Die drei mal drei besten Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung

Von Henrike Dibbern, veröffentlicht am 21.11.2017
Vier Frauen die in Buisnesskleidung auf einer Couch sitzen mit iPad und Kaffee in der Hand

Man hat es schon oft so oder ähnlich gehört: „Mitarbeiter kommen wegen der Firma und
gehen wegen des Chefs“. Darin steckt zumindest ein wahrer Kern, denn die
Mitarbeiterführung durch den Vorgesetzten entscheidet zu großen Teilen darüber, ob sich
ein qualifizierter Mitarbeiter in einem Unternehmen so wohl fühlt, dass er gerne bleibt.
Aktive Mitarbeiterbindung, auch Retention Management genannt, setzt aber auf mehreren
Ebenen an.

Wie so oft bei Personalinhalten, können und wollen wir keinen Anspruch darauf erheben, diese Aspekte des Themas „Employer Branding“ wirklich erschöpfend zu behandeln. Wir freuen uns aber, wenn Sie die vorgestellten Punkte dazu inspirieren, sich ausführlicher mit Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung zu befassen. Eine bewährte Anlaufstelle für entsprechende Schulungen und Vorträge ist hierbei u.a. Ihre IHK vor Ort. Aber nun lassen Sie uns loslegen mit der Bindung Ihres wertvollen Humankapitals an das Unternehmen!

Maßnahmen zur rationalen bzw. kalkulativen Bindung

Natürlich spielt das Geld eine Rolle! Aber die Höhe des Gehalts ist nur ein Aspekt, wenn ein
Arbeitnehmer abwägt, welche Vor- und Nachteile sein weiterer Verbleib im Unternehmen
mit sich bringt. So können Sie seine Überlegungen positiv beeinflussen:

  1. Erzeugen Sie ein inspirierendes Arbeitsumfeld
    Es genügt nicht, neidisch auf hippe Start-ups im Silicon Valley zu schauen: Werden Sie selbst kreativ, um ein attraktives Arbeitsumfeld zu erzeugen. Eine Arbeitsplatz auf der
    Dachterrasse, eine Wohlfühlecke mit Kaffeemaschine, freundliche Bürogestaltung,
    Möglichkeiten zu Tagen im Home Offfice… Sie wissen schon, wie das geht, haben es aber
    nur noch nicht umgesetzt, oder?
  2. Schaffen Sie Mehrwert
    Abhängig von der Unternehmensgröße können Sie Ihren Mitarbeitern zahlreiche geldwerte
    Vorteile verschaffen, die Ihr Employer Branding deutlich verbessern. Dazu gehören zum
    Beispiel eine eigene KiTa (oder eine Kooperation mit einer nahen Einrichtung), ein Hol- und
    Bringdienst für die Reinigung, eine Kantine, die gesund und lecker kocht (oder vergünstigte
    Angebote bei der Salatbar ums Eck), Zuschüsse für den ÖPNV oder ein E-Bike für Pendler.
  3. Finden Sie die Balance
    Gestalten Sie das Gehalt Ihrer Leistungsträger so, dass es ihnen gerecht wird. Nicht weniger, aber auch nicht unbedingt mehr (damit als Motivationsschub noch Luft nach oben ist). Sie sollten natürlich konkurrenzfähig zahlen, aber vergessen Sie nicht: Am meisten profitieren Sie von Mitarbeitern, die wegen ihrer Aufgaben bleiben – nicht nur wegen mehr Geld.

Maßnahmen zur emotionalen bzw. affektiven Bindung

Man muss mit seinem Büro nicht verheiratet sein. Aber mögen sollte man es schon ein
wenig, damit man es gerne wiedersieht. Zufriedene Mitarbeiter sind solche, die ihre
Arbeitsstelle auch auf einer emotionalen Ebene wahrnehmen. Und so schaffen Sie
Zufriedenheit:

  1. Achten Sie auf die Führung
    Wer seine Mitarbeiter mit Empathie und Fingerspitzengefühl behandelt, der findet auch ein
    offenes Ohr, wenn er sie zusätzlich fordert. Und wer immer wieder lobt, der kann auch Kritik so anbringen, dass sie Beachtung findet. So entsteht ein Klima von gegenseitigem Respekt, in dem sich Mitarbeiter wohl fühlen.
  2. Stärken Sie den Teamgeist
    Das kollegiale Umfeld kann eine enorme emotionale Kraft aufbauen. Nutzen Sie diesen
    Effekt durch regelmäßige, auch formlose, Meetings, gemeinsame Unternehmungen und
    Teambildungs-Maßnahmen. Je mehr ein Unternehmen zur zweiten Familie wird, umso
    stärker wird die Bindung.
  3. Schaffen Sie Identifikationsmöglichkeiten
    Die besten Mitarbeiter sind jene, die Ihre Ziele teilen. Und das tun sie dann, wenn sie sich
    mit Ihrem Unternehmen voll und ganz identifizieren. Das gelingt oftmals bereits durch
    Formulierungen und Kleinigkeiten. Ein Beispiel: Würden sich Ihre Mitarbeiter mehr
    engagieren, wenn sie zu hören bekommen „Die Verkäufe müssen steigen, der Break-even
    schneller erreicht werden!“ – oder bei „Wir haben tolle Produkte! Wir haben clevere Ideen!
    Wir erobern den Markt im Sturm!“?

Maßnahmen zur qualitätsorientierten Bindung

Gute Mitarbeiter wollen sich weiterentwickeln! Das bedeutet, dass sie bei Ihrem
Unternehmen unter Anderem. folgende Punkte ständig hinterfragen: Werden meine
Aufgaben meiner Qualifikation gerecht? Kann ich mich fortbilden und meine Wissensgebiete
erweitern? Wie wird meine Zukunft aussehen?
Je qualifizierter ein Mitarbeiter ist, umso mehr ist er in Bewegung. Sie entscheiden, ob diese
Bewegung in Ihrem Unternehmen nach oben verläuft, oder aber seitwärts zu einem anderen
Unternehmen.

  1. Geben Sie Mitarbeitern eine Perspektive
    Karrieremöglichkeiten dürfen nicht nur eine Möhre vor der Nase sein: Erarbeiten Sie mit
    High Potentials einen attraktiven Karriere- und Aufstiegsplan.
  2. Fördern und fordern Sie
    „Man wächst mit seinen Aufgaben“: Dieser Satz mag seine Berechtigung haben – aber
    unerreichbar dürfen Ziele natürlich auch nicht sein, der Mitarbeiter muss sich schon danach
    strecken können. Wenn Sie Ihr Personal richtig fördern, dürfen sie es auch fordern. Und
    wenn die Arbeit dann auch noch Spaß macht, sehen sich Mitarbeiter in ihrem Bemühen
    bestätigt.
  3. Bieten Sie attraktive Fortbildungsmöglichkeiten
    Leider gibt es noch immer Arbeitgeber, die das Thema Fortbildung nur halbherzig behandeln. Da werden Maßnahmen, die der Arbeitnehmer von sich aus entdeckt hat, als überflüssig abgetan oder nur Kurse akzeptiert, die in der Freizeit stattfinden. Unterschätzen Sie nie die positiven Effekte, wenn Mitarbeiter feststellen, dass in sie investiert wird – und  die Erkenntnisse, die sie gewinnen, wenn sie mal aus dem Alltagsgeschäft raus sind. Gute
    Fortbildungen sind nie billig, aber in den allermeisten Fällen eine sinnvolle Investition in die
    Mitarbeiterbindung.

Zum Schluss

„Und was ist mit der Work-Life-Balance? Was mit flexiblen Arbeitszeiten, Sabbaticals oder
Maßnahmen während des Recruitungs/Onboardings?“ Sie haben recht – es gibt noch viele weitere Gelegenheiten, aktive Mitarbeiterbindung zu betreiben. An dieser Stelle können wir Sie nur aufmuntern: Arbeiten Sie beständig an der Intensivierung der Mitarbeiterbindung, informieren Sie sich über neue Erkenntnisse und Ideen und finden Sie heraus, welche Maßnahmen am besten greifen. Wir wünschen viel Erfolg und lange Mitarbeiter-Beziehungen!

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Henrike Dibbern

studierte Soziologie, Politik- und Verwaltungswissenschaft. Seit 2014 arbeitet sie als Redakteurin in einer Marketingagentur.