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Bezahlen im Internet - Teil 2: Paypal und Click & Buy

Von Melanie Schwarz, veröffentlicht am 2.11.2015

bezahlen-im-internetBezahlen im Internet: Lange Zeit taten Kunden dies am liebsten per Rechnung.

In Teil 1 dieser Serie habe ich ausführlich darüber berichtet. Das hat sich geändert: PayPal hat unlängst dem “Klassiker” Rechnung den Rang abgelaufen und gilt nun als meistgewählteste Bezahloption in Online-Shops.

Händler tun also gut daran, sich über diese Zahlungsvariante in ihrem Web-Shop Gedanken zu machen.

In diesem Blogpost erfahren Sie alles Wissenswerte zum Bezahlriesen PayPal und seinem Pendant Click&Buy.

Der Bezahlriese PayPal Mit nach eigenen Angaben derzeit 157 Millionen Nutzerkonten in 203 Märkten ist PayPal DER Payment-Anbieter weltweit. Aber er ist auch ein Urgestein unter den Internet-Bezahldiensten:

Im März 2000 schlossen sich die amerikanischen Zahlungssysteme Confinity und X.com zusammen: unter dem Namen PayPal. Da dieses in den eBay-Auktionen deutlich häufiger genutzt wurde als das hauseigene Paymentsystem, kaufte der Konzern PayPal im Jahre 2002 auf und bietet es seither als eigenes Bezahlsystem an.

Jeder weiß, dass PayPal heute weit über die eBay-Grenzen hinaus angewendet wird. Die meisten Online-Shops bieten diese Möglichkeit an - nicht ohne Grund: Die Käufer haben es als seriöse Zahlungsmethode akzeptiert und nutzen es (zumindest bei nicht allzu hohen Beträgen) mittlerweile am häufigsten.

Wie funktioniert PayPal?

Die Abwicklung ist tatsächlich für beide Seiten kinderleicht: PayPal unterscheidet zwischen Geschäftskunden und Privatkunden. Man muss sich lediglich einmalig registrieren und ein virtuelles Konto eröffnen.

Anstelle einer Kontonummer tritt hier die E-Mail-Adresse des Inhabers. Nun muss das Konto mit Guthaben “aufgeladen” werden.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten einzuzahlen: per Überweisung von einem Girokonto, durch das Hinterlegen einer Kreditkarte, durch Überweisung per Giropay oder aber via Lastschriftverfahren vom eigenen Bankkonto.

Vorteile für den Händler

  • Der Bezahlvorgang ist unkompliziert und kann auch von Kunden bewerkstelligt werden, die nicht sonderlich online-affin sind.
  • Mittlerweile verfügt PayPal über eine hohe Akzeptanz bei Käufern
  • Dem Käufer wird ein gewisses Gefühl der Sicherheit suggeriert, da der Zahlungsempfänger keine Bankdaten oder Kreditkartendaten des Käufers erhält
  • Der Händler sieht unmittelbar nach Abschluss des Kaufvorgangs den Zahlungseingang auf seinem Konto. Dadurch kann er die Ware zügig versenden, was beim Käufer wiederum zu erhöhten Zufriedenheitswerten führt.

Nachteile für den Händler

  • Einkäufe, die über PayPal bezahlt wurden und via Post versendet werden, unterliegen dem Käuferschutz. Wird ein fehlerhaftes Produkt geliefert bzw. ein Produkt, das nicht den Beschreibungen im Online-Shop entspricht, tritt dieser in Kraft. Ebenso bei nicht gelieferten Waren. In diesen Fällen erhält der Kunde den Kaufpreis inklusive der Kosten für den Versand rückerstattet. Hier wird im Zweifelsfall also erstmal zugunsten des Käufers entscheiden. Bei streitbaren Fällen hat der Händler also im ersten Schritt das Nachsehen.
  • PayPal-Kunden können Opfer von so genannten Phishing-Attacken werden. Das ist bekannt. Sollte das einem eigenen Kunden passieren, kann es passieren, dass dieser unbewusst den Einkauf in Ihrem Web-Shop mit diesem negativen Erlebnis verknüpft.
  • Vergleichsweise hohe Kosten: PayPal ist kostentechnisch nicht gerade ein Schnäppchen für Händler - zumindest dann nicht, wenn sie sich im Niedrigpreissektor bewegen. Derzeit löhnt ein Verkäufer 1,9% + 0,35 Cent pro Geldempfang. Das ist deutlich mehr als für klassische Überweisungen fällig wird. Aber: PayPal rechnet auch nach Umsatzvolumen. Dabei gilt: Je höher der über PayPal abgewickelte Umsatz, desto weniger Kosten haben die Händler zu tragen.

Die Telekom-Tochter Click & Buy

Click & Buy ist ursprünglich ein Zahlunssystem der Firma Firstgate, das 2010 zu hundert Prozent von der Deutschen Telekom übernommen wurde.

Im Prinzip funktioniert es genauso wie PayPal. Es wird von rund 16000 Internet-Shops in Deutschland angeboten, ist damit also durchaus eine Alternative zum Marktführer PayPal.

Wie funktioniert Click & Buy?

Die Antwort ist einfach: Im Groben so wie PayPal. Der Kunde registriert sich einmal und kostenfrei bei Click & Buy. Mittels Benutzername und Passwort kann er schließlich online seine Zahlungen tätigen.

Die Abrechnungsmöglichkeiten sind im Grunde die selben wie bei PayPal: Lastschrift, Giropay etc.

Nicht mal mehr hinsichtlich der Kosten besteht ein nennenswerter Unterschied zu PayPal. Bis vor einiger Zeit, hatte der Händler hier noch eine monatliche Grundgebühr zu zahlen.

Auf der Anbieter-Seite des Unternehmens ist heute davon aber nichts mehr zu finden, im Gegenteil: Hier heißt es ganz klar unter dem Punkt “Kostenersparnis”: “ Keine monatliche Grundgebühr, keine Vertragslaufzeiten, Zahlungsmodalitäten nach Wunsch”.

PayPal oder Click & Buy?

Das ist so ähnlich wie bei Pepsi und Cola: Die einen präferieren das, die anderen jenes.

Im Grunde sind sich beide Systeme so ähnlich, das ich keine klare Empfehlung für das eine oder andere geben kann: Die Kosten halten sich die Waage, die Einbettung in den Online-Shop sollte aufgrund vorhandener Schnittstellen problemlos erfolgen können, der Bezahlvorgang ist ähnlich.

Tendenziell lässt sich nur eines sagen: PayPal ist das bekanntere System von beiden und deshalb von den Nutzern auch akzeptierter. Das kann eine Entscheidungsgrundlage sein - muss aber nicht.

Um den Kundenbedürfnissen entgegenzukommen, sollten Online-Händler aber zumindest eine der beiden Bezahlmethoden in die Reihe ihrer Zahlunsgoptionen aufnehmen.

Im nächsten Teil dieser Serie werfen wir einen Blick auf die gängigen Online-Überweisungsdienste wie sofortueberweisung.de oder Giropay. 

Leitfaden zur Erstellung eines Marketingkonzepts

Themen: Online

Melanie Schwarz

Von Melanie Schwarz,

ist Verkaufsleiterin und in der Kundenberatung eines Medienhauses tätig. Sie berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von multimedialen Kampagnen.

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