Die DARC-Formel als Instrument für die richtige Mitarbeiterauswahl

Von Melanie Schwarz, veröffentlicht am 28.09.2015
Vier Personen sitzen in einer Stuhlreihe und halten je ein Blatt papier vor sich

Ursprünglich als Formel für das Online-Marketing in Unternehmen entwickelt, lässt sie sich auch sehr gut auf die Mitarbeiterrekrutierung übertragen und anwenden.

DARC – Eine Begriffsklärung

DARC ist ein Akronym aus den englischen Begriffen Digital – Analytic – Reach – Creativity.

Digital: Der Begriff digital steht für die Eigenschaft, sich absolut sicher im Umfeld der digitalen Welt zu bewegen, keine Berührungsängste zu haben und innovative Ideen immer digital zu denken.

Für die Digital Natives in unserer Gesellschaft trifft dies alles natürlich zu, doch der Anspruch geht weiter darüber hinaus. Es ist nicht nur wichtig, sich mit Facebook auszukennen und seine Erlebnisse auf Twitter zu posten. Obwohl es essenziell ist, die digitale Welt fest im eigenen Lebensalltag verankert zu haben, geht es auch darum, in Fragen der innovativen Unternehmensentwicklung digital denken zu können und mit starken Trends vorauszugehen.

Analytic: Damit ist die Eigenschaft gemeint, digitale Prozesse analysieren und bewerten zu können. Es genügt nicht, nur Ideen zu haben, Maßnahmen auf den Weg zu bringen oder auch bei Trends aufzuspringen.

Für das Vorankommen des eigenen Unternehmens ist es unerlässlich, dass die Mitarbeiter ihre eigenen Projekte evaluieren können, um die Wirkung der Maßnahmen vergleichbar zu machen.

Nur Mitarbeiter, die analytisch denken können und ihre Aufgaben kritisch hinterfragen, haben Spaß daran, Veränderungen zugunsten der strategischen Ausrichtung und damit auch zugunsten des unternehmerischen Gesamterfolgs herbeizuführen.

Reach: Reichweite. Das ist ein typischer Begriff aus dem Bereich des Online-Marketing.

Er bezeichnet die Reichweite des Netzwerks, über welches ein Mitarbeiter verfügt. Damit ist zum einen das Online-Netzwerk gemeint, also die Kontakte, die im Social Web gepflegt werden. Zum anderen geht es aber auch um Offline-Verbindungen, also persönliche Beziehungen.

Reichweite bezieht sich dabei nicht nur auf geschäftliche Kontakt, sondern auch um das private Netzwerk des Mitarbeiters.

Jede Beziehung zu einem anderen Menschen bildet eine kleine Synapse, über die Informationen gestreut werden. Die Kontakte selbst verfügen wieder über eine gewisse Reichweite und so entsteht ein wichtiges Netz von Knotenpunkten.

Creativity: Die Bedeutung dieses Begriffs ist vermutlich klar, denn kreativ sollte jeder Mitarbeiter eines Unternehmens sein, vom Praktikant bis zum Geschäftsführer – besonders im Marketingbereich, in dem der Begriff eine zentrale Rolle spielt.

In Bezug auf die DARC-Formel kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu. Hier ist mit Kreativität auch die Fähigkeit gemeint, sie angemessen einsetzen zu können. Sie muss gefiltert und einem Verwendungszweck zugeordnet werden können. Inhalte werden also immer für bestimmte Kanäle geschaffen und aufbereitet.

Die DARC-Formel bei der Mitarbeiterauswahl anwenden

Haben Sie in Ihrem Unternehmen eine neue Stelle zu besetzen, ziehen Sie zusätzlich zu den üblichen Kriterien im Bewerbungsverfahren die DARC-Eigenschaften heran.

Legen Sie im Voraus für sich fest, welche Idealverteilung der potentielle neue Mitarbeiter mitbringen sollte.

Legen Sie Wert auf die gleiche Verteilung der vier Soft Skills? Oder ist Ihnen die analytische Fähigkeit wichtiger als die Kreativität? Bei den vier Eigenschaften handelt es sich um variable Stellschrauben, über deren Justierung von Stelle zu Stelle neu entschieden werden sollte.

Abteilungsübergreifende Personalarbeit mit der DARC-Formel

Wie bereits kurz erwähnt, ist die DARC-Formel eigentlich ein Instrument, das besonders im Marketing verwendet wird, um Mitarbeiter zu finden, die die Social-Media-Strategie und die Maßnahmen des Online-Marketing im Unternehmen erfolgreich aufbauen bzw. weiterführen können.

Meines Erachtens ist die DARC-Formel jedoch ein Instrument, das für die Mitarbeitersuche in allen Unternehmensbereichen eingesetzt werden kann, denn: Das Fundament, auf dem heutige Unternehmen aufbauen, ist im digitalen Zeitalter ein anderes als noch vor 30 Jahren.

Sich in der digitalen Welt sicher zu bewegen, analytisch denken zu können, über eine gewisse Reichweite zu verfügen und kreativ zu sein, sind Stützpfeiler eines erfolgreichen, modernen Gesamtunternehmens. Nicht nur der Marketing-Abteilung.

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Melanie Schwarz

ist gelernte Kommunikationswirtin und arbeitete in Köln und Düsseldorf als Mediaplanerin in Mediagenturen. Es folgten leitende Funktionen im Bereich Mediaberatung u. a. in Wiesbaden bei Carat (Dentsu Aegis) als Unit Director. In OWL kamen Aufgaben als Key Account Managerin bei Bertelsmann, Anzeigenleiterin beim Delius Klasing Verlag und Verkaufs- und Projektleiterin im Medienunternehmen ams - Radio und MediaSolutions dazu.

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