Der Arbeitgeber als Marke

Von Melanie Schwarz, veröffentlicht am 20.07.2017
Mann im Anzug sitzt am Schreibtisch und gestikuliert

Als ich das erste Mal mit der Begrifflichkeit „Arbeitgeber als Marke“ in Berührung kam, handelte es sich um einen Vortrag. Mit meiner Erwartungshaltung, es gehe darum, wie sich ein Unternehmen als Marke aufbaut, den Unternehmensnamen mit Werten in Verbindung bringen, bekannt machen und eine Position einnehmen, lag ich nicht ganz richtig.

Gehen wir der Sache mal auf den Grund:

Wo ist das Thema im Unternehmen aufgehängt?

  • Wenn sich ein Arbeitgeber als Marke positioniert/positionieren möchte, ist das ein Human Ressource-Thema. Also gesteuert aus der Personalabteilung, getragen von der Unternehmensführung.

Warum soll ein Arbeitgeber eine Marke werden oder sein?

  • Das Unternehmen ist bemüht seinen Mitarbeitern ein guter Arbeitgeber zu sein. Aber das alleine reicht nicht. Die Bindung der Arbeitnehmer erfolgt heutzutage nicht mehr nur über gute Bezahlung und 30 Tage Urlaub.

Wie erreicht man das in der heutigen Zeit?

  • Es sind vielfältige Maßnahmen erforderlich, die ein Unternehmen zur Marke machen.

Kann man das mit unternehmerischen Zielen vereinbaren?

  • Auf den ersten Blick kann der Eindruck entstehen, dass dieser Anspruch nicht zu den unternehmerischen Zielen passt, die Kunden und der Markt an ein Unternehmen stellen.

Zu den klassischen Unternehmenszielen gehören:

  • Umsatzsteigerungen erzielen
  • Ausbau des Service
  • Neukunden akquirieren
  • Reportings erstellen
  • das CRM System pflegen 

und auf der anderen Seite

  • Personalführung
  • Personalpflege
  • Mitarbeitermotivation

Steht das nicht im Gegensatz zu den Zielen einer Firma, die im Mittelstand unterwegs ist?

Kann sich das vielleicht nur ein großer Konzern leisten, seinen Mitarbeitern eine Work-Life-Balance zu bieten?

Ganz das Gegenteil ist der Fall. Durch eine gute Stimmung der Mitarbeiter, durch Wertschätzung des Vorgesetzten und Freiräume für die eigene Lebensplanung wird die Arbeitsmoral und Leistungsbereitschaft positiv beeinflusst und das nicht nur bei Großkonzernen. Insbesondere bei kleinen und mittleren Firmen, wo es um jeden einzelnen Mitarbeiter geht, der dort beschäftigt ist, ist es wichtig, dass eine hohe Motivation besteht.

Wie oft kommt es vor, dass Mitarbeiter über das normale Arbeitsmaß hinaus tätig sind. Oder auch Tätigkeiten außerhalb ihres eigentlichen Arbeitsumfelds mit übernehmen, einspringen oder helfen, weil Not am Mann ist. Natürlich kann man alles anweisen, aber schöner und motivierender ist es doch, wenn es zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein Geben und Nehmen gibt.

Wie steht es grundsätzlich mit der Produktivität der Mitarbeiter? 

Mehr Produktivität steht nicht im Zusammenhang mit mehr Arbeitsstunden oder Personalaufstockung. Aber womit genau kann ich die Einstellung der Mitarbeiter beeinflussen, gute Stimmung schaffen und somit die Motivation erhöhen?

Es gibt viele Möglichkeiten, kleine und große, das ist eine Frage des Budgets und auch der Voraussetzungen (z. B. Anzahl Personal, Räumlichkeiten, Branche) des Unternehmens:

  • Haben sie ein Firmenmotto/ eine Firmenphilosophie?
  • Stellen Sie Ihre Kompetenzen heraus
  • Darstellung der Referenzen (schafft Selbstbewusstsein)
  • Ein Kaffeeautomat, der Ihre Belegschaft kostenlos mit Kaffeespezialitäten versorgt
  • Bereitstellung von Mineralwasser zur freien Verfügung
  • Die wöchentliche Reportingsitzung wird mit einem Obstkorb „versüßt“
  • Flexible Arbeitszeiten/Teilzeitangebote/Homeoffice
  • Sommerfest/Weihnachtsfeier
  • Prämien für Hochzeit, Jubiläum, etc.Urlaubsgeld
  • Vermögenswirksame Leistungen
  • Arbeitsplatzanalyse
  • Sportprogramme
  • Grippeschutzimpfung, Vorsorgeuntersuchungen
  • Ersthelferschulungen

Einige Positionen werden Sie kennen und bereits umsetzen, aber das eine oder andere bringt Sie vielleicht auf die Idee.
Außerdem sind nicht alle Maßnahmen mit großen Kosten verbunden. Die Mitarbeiter werden schnell feststellen, dass diese Bemühungen nicht selbstverständlich sind. Sie werden sich freuen und es Ihnen danken.

Ein Tipp noch: Derartige Maßnahmen sind nicht selbstverständlich und können und sollten offensiv kommuniziert werden, z. B. auch bei Bewerbern.

Im Zeitalter des Fachkräftemangels sollte sich jedes Unternehmen, das Personal sucht, genau überlegen, dass nicht nur der Bewerber Sie als Firma überzeugen muss. Auch das Unternehmen muss heutzutage darauf achten, sich beim Bewerber als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Und dazu gehören dann Argumente wie eine Firmenphilosophie, Homeoffice-Möglichkeiten oder ein Sportprogramm.

Wenn Sie bereits Erfahrungen mit dem Thema gesammelt haben, freue ich mich über einen Austausch mit Ihnen!


Foto: pexels.com

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Melanie Schwarz

ist Verkaufsleiterin und in der Kundenberatung von ams - Radio und MediaSolutions tätig. Sie berät Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von multimedialen Kampagnen.