich um geplante Aktionen, mit denen Aufmerksamkeit generiert und der Kunde an die Marke gebunden werden soll.

Außerdem können neue Fans gewonnen werden und ihre Teilnahme an der Promotion kann für weitere Marketingzwecke ausgewertet werden.

Die Zahl der Gewinnspiele bei Facebook nimmt zu, weil mit minimalem Aufwand sofort eine breite Masse erreicht wird. So ist z.B. keine Programmierung für das Spiel auf der eigenen Webseite nötig. Kunden müssen auch nicht per aufwendigem Mailing auf die Aktion hingewiesen werden.

Allerdings hat das Online-Netzwerk ganz eigene Voraussetzungen für die Durchführung eines Gewinnspiels geschaffen, die man beachten sollte. Andernfalls kann Facebook die Aktion stoppen oder im schlimmsten Fall die Unternehmensseite sperren.

Allgemeine Regelungen zum Gewinnspiel

Zunächst gelten die gleichen Voraussetzungen wie bei jedem anderen Gewinnspiel auch: Es müssen klare Regeln festgelegt und etwaige Bedingungen genannt werden.

Formuliert sein muss:

  •     Wer darf teilnehmen
  •     Was gibt es zu gewinnen?
  •     Wie wird der Gewinner ermittelt? (z.B. Losverfahren oder durch eine Jury)
  •     Wie kommt der Gewinner an seinen Preis?
  •     Wichtig sind auch die Hinweise zum Datenschutz.

Klare Regeln bedeutet vor allem auch, dass ein Zeitraum definiert wird:

  • Wann startet und wann endet das Gewinnspiel?

Mit Formulierungen wie „der letzte Post gewinnt“ bekommt man zwar unendlich viele Kommentare und somit Reichweite. Da man das Gewinnspiel aber nicht deutlich regelt, ist es eigentlich ungültig. In dieser Sache gab es für einige Anbieter bereits ein böses Erwachen…

Es müssen also feste Teilnahmebedingungen formuliert werden, die für alle – am besten im Internet - einsehbar sind. Sie können z.B. auf der eigenen Webseite veröffentlicht werden. Empfehlenswert ist es, hier auch deutlich zu nennen, wer das Spiel veranstaltet und wie man Kontakt aufnehmen kann.

Vorgaben von Facebook

Facebook legt in seinen Nutzungsbedingungen unter dem Punkt „Promotions“ eigene weitere Guidelines fest. So muss deutlich darauf hingewiesen werden, dass das Gewinnspiel nicht von Facebook durchgeführt und unterstützt wird. Viele Unternehmen nutzen hierfür den Standardsatz „Diese Promotion steht in keiner Verbindung zu Facebook und wird in keiner Weise von Facebook gesponsert, unterstützt oder organisiert.“

Ausdrücklich dürfen keine Chroniken von Fans oder persönliche Verbindungen dieser für die Teilnahme genutzt werden. Konkret heißt das, Bedingungen wie „teile diesen Post auf deiner Seite“ oder „markiere einen Freund um zu gewinnen“ sind nicht erlaubt.

Das Kommentieren oder Liken eines Posts oder eines Bildes ist als Bedingung zur Teilnahme hingegen kein Problem. Ebenso kann man die User dazu auffordern selbst ein Foto zu posten, um zu gewinnen.

Ein Voting durch Gefällt mir-Klicks ist mittlerweile auch erlaubt. So kann also auch der Post mit den meisten Likes gewinnen. Wichtig hierbei aber wieder: Wann ist das Voting zu Ende, also wann wird ermittelt, welcher Post die meisten Likes hat?

Was eignet sich, was nicht?

Grundsätzlich sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt:

  • Sie können die User aufrufen zu einem Thema ein Foto oder ein Video zu posten.
  • Sie können eine Abstimmung durchführen
  • sich in den Kommentaren die schönsten Geschichten zu einer Sache erzählen lassen
  • oder auch einfach ein Like einsammeln und so Reichweite generieren.

Eine einfache Teilnahmemöglichkeit ist dabei immer besser als zu aufwendige Mitmach-Voraussetzungen.

Trotzdem sollten sich Marketer überlegen, ob es reicht, wenn der User nur durch das Klicken von „Gefällt mir“ bereits im Lostopf landet. Denn dieser Klick passiert dann im „Vorbeisurfen“ und das Produkt oder der Absender werden nicht vollständig wahrgenommen.

Außerdem kommt nur durch einen Klick keine Interaktion zustande, die bei Facebook aber gebraucht wird, damit der Post auch anderen Usern angezeigt wird und sich so der Bekanntheitsgrad erhöht.

Wichtig: Der Gewinn sollte immer zum Unternehmen passen.
Je hochwertiger er ist, desto aufwendiger kann der Spielmodus sein. Exklusive oder limitierte Gewinne sind natürlich ein starkes Zugpferd.

Zu bedenken ist aber immer: Anders als bei einem Preisausschreiben per Postkarte kann bei Facebook jeder sehen, was die anderen User machen. Veranstalten Sie also eine Namenssuche für ein Produkt, müssen Sie einkalkulieren, dass auch unsinnige Namen genannt werden und – falls es ein Voting dazu gibt – im schlechtesten Fall sogar gewinnen und eingeführt werden müssen.

Ablauf bei Facebook

Wenn Sie nun das Gewinnspiel auf Facebook posten, dann stellen Sie natürlich die wichtigsten Infos in den Vordergrund: Was gibt es zu gewinnen und wie mache ich mit.

Absolut notwendig ist aber jetzt, dass Sie aus dem Beitragspost heraus auf die Teilnahmebedingungen hinweisen. Hierfür nennen Sie am besten den Link, unter dem diese einzusehen sind.

Wenn am Ende dann ein Gewinner ermittelt ist, stellt sich die Frage, wie Sie ihn kontaktieren. Als Unternehmensseite ist es ja nicht möglich, einen Nutzer direkt per Nachricht anzuschreiben, um Spam zu vermeiden. Daher ist die einfachste Variante, den Gewinner auf Facebook zu nennen und ihn aufzufordern, sich bei Ihnen zu melden. Geben Sie dafür gleich die entsprechende E-Mail-Adresse mit an.

Ein Gewinnspiel bei Facebook ist also eine schnelle und unkomplizierte Möglichkeit, den Interessenten und Kunden zu erreichen und Aufmerksamkeit zu generieren - auch wenn Sie die “hauseigenen” Vorgaben der Plattform berücksichtigen. Dies sollten Sie allerdings wirklich tun.

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Barbara Kawa

ist Online-Redakteurin und Social Media Managerin bei ams - Radio und MediaSolutions und beschäftigt sich mit allen Themen im und rund ums Web.