Der Marketing-Blog für die Region

Die APFEL-Methode – Kreative Ideen mit Biss

Von Martina Tekin, veröffentlicht am 8.1.2016

apfel-methodeAuf Knopfdruck kreativ sein und spontan neue Ideen finden. Das ist im Arbeitsalltag oft schwer umsetzbar.

Beim „Brainstorming“ sollen die Ideen sprudeln, doch stattdessen plätschern die Gedanken nur vor sich hin und der richtige Einfall lässt auf sich warten.

Wer der Kreativität seiner Mitarbeiter auf die Sprünge helfen muss, verabschiedet sich am besten vom altgedienten Brainstorming und setzt auf die APFEL-Methode.

Brainstorming? Nicht schon wieder!

Die kreative Leistung der Mitarbeiter nimmt bei immer gleichen Vorgehensweisen rapide ab. Die Erfahrung zeigt: Gewohnheit ist für die Kreativität tödlich!

Beim klassischen Brainstorming in einer Arbeitsgruppe gilt eigentlich nur eine Regel: Es gibt keine Regel, alles ist erlaubt und genau das ist aber ein Problem. Die Beteiligten sind wenig bis gar nicht vorbereitet. Sie werden „ins kalte Wasser“ gestoßen, was nur selten zu Geistesblitzen führt.

Auch das Ziel des Prozesses wird nur grob umrissen, d.h. die Fokussierung auf ein fest definiertes Ergebnis ist nicht möglich. Dadurch geht viel kreative Energie verloren.

Die Ideensuche verläuft unstrukturiert und zufällig, denn den Teilnehmern werden keine Strategien zum Verlassen ihrer alten Denkmuster aufgezeigt. Der „Apfel“ hilft Ihnen dabei, verschiedene Kreativtechniken miteinander zu verbinden und so den Output zu maximieren.

A – wie Assoziationen

In der ersten Phase wird das grundlegende Prinzip des Brainstormings aufgegriffen. Es werden zunächst alle Einfälle und Assoziationen zusammengetragen, doch im Gegensatz zum gewohnten Vorgehen beziehen Sie sich auf eine gezielte Fragestellung: „Haben Sie eine Idee zu...?“

Zwei bis drei Minuten genügen, damit die Teilnehmer ihre Einfälle zum Thema niederschreiben können.

Nach dieser Silent-Thinking-Phase werden die Ergebnisse zusammengetragen. Halten Sie alles schriftlich fest, beispielsweise als Mindmap auf einem Flipchart.

Der Vorteil dieser Methode: Jeder denkt nach. Sie erhalten Ergebnisse von allen Teilnehmern. Denn nur, wenn alle Mitglieder die Ideen von jedem kennen, können neue Ideen entwickelt werden.

Mit dieser Methode verhindern Sie das so genannte Production Blocking, das eintritt, wenn immer nur einer redet. Der Redende „blockiert“ das Denken der Gruppe.

P – wie Perspektivenwechsel

Das „Über-den-Tellerrand-Schauen“ ist die Grundidee dieser, für den kreativen Prozess wichtigsten, Arbeitstechnik. Der Perspektivenwechsel ist häufig der Schlüssel zu neuen Ideen.

Man ändert den Blick auf die Problemstellung und nährt sich ihr von einer anderen Seite. Stellen Sie die Kreativität Ihrer Mitarbeiter beispielsweise mit folgenden Fragestellungen auf die Probe:

  • „Sie sind ein unzufriedener Kunde. Worüber würden Sie sich beschweren?“
  • „Sie sind der Marketingchef. Wie würden Sie reagieren?“

Dieser Rollenwechsel kann zu neuen Sichtweisen und somit neuen Ideen führen. Think outside the box: Verlassen Sie die gewohnten Bahnen und ausgetretenen Pfade.

Nur „anderes“ Denken führt zu neuen Ideen. Der Wechsel der Perspektive ist eine einfache, aber sehr wirkungsvolle Methode und sie ist erstaunlich leicht umzusetzen. Häufig werden dabei Ideen aufgegriffen, die durch simple Betriebsblindheit sicherlich nicht erkannt worden wären.

F- wie Fragetechniken

Eine weitere Methode, die Kreativität der Angestellten zu fördern, ist das Stellen von „Unbekannt“-Fragen.

Ihre Mitarbeiter sollen alles, was sie nicht zu dem Thema wissen, in Frageform niederschreiben. Anhand der aufgeworfenen Fragen finden sie vielleicht einen Lösungsansatz. Und häufig sogar neue Problemstellungen, auf die Sie oder Ihre Mitarbeiter nie gekommen wären.

Denkbar ist hier auch die Fragestellung in Kombination mit dem Perspektivenwechsel zu formulieren:

  • „Was weiß die durchschnittliche Hausfrau nicht über diese Thematik?“
  • „Als Marketing-Chef müssen Sie eine Entscheidung treffen. Welchen Aspekt kennen Sie noch nicht?“

E – wie Ebenenwechsel

Der Wechsel zwischen der konkreten (bestehenden, realen) und abstrakten (theoretisch, gedachten) Ebene steht im Fokus dieser Methode.

Ein Beispiel: Ihre Firma hat eine Software zur Erkennung und Archivierung von Fingerabdrücken für Hochsicherheitsbereiche entwickelt. Auf der konkreten (realen) Ebene ist diese Software für Ihre Kunden entwickelt worden.

Auf der abstrakten Ebene fragen Sie nun, wer diese Software noch nutzen könnte. Dieser Ebenenwechsel empfiehlt sich immer dann, wenn vorhandene Lösungen auf neue Anwendungsgebiete übertragen werden sollen. Sie haben die Antwort, suchen aber noch nach dem passenden Problem.

L – wie Lotteriemethode

Hier helfen Sie der Inspiration auf die Sprünge. Nachdem das Kreativteam in Zweiergruppen geteilt wurde, werfen Sie wahllos Begriffe in den Raum: „Pflaumenmus“, „Hundefutter“ oder „Gasturbine“ – je abstruser desto besser!

Ziel ist es, innerhalb einer vorgegebenen Zeit Ideen für Marketingkampagnen oder ähnliches zu entwickeln. Diese sollten sich weitestgehend an der Ausgangsfrage orientieren.

Dieses Konzept eignet sich besonders für das Ende eines Meetings, um einen positiven letzten Eindruck zu hinterlassen. Oder aber als Auflockerung für zwischendurch – falls die kreativen Gedanken gerade nicht sprudeln wollen.

Die Vorteile der Apfel-Methode liegen auf der Hand:

- 5 unterschiedliche Methoden zur Ideenfindung stehen zur Wahl

- alle Methoden sind frei kombinierbar – das sorgt für abwechslungsreiche und produktive Meetings

- innerhalb einer Sitzung entwickelt man verschiedene Sichtweisen auf eine Problemstellung

- durch eine fest formulierte Fragestellung kann zielgerichtet gearbeitet werden

- entstandene Ideen sind keine Zufallsprodukte, sondern das Ergebnis konsequenten Arbeitens

Werbewissen Radio - kostenloses Whitepaper

Themen: Marketing

Martina Tekin

Von Martina Tekin,

studierte Politik- und Medienwissenschaft sowie Vor- und Frühgeschichte. Danach war sie mehrere Jahre im Bereich PR/Öffentlichkeitsarbeit sowie später in einer Werbeagentur als Texterin tätig. Seit 2014 arbeitet sie als Redakteurin in einer Marketingagentur.

  • Kommentare