Der Producer – wie organisiert man ein Filmprojekt?

Von Videograph, veröffentlicht am 04.09.2018
Mann mit Kamera beim Dreh

Die Aufgabe eines Producers

Im Grunde genommen organisiert der Producer das gesamte Projekt. Immer basierend auf verbindlichen Eckdaten, dem Drehbuch und natürlich innerhalb des verkauften Budgets. Der Job eines Producers beginnt unmittelbar nach der Drehbuchfreigabe und endet erst mit Fertigstellung des Projekts. Deshalb ist die Position sehr abwechslungsreich, erfordert aber auch ein hohes Maß an Verantwortung. Schauen wir uns im Folgenden einmal an, wie der Ablauf des Producings während eines Projekts ist.

Der Drehplan – Organisation ist alles

Zunächst wird das Drehbuch nach der Freigabe umgestellt. Die einzelnen Bilder und Szenen brauchen für den Dreh eine sinnvolle Reihenfolge. So ist beispielsweise ein bestimmter Raum zu Beginn und am Ende des Films zu sehen. Sinnvollerweise dreht man beide Szenen aber in einem Rutsch. Auf diese Art entsteht Schritt für Schritt der Drehplan - die Grundlage für den Filmdreh.

Der Drehplan wird nun mit Tagen und Uhrzeiten versehen, die der Kunde anschließend frei gibt. Diese Phase der Produktion ist in der Regel mit vielen E-Mails und Telefonaten verbunden. Abstimmungen brauchen immer etwas Zeit.

Neben den Abstimmungen ergeben sich auch viele weitere Aufgaben. Durch den Drehplan entstehen Drehorte und -zeiten. Die Locations müssen vorbereitet, manchmal sogar gebucht werden. Dazu kommen Requisiten, die in den Szenen erforderlich sind. Die Organisation hiervon fällt nicht immer in das Aufgabenfeld des Producers. Falls bei einem Kunden gedreht wird, so kümmert sich dieser meist selbst um die Bereitstellung von Räumen und Requisiten. Dafür benötigt er allerdings eine Liste mit den entsprechenden Inhalten. Perfekte Kenntnis vom Drehbuch/Drehplan ist dabei absolut erforderlich. Denn bei Fehlern zeigen später alle Finger auf den Producer. Und keiner mag Fingerzeigen!

Die Darsteller – wer ist zu sehen?

Oftmals erfordern Filmprojekte neben der Organisation von Requisiten auch die von Mitarbeitern bzw. Darstellern. Diese haben vor Ort die unterschiedlichsten Aufgaben. Frühzeitig muss der Kunde entscheiden, ob es ein eigener Mitarbeiter oder ein Schauspieler sein soll. Da Mitarbeiter in Unternehmen wechseln oder auch Mal beim Wettbewerber landen können, greifen Kunden oft auf professionelle Darsteller zurück. Dadurch entstehen unterschiedliche Rollen, die unterschiedliche Typen erfordern. Für Forschung und Entwicklung, Konferenzen, Labore, Kundentermine, uvm.

Natürlich bucht man nicht einfach nur Darsteller, sondern sucht sie entsprechend der Rolle mit dem Kunden gemeinsam aus. Nach Einigung geht es dann an das Darstellerbriefing. Schließlich möchten die sich auch auf ihre Rolle vorbereiten. Und wieder ruft das Telefon. Übrigens: Sehen wir die Darsteller aus der Nähe, wird zudem auch häufig eine Maske organisiert, für das Styling und das Make-Up.

Die letzten Schritte als Producer

Nach Abschluss der Dreharbeiten beginnt die nächste Projektphase. Das Rohmaterial wird im Schnitt vom Cutter in Abstimmung mit der Regie bearbeitet. Der Producer organisiert an dieser Stelle meist das Musikbriefing und stimmt Vorschläge mit dem Kunden ab. Schließlich entsteht der Schnitt immer passend zur Musik.

Viele Filme haben neben O-Tönen auch Off-Sprecher. Hierzu müssen ebenfalls Sprechervorschläge abgestimmt und die entsprechenden Personen gebucht werden. Tonstudios, wie das von ams – Radio und MediaSolutions, bieten übrigens die Möglichkeit zur Teilnahme an der Vertonung. Ein spannender Einblick! Ist auch dieser Step geschafft, hat der Producer seinen Job erledigt. Wurde alles erfolgreich organisiert und abgestimmt, gilt es jetzt nur noch mit dem Kunden das Endprodukt anzuschauen.


Autor: Joscha Schulte
Foto: Pexels/Terje Sollie

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